Der Iran und die USA liefern sich weitere militärische Auseinandersetzungen im Persischen Golf. Während der Iran Ziele auf seiner Insel Qeshm beschuldigt, betont US-Präsident Trump die Offenheit der strategischen Meerenge. Gleichzeitig eskalieren die Spannungen mit Israel im Gazastreifen, und der Oman wird in Drohnenangriffe verwickelt.
Der Iran hat am Sonntag neue Angriffe auf militärische Ziele auf der iranischen Insel Qeshm gemeldet. Seit Sonntagnachmittag seien mehrere Geschosse auf die Insel nahe der Strasse von Hormuz abgefeuert worden, es habe jedoch keine Opfer gegeben, wurde der dortige Gouverneur von der staatlichen iranischen Nachrichtenagentur Irna zitiert.
Auf der grössten Insel im Persischen Golf leben etwa 150'000 Menschen. Vom US-Militär gab es zunächst keine Stellungnahme. Das für den Nahen Osten zuständige Regionalkommando hatte zuvor mitgeteilt, bei den Angriffen in der Nacht zum Sonntag seien rund 140 Ziele getroffen worden, darunter Raketen- und Drohnenabschussrampen, Munitionsdepots, Kommunikationsausrüstung und andere Einrichtungen. US-Präsident Donald Trump hat die Strasse von Hormuz entgegen iranischer Aussagen als offen für den Schiffsverkehr erklärt.
"Sie ist offen", sagte Trump am Sonntag in der NBC-Sendung " ". Auch das für die Region zuständige US-Regionalkommando Centcom schrieb in einem Post auf der Plattform X, die für den Handel wichtige Meerenge bleibe eine internationale Wasserstrasse, die der Iran nicht kontrolliere. Die Iranischen Revolutionsgarden (IRGC) hatten in der Nacht bekanntgegeben, dass die Meerenge bis auf weiteres und bis zum Ende der US-amerikanischen Eingriffe in der Region geschlossen bleibe. Die Durchfahrt sei verboten.
Zuvor hatte die Marine der Iranischen Revolutionsgarden nach eigenen Angaben Warnschüsse auf ein Schiff abgegeben, das eine nicht genehmigte Route befahren haben soll. Die USA bombardierten daraufhin rund 140 iranische Militärziele entlang der Südküste, das war die dritte Angriffswelle binnen einer Woche. Der Iran schlug mit Raketen und Drohnen auf Ziele in Jordanien, Kuwait, Bahrain und die Vereinigten Arabischen Emirate zurück.
Vertreter aus Washington und Teheran hatten sich Mitte Juni auf ein Rahmenabkommen geeinigt, das den Weg für ein dauerhaftes Ende des Kriegs ebnen soll. Darin war vereinbart worden, innerhalb von 60 Tagen einen endgültigen Deal auszuhandeln. Es beinhaltet auch die Forderung nach einer Öffnung der Strasse von Hormuz. Der Golfstaat Oman, der in dem Konflikt vermittelt, legte einen Vorschlag zur gebührenfreien Durchfahrt der Strasse von Hormuz vor.
Gespräche am Samstag in der omanischen Hauptstadt Maskat endeten zunächst ohne Durchbruch. Bei einem israelischen Drohnenangriff hat es palästinensischen Medienberichten zufolge trotz geltender Waffenruhe mehrere Tote in der Stadt Gaza gegeben. Die palästinensische Nachrichtenagentur Wafa meldete vier Todesopfer und mehrere Verletzte. Sie sprach von "einer Metallwerkstatt", die am Nachmittag in der Stadt im Norden des Küstengebiets getroffen worden sei.
Eine israelische Armeesprecherin bestätigte auf Anfrage, dass das Militär in der Gegend eine "terroristische Infrastruktur" ins Visier genommen habe. Details dazu nannte sie zunächst nicht. Wafa berichtete zudem, dass im zentralen Abschnitt des Gazastreifens bei zwei Vorfällen zwei Palästinenser, darunter eine Neunjährige, durch Beschuss der israelischen Armee getötet worden seien. Die israelische Militärsprecherin sagte auf Anfrage, diese Vorfälle seien der Armee nicht bekannt.
Am Nachmittag hiess es in einer Mitteilung des israelischen Militärs weiterhin, dass die Armee in den vergangenen Tagen zwei Mitglieder der Hamas im Norden des Gazastreifens bei Luftangriffen getötet habe. Beide bereiteten den Angaben zufolge Angriffe auf israelische Soldaten im Gazastreifen vor. Trotz der seit Oktober 2025 geltenden Waffenruhe werden derzeit nahezu täglich weiter Tote aus dem Gazastreifen gemeldet. Immer wieder gibt es israelische Angriffe und bewaffnete Zwischenfälle.
Zuletzt hat Israels Armee auch häufiger mitgeteilt, mutmassliche Mitglieder der Terrororganisationen Hamas und Palästinensischer Islamischer Jihad (OIJ) im Gazastreifen gezielt getötet zu haben. Bei den Angriffen des US-Militärs auf den Iran in der Nacht zum Sonntag ist nach Berichten halbamtlicher iranischer Nachrichtenagentur ein Marineoffizier getötet worden. Berichte über weitere Todesopfer lagen zunächst nicht vor. Der Oman hat Drohnenangriffe nahe der Strasse von Hormuz gemeldet.
In der nördlichen Provinz Musandam seien mehrere Ziele mit Drohnen angegriffen worden, berichtete die Staatsagentur ONA unter Berufung auf Militärkreise. Der Oman verurteilte die Attacken und erklärte, man werde alle notwendigen Schritte zum Schutz des Landes und der Bevölkerung ergreifen. Die zum Oman gehörende Enklave Musandam ragt in die Strasse von Hormus hinein und grenzt an die Vereinigten Arabischen Emirate
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