Jetzt nehmen wir das Männerhirn genauer unter die Lupe!

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Jetzt nehmen wir das Männerhirn genauer unter die Lupe!
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Testosteron, Väterhirn und Alterung: Maria Brasser blickt in ihrer Kolumne auf das Männerhirn – und räumt mit einigen hartnäckigen Mythen auf.

Testosteron, Väterhirn und Alterung: Maria Brasser blickt in ihrer Kolumne auf das Männerhirn – und räumt mit einigen hartnäckigen Mythen auf.zum Frauenhirn hat ja einiges an Reaktionen ausgelöst.

Das finde ich hochspannend. Ich bin immer begeistert, wenn Texte nicht einfach gelesen werden, sondern etwas auslösen. Auch rund um das «Männerhirn» halten sich ziemlich hartnäckige Klischees. Und tatsächlich gibt es viele Unterschiede in vielerlei Hinsicht.

Hier ein paar Fakten, die aufhorchen lassen: Der Männeranteil im Schweizer Baugewerbe liegt beispielsweise bei über 80 Prozent, ähnlich sieht es in der IT aus. Auch rund um das «Männerhirn» halten sich ziemlich hartnäckige Klischees. - Depositphotos Studien zeigen zudem, dass Männer im Durchschnitt etwas stärker nach Einfluss und Status streben. Aber Achtung: Daraus zu schliessen, dass das Männerhirn eben einfach so «verdrahtet» sei, wäre viel zu einfach.

Erziehung, Rollenbilder, gesellschaftliche Erwartungen und unser Umfeld formen unser Gehirn ein Leben lang mit. Und dann wäre da noch die berühmte männliche «Nothing Box».spart. Das machen Frauen genauso wie Männer. Zeit also, einige Klischees beiseitezulegen und zu schauen, was die Neurowissenschaft tatsächlich über das Männerhirn weiss.

Einer meiner Lieblingsbefunde betrifft frischgebackene Väter. Forschende haben Männer nach der Geburt ihres ersten Kindes wiederholt im Hirnscanner untersucht. Und tatsächlich: Auch das Gehirn der Väter veränderte sich innerhalb weniger Wochen. Besonders spannend: Je stärker sich die Männer mit ihrem Baby verbunden fühlten, desto deutlicher zeigten sich später Veränderungen in Hirnregionen, die unter anderem mit Emotionen und sozialem Verhalten zu tun haben.

Schwangerschaft Unser Gehirn passt sich an das Leben an, das wir führen. Und kommen Männer eigentlich auch in die Wechseljahre? Jein.um etwa ein Prozent pro Jahr. Manche merken davon praktisch nichts.

Andere erleben mit zunehmendem Alter Müdigkeit, weniger Antrieb, Konzentrationsprobleme, Libidoverlust oder Stimmungsschwankungen. Das Hormon beeinflusst unter anderem Motivation, Stimmung und unser soziales Verhalten. Deshalb lohnt es sich, bei deutlichen Veränderungen genauer hinzuschauen, statt sie einfach mit «Älterwerden» abzutun.scheint unser Gehirn stärker auf Status, Konkurrenz und soziale Signale auszurichten. Es macht uns also aufmerksamer dafür, wo wir in einer Gruppe stehen und was andere von uns wollen.

Es ist also weniger ein «Aggressionshormon» als ein Verstärker dafür, was in einer sozialen Situation gerade wichtig ist. Übrigens produzieren Frauen ebenfalls Männer haben davon im Durchschnitt allerdings ein Mehrfaches. Problematisch wird es beim künstlichen Muskelboost. Eine ganz andere Geschichte sind Anabolika.

Hier wird dem Körper über längere Zeit künstlich eine sehr hohe Dosis hormonähnlicher Substanzen zugeführt. Und das kann offenbar auch im Gehirn Spuren hinterlassen.untersuchten Forschende langjährige Anabolikakonsumenten und berechneten anhand ihrer Hirnscans, wie «alt» ihr Gehirn biologisch wirkte. Das Resultat war ziemlich eindrücklich: Bei langjährigem Konsum zeigte das Gehirn Zeichen einer beschleunigten Alterung. Und je länger die Männer Anabolika konsumiert hatten, desto ausgeprägter war der Effekt.

Der vermeintliche Muskelboost kann also einen Preis haben, den man von aussen nicht sieht.. Ja, Männer und Frauen unterscheiden sich biologisch. Natürlich spielen Hormone eine Rolle. Und ja, auch im Gehirn finden wir im Durchschnitt gewisse Unterschiede.

Aber Durchschnitt ist eben nicht Individuum. Die Unterschiede zwischen zwei Männern können grösser sein als der durchschnittliche Unterschied zwischen Männern und Frauen. Unser Gehirn ist kein starres Organ, das bei der Geburt auf «männlich» oder «weiblich» programmiert und danach fertig ist. Wer plötzlich ständig müde ist, sich schlecht konzentrieren kann, kaum noch Antrieb hat oder eine deutliche Veränderung seiner Stimmung bemerkt, sollte das ernst nehmen und abklären lassen.

Und gleichzeitig können wir unserem Gehirn in jedem Alter enorm viel Gutes tun: bewegen, ausreichend schlafen, Beziehungen pflegen, Neues lernen und unser Gehirn immer wieder herausfordern. Dr. Maria Brasser ist Neurowissenschaftlerin, Lehrerin und Mitgründerin von Hirncoach, dem führenden Spezialisten für die Hirngesundheit. Gemeinsam mit ihrem Team entwickelt sie Programme für Eltern, Schulen und Unternehmen – unter anderem zur Stärkung der mentalen Gesundheit und Leistungsfähigkeit sowie zu einem klugen, hirngerechten Umgang mit digitalen Medien und Künstlicher Intelligenz. Interessiert? Infos unter hirncoach.ch.

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