Weil eine Batterie der ISS in die Erdatmosphäre eintreten wird, schreiben deutsche Medien von einem «Regen aus Weltraumschrott». Tatsächlich dürfte von den Trümmern keine grosse Gefahr ausgehen.
Nach einer dreijährigen Reise im All rast ein tonnenschwerer Batterieblock der Internationalen Raumstation ISS auf die Erde zu und erreicht uns am Freitag. Der Gedanke, dass die vier mal zwei Meter grosse und 2,6 Tonnen schwere Plattform der Nasa mit mehrfacher Schallgeschwindigkeit auf unsere blaue Heimat zurast, dürfte wohl vielen ein ungutes Gefühl bereiten.
Schweiz in der «Gefahrenzone» So auch diversen deutschen Medien: Die «Bild»-Zeitung etwa berichtet am Donnerstag über einen regelrechten «Batterieregen», der am Freitag über der Bundesrepublik niedergehen soll . «In diesen Regionen sollten Sie in Deckung gehen», schreibt das deutsche Blatt. Auch bei Focus Online heisst es, dass nun auch das deutsche Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe offiziell warne. Eine Karte der «Bild» zeigt die Gebiete, in denen Trümmer vom Himmel fallen könnten – auch der Norden der Schweiz könnte demnach betroffen sein. Werden am Freitagabend also in der Schweiz, Deutschland und anderswo um die Welt reihenweise Leute von glühenden Trümmerteilen erschlagen werden? Laut Weltraumexperten und landesweiten Warnstellen ist das eher unwahrscheinlich: Zwar hat das deutsche Bundesamt für Bevölkerungsschutz eine offizielle Warnung verhängt – eine Gefährdung für Deutschland wird aber als «statistisch unwahrscheinlich» angesehen. Auf Anfrage von 20 Minuten heisst es auch beim Schweizer Bundesamt für Bevölkerungsschutz Babs, dass man derzeit nicht von einer Gefährdung ausgehe. Denn die Batterie-Plattform mag zwar mit hohem Tempo auf die Erde zurasen, wird beim Wiedereintritt in die Atmosphäre aber wohl so schnell verglühen und in kleinere Teile zerfallen, dass die Gefahr für die Bevölkerung verschwindend gering ist. Trotz alarmistischer Medienberichte dürfte ein apokalyptischer Batterieregen aus dem All laut Experten also wohl ausbleiben. Der deutsche Bevölkerungsschutz beziffert die Wahrscheinlichkeit von Verletzungen durch die Trümmer mit 0,013 Prozent. Überschallknalle und Lichterscheinungen Die deutschen Behörden erwägen derzeit eine Sperrung des Luftraums und eine Warnung an die Bevölkerung. Bei Skyguide, dem Schweizer Flugraumsicherungsdienst, heisst es, dass etwaige Trümmerteile wohl nicht auf dem Radar auftauchen werden, da für die Überwachung des Flugverkehrs tiefere Lagen beobachtet werden. Die Trümmer könnten sich aber laut dem deutschen Warnsystem «Katwarn» für Augenzeugen durch Leuchterscheinungen , die durch die extreme Hitze beim Fall in Richtung Erde entstehen, und Überschallknallen bemerkbar machen.
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