KI-Diskussionen, Ölpreise und US-Zinsen prägen volatile Börsenwoche

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KI-Diskussionen, Ölpreise und US-Zinsen prägen volatile Börsenwoche
KI-Entwicklung, Ölpreise, US-Zinsen

Die Diskussion um KI-Entwicklung, hohe Ölpreise und US-Zinsängste bewegten die Märkte. US-Arbeitsmarktdaten hellten die Stimmung am Freitag auf.

Die Diskussion um das Tempo der Entwicklung Künstlicher Intelligenz (KI), hohe Ölpreise und der anhaltende Höhenflug bei den Renditen der US-Staatsanleihen haben die Börsenwoche bis Freitag geprägt. Der deutsche Leitindex Dax eroberte die psychologisch wichtige 25.000-Punkte-Marke zurück und gewann bis zu 1,2 Prozent auf 25'237 Zähler. Der Schweizer Leitindex SMI zog bis um 11.25 Uhr um 0,61 Prozent auf 13'711,28 Punkte an.

US-Arbeitsmarktdaten sorgen für Entspannung

Die US-Arbeitsmarktdaten hellten die vorbörslich ohnehin bessere Stimmung weiter auf. Ulrich Wortberg von Helaba Research schrieb, der Arbeitsmarktbericht enttäusche angesichts der positiven Indikationen, die es vonseiten der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe, des ADP-Reports oder des ISM-Beschäftigungsindexes gegeben habe. Am Aktienmarkt kommt dies positiv an, weil es die Zinssorgen der Anleger dämpft.

Der Jones-Index stieg um 0,9 Prozent auf 51'400 Punkte. Tags zuvor war er mit 50'546 Zählern noch auf das tiefste Niveau seit Mitte Juni abgesackt. Den Tech-Index erwartet IG gut ein Prozent höher bei 30'842 Punkten, womit er seinen Höchststand in der Vorwoche bei 30'770 Zählern übertreffen würde.

Mit Spannung warteten die Investoren auf die US-Arbeitsmarktdaten am Nachmittag, von denen sie sich neue Hinweise auf die Geldpolitik der Fed erhofften. Ein schwacher Job-Report könnte den Markt entlasten, da er die akuten Zinserhöhungssorgen dämpfen würde, sagte Frank Sohlleder, Analyst bei ActivTrades. Ein starker Arbeitsmarktbericht drohe hingegen, die aktuelle Talfahrt drastisch zu beschleunigen.

Ölpreise unter Druck

Die Ölpreise sind am Freitag gefallen. Nachdem sich die Notierungen im frühen Handel kaum verändert gehalten hatten, gerieten sie im Vormittagshandel durch Spekulationen auf eine Freigabe von strategischen Ölreserven kräftig unter Druck. Ein Barrel (159 Liter) kostete zeitweise so wenig wie zuletzt vor Wochen. Die EU-Staaten haben Insidern zufolge über einen französischen Vorschlag zur Freigabe zusätzlicher Dieselreserven beraten.

Die Initiative sieht laut Reuters-Informationen vor, dass die EU-Staaten 50 Millionen Barrel Diesel auf den Markt bringen. Dies könnte die Preise weiter drücken.

Unternehmensnachrichten bewegen Einzelwerte

Der Sportartikelhersteller Nike (NKE) verliert rund 10 Prozent und notiert auf einem Mehr-Jahrzehnte-Tief. Der Umsatz im ersten Geschäftsquartal sank um etwa 4 Prozent auf 11,2 Milliarden US-Dollar und verfehlte damit die Erwartungen. Zudem stellte das Management für das Geschäftsjahr 2027 einen Umsatzrückgang im hohen einstelligen Prozentbereich in Aussicht.

Ein weiteres Unternehmen verliert 8,7 Prozent. Ein eindeutiger unternehmensspezifischer Auslöser wurde nicht bestätigt; als möglicher Belastungsfaktor für die Aktien wird jedoch ein Bericht der Wirtschaftszeitung Handelsblatt genannt. Die Aktie lag zwischenzeitlich auf dem tiefsten Stand seit 13 Jahren. Im bisherigen Jahresverlauf ist das Unternehmen mit einem Kursminus von 45 Prozent ohnehin bereits das abgeschlagene Schlusslicht im Dax. Eine Talfahrt ist wohl noch nicht in Sicht. Mit den Gewinnschätzungen könnte es weiter bergab gehen und die Bewertung sei trotz des monatelangen Abwärtstrends nicht günstig.

Die Geschäftserholung von Bayer kommt mit 15 Prozent voran. ON will seine im Sommer bekannt gegebene Übernahme nun nicht mehr mit eigenen Aktien, sondern bar bezahlen, womit er für den Spezialisten für Leistungshalbleiter billiger wird. Ein Insider zufolge kann die geplante Übernahme der MediaSaturn-Mutter nach eingehender Prüfung und neuen Zugeständnissen auf Zustimmung der EU-Kommission hoffen. Die Transaktion stehe vor der Billigung durch die Brüsseler Behörde, sagte eine mit dem Vorgang vertraute Person am Freitag. Die EU-Kommission wollte sich dazu nicht äussern. Die Kommission will ihre endgültige Entscheidung bis zum 4. November fällen. Untersucht wird die Transaktion auch noch von den Behörden in Österreich.

Schweizer Markt mit breiter Erholung

Der Schweizer Aktienmarkt steht am Freitag kurz vor Mittag klar im Plus. Nach einer bislang schwachen Woche mit vier Verlusttagen in Folge startet der Leitindex SMI eine Erholung. Dabei legen von den 20 Titeln 18 zu. Zu den Gewinnern zählen Lonza (+2,6 Prozent), welche damit zumindest einen Teil der Verluste der vergangenen sieben Handelstage wieder aufholen. Mit einem Plus von über 35 Prozent seit Jahresbeginn führen die Aktien das Feld der Blue Chips weiterhin deutlich an. Auch Novartis (+2,2 Prozent) legt zu.

Der Generikaproduzent Sandoz ist bei seinem bereits angekündigten Vergleich im Streit mit US-Bundesstaaten wegen mutmasslicher Preisabsprachen einen Schritt weiter gekommen. Die beteiligten US-Staaten haben bei einem Bundesgericht in Connecticut die vorläufige Genehmigung der Einigung beantragt. Roche (+0,5 Prozent) hinkt dem Gesamtmarkt ebenfalls etwas hinterher. Der Pharmakonzern hat ein Lizenzabkommen zum RNA-Portfolio mit Abogen erweitert. Die Basler lassen sich diesen Coup 575 Millionen US-Dollar kosten. Julius Bär (+2,7 Prozent) legt kräftig an. Die Privatbank hatte am Morgen angekündigt, binnen Jahresfrist Aktien im Wert von bis zu 600 Millionen Franken zurückzukaufen.

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