Teheran, das sind auf der einen Seite die Frauen, die ohne Schleier in Cafés sitzen und Iced Americanos schlürfen, anderseits die Regimetreuen, die Vollverschleierten. Dazwischen: Sprachlosigkeit.
Teheran, das sind auf der einen Seite die Frauen, die ohne Schleier in Cafés sitzen und Iced Americanos schlürfen, anderseits die Regimetreuen, die Vollverschleierten. Dazwischen: Sprachlosigkeit.
Das Schreiben, ihre Utopie. Und dann erzählt sie, was das für eine Utopie ist. Ein ehrlicher Ort, sagt sie. «Wo die Menschen tun, was sie sagen, und sagen, was sie denken.» An diesem Ort spielt ihre Liebesgeschichte. «Die Regierung dort hat das Ziel, dass es den Leuten gut geht. Dass sie glücklich sind.», der sagt, er sei ein Reformer. Einer von sechs, die das Regime aus 80 Kandidaten zur Wahl zuliess.
Bahareh Jangravi sagt jetzt ihre Argumente auf, fürs Verhüllen, als würde sie sich an ihnen festhalten. «Unverschleierte Frauen», sagt sie, «bekommen einen Job wegen ihrer Schönheit. Verschleierte Frauen wegen ihres Talents.» Der Termin ist fast zu Ende, als sie sagt, «die Verantwortlichen» sollten sich gegen Gewalt oder Zwang entscheiden, wenn es um die Kopftuchpflicht gehe. «Sondern für ein Gespräch mit den Frauen.» Es ist, zwischen den Zeilen, ein Plädoyer gegen die Macht der Moralpolizei. Deretwegen ja die Proteste begannen, damals,Die einen reden die Proteste klein, weil nicht sein kann, was nicht sein darf, die anderen flüchten sich in Privatwelten.
Als es dunkel wird in der Stadt, geht in Ekbatan das Leben los. Eine Hochhaussiedlung, eine Hochburg der Proteste. Viele Rapper kommen hierher, an den Wänden Graffiti, auf den Strassen kaum eine verhüllte Frau. Dafür Skater, Jogger, Velofahrer. Zwischen den Blocks fahren keine Autos, abends kommen die Teenager zum Abhängen, wie der Junge, der auf Punk macht, seine Freundin neben sich.
Wirtschaftsingenieurin will sie werden, auch sie plant eine Flucht, aber keine fiktive. Ins Ausland wolle sie, nur deswegen gehe sie noch zur Uni, sagt sie. Keine der Freundinnen am Tisch trägt das Tuch. Entspannt sehen sie aus. Oder nicht? «Nein», sagt sie. «Das sind wir nicht.»
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