Internationale Immobilienmärkte: Kräftiger Gegenwind, aber kein Rückfall in Baissezeiten

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Internationale Immobilienmärkte: Kräftiger Gegenwind, aber kein Rückfall in Baissezeiten
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Rasant hochgeschnellte Zinsen haben die in Gang gekommene Erholung an den Immobilienmärkten abrupt zum Erliegen gebracht – vorderhand.

Viele Segmente des Immobilienmarktes sind aus den Krisenjahren erstarkt hervorgegangen. Sie werden letztlich auch dem jüngsten Renditeanstieg trotzen. Steigende Zinsen bremsen die Erholung an den internationalen Immobilienmärkten aus.

Büromärkte, besonders in den USA, stehen hingegen weiter unter Druck. Binnen weniger Wochen ist nichts mehr von der gerade gestarteten Aufbruchstimmung an den internationalen Immobilienmärkten zu spüren. Grund sind die Zinsen, die auf Fünfzehn-, teils sogar Zwanzigjahreshöchst geschnellt sind. Die dreissigjährigen US-Hypothekarzinsen notieren mittlerweile wieder bis zu oder gar über 7%.

Kaum verwunderlich werden die Gewinnerwartungen für Immobilienaktien nun markant zurückgenommen. Danach sind sie im US-Leitindex S&P 500 jetzt die Einzigen, die im dritten Quartal keinen Gewinnbeitrag liefern werden. Für Fondsmanager ist das Grund genug, den Immobiliensektor so stark zu reduzieren wie keinen anderen. Marktbewegungen schlagen sich also bei indirekten Immobilienanlagen – anders als beim Eigenheim – unmittelbar nieder.

Das spiegelt sich im Kursverlauf: Seit dem Sommer haben die im Stoxx Europe 600 gelisteten europäischen Immobilienaktien rund 2% nachgegeben. Mehr als doppelt so viel haben REIT verloren, Anlagevehikel, die Immobilien halten und bewirtschaften . Und nun beginnt auch die starke Performance der US-REIT von rund 20% im ersten Halbjahr zu bröckeln . Das Gleiche gilt für den hohen Wertzuwachs von bis zu 20% australischer und britischer REIT allein in den Monaten April bis Juni. Das gefragteste Segment waren im zweiten Quartal mit einem Performanceplus von fast 40% Kühlhäuser, dahinter folgen Hotels – erstmals noch vor KI-Rechenzentren – und Einfamilienmietshäuser.

Samuel Sahn von der globalen Immobilieninvestmentgruppe Hazelview hatte vor wenigen Wochen die Breite der Immobilienerholung denn auch als Signal dafür gewertet, dass der REIT-Markt den Übergang von der Erholungs- in eine junge Expansionsphase vollzogen hat. War das alles nur ein Strohfeuer in einer langjährigen Baisse, die mit dem Coronabeginn ihren Anfang genommen hatte und durch die Zinswende 2022 akzentuiert wurde? Zumindest in einzelnen Immobiliensegmenten mitnichten.

Denn übersehen werde, dass «Immobilien in den richtigen Standorten und Nutzungsarten sich schon längst an die veränderte Nachfrage angepasst und ihre signifikante Preissetzungsmacht zurückgewonnen haben», meint Sahn. Und den gegenwärtigen Zinsschock werden die Märkte mit der Zeit ebenso verdauen – einen Renditesprung, den Geldinstitute wie die Deutsche Bank ohnehin als übertrieben erachten. Sie erwarten, dass sich die langfristigen Zinsen auf einem etwas tieferen Niveau stabilisieren werden.

Neben der erstarkten weltweiten Konjunktur und einer ebensolchen Nachfrage nach Immobilien tragen hierzu die in Gang gekommene weltweite Erholung der Gewerbeinvestitionen und weiter steigende Mieten bei, führt DekaBank aus. Letzteres begünstigt insbesondere Wohnimmobilien, und zwar weniger in den USA als in Europa. In Grossstädten wie Paris, München und Zürich sind die Einstiegspreise extrem hoch, was die Bruttomietrendite oft unter 4% drückt. Attraktiver sind Universitäts- und Technologiestandorte der zweiten Reihe mit starkem Zuzug.

Hier lassen sich weit höhere Renditen von über 5% realisieren, und zwar gerade im Segment kleiner, teilmöblierter Apartments. Bei den seit Coronazeiten stark in Mitleidenschaft gezogenen Gewerbeimmobilien nimmt die Erholung der Logistikmärkte weiter Fahrt auf. Zu verdanken ist das zum einen der dynamischen Nachfrage nach Logistikflächen für KI-Datenzentren, zum anderen dem Trend zur Rückverlagerung von Lagern nach Mitteleuropa resp. Nordamerika, um Lieferketten abzusichern .

Hinzu kommen der immer weitere Ausbau und der Flächenbedarf des Onlinehandels. All das sorgt für eine chronische Knappheit an modernen Logistikflächen. Die renditeversprechende Knappheit an vielen Logistik- und Wohnimmobilienmärkten kann für Anleger selektiv auch im derzeitigen Zinsumfeld interessant sein. Ein Engagement gelingt am einfachsten via REIT oder Immobilienfonds.

Beide müssen offenlegen, in welchen Regionen, Segmenten und konkreten Projekten sie investiert oder beteiligt sind, ob an einer Seniorenheimresidenz in Süddeutschland oder am Logistikflächenausbau in Texas. Von Projekten an Büromärkten – und dort besonders in den USA –, aber auch von Immobilienbeteiligungen in Hongkong oder Japan wird Privatanlegern hingegen weiterhin abgeraten. Für Letztere stehen an der Schweizer Börse SIX sowohl Immobilienaktien als auch Immobilienfonds zur Auswahl .

Der UBS SXI Real Estate Funds , einer von zweien, die nur inländische Schweizer Produkte umfassen, ist derzeit der einzige an der SIX gelistete, der ausschliesslich Immobilienfonds und keinerlei -aktien enthält. Zu beachten gilt, dass die meisten indirekten Immobilienanlagen wenig liquide, sprich: weniger leicht zu veräussern und darüber hinaus typischerweise auch noch volatiler sind als Obligationenindizes. Gerade Immobilienaktien sind zudem häufig von den Entwicklungen am Aktienmarkt geprägt und tragen somit wenig zur Diversifikation bei.

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