KI-Agenten wie ChatGPT, Perplexity Computer und Claude Desktop organisieren Dateien auf Windows und Mac. Doch Datenschutz und Fehlinterpretationen bergen Risiken.
KI-Agenten wie ChatGPT, Perplexity Computer und Claude Desktop sind verfügbar, meist gegen Bezahlung, und organisieren den PC oder Mac: Sie sortieren, optimieren und analysieren Dokumente besser als menschliche Assistenten. Doch mit welchen Risiken? Diese Frage drängt sich auf, nachdem ein warnendes Beispiel die Runde machte: Summer Yue wollte im Februar ihr Postfach von Openclaw aufräumen lassen, und die KI löschte Hunderte Mails. Openclaw gehört zu den Pionieren der persönlichen KI-Agenten.
Neue KI-Apps für Windows und Mac
Das ist die Stärke der neuen KI-Apps für Windows und Mac: Taten statt Worte. Statt nur in Textform auf Fragen zu reagieren oder Bilder oder Videos zu generieren, werden sie selbst aktiv. Sie greifen auf die Dateiablage zu, suchen Informationen zusammen, organisieren Dokumente und können in begrenztem Mass sogar mit Programmen interagieren. Das erlaubt Aktionen, die eben erst wie Science-Fiction geklungen hätten.
Haben Sie einen Puffordner auf Ihrer Festplatte, in dem alles landet, bei dem Sie keine Zeit für eine saubere Ordnerstruktur haben? Die KI kann sich diesem annehmen, eine Lösung vorschlagen und ausführen: etwa die Dateien systematisch zu benennen oder in Unterordner zu verschieben.
Praktische Anwendungen im Alltag
Die KI fasst Ihnen ein Bündel an Dokumenten zu einem Bericht zusammen. Sie gleicht Informationen aus Dokumenten mit dem Internet ab, versieht die Fotosammlung mit Stichworten und Personennamen oder fügt anhand der GPS-Koordinaten Ortsnamen hinzu. Sie kann die Metadaten der Musiksammlung vervollständigen. Wenn Sie Ihre Songs schon immer mit dem Aufnahmedatum versehen wollten, aber den manuellen Aufwand scheuten, delegieren Sie diese Fleissarbeit jetzt an die künstliche Intelligenz.
Falls auf Ihrer Festplatte unsortierte Quittungen liegen, erstellt die KI eine Kostenaufstellung. Gesammeltes Recherchematerial lässt sich in einem Bericht zusammenführen oder in eine Präsentation verwandeln. Eine lästige Routinearbeit weniger: ChatGPT erstellte ein Script, das automatisch beim Herunterfahren eine Datensicherung auch von Informationen aus dem Web anfertigt.
Sicherheit und Datenschutz bei KI-Agenten
Das klingt alles toll. Aber ist es auch sicher? Programme wie Codex sind im Vergleich auf Sicherheit getrimmt. Sie haben nur auf freigegebene Ordner und nicht auf die ganze Festplatte Zugriff, und sie müssen sich für effektive Änderungen eine Bestätigung einholen. Trotzdem sollten wir nicht ignorieren, dass wir einen Teil unserer Autonomie delegieren. Die Gefahr besteht weniger im Vandalismus als vielmehr in einer Fehlinterpretation durch die Software, die zu kontraproduktiven Resultaten führt.
Eine Kopie meiner Daten liegt auf einer externen Festplatte, die während dem Einsatz der Agenten nicht angeschlossen ist. Das grösste Risiko besteht meines Erachtens beim Datenschutz: Obwohl die Programme auf dem eigenen Computer installiert sind, arbeiten die KI-Modelle in der Cloud. Welche Informationen sie für eine bestimmte Aufgabe übermitteln, ist schwer abzuschätzen: Das ist ein triftiger Grund, die Kontoauszüge nicht von der KI organisieren zu lassen, obwohl das praktisch wäre.
Ausblick auf KI-Betriebssysteme
Den Risiken und Nebenwirkungen zum Trotz: Hier zeichnet sich eine neue Form der Computernutzung ab. Möglich, dass wir in ein paar Jahren KI-Betriebssysteme verwenden werden, mit denen der Computer in der Lage sein wird, sich dem User anzupassen – und nicht wie bisher umgekehrt.
Der Autor ist Digitalredaktor und berichtet über Neuigkeiten der Tech-Konzerne, Smartphone, Computer und Gadgets und gibt Hilfestellung für den souveränen Umgang mit künstlicher Intelligenz, Datensicherheit und den digitalen Anforderungen des Alltags.
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