Der Fall Henry Nowak schockiert Großbritannien: Ein junger Engländer verblutet in Handschellen nach einem Messerangriff, während die Medien zurückhaltend berichten.
Der 18-jährige Engländer Henry Nowak verblutet in Southampton nach einem Messerangriff noch am Tatort. Die angerückte Polizei ruft keine Hilfe, sondern legt den jungen Mann in Handschellen.
Das, weil der Täter, ein Angehöriger der Sikh-Gemeinschaft, behauptet hatte, zuvor von Nowak rassistisch beleidigt und angegriffen worden zu sein. Sichergestellte Aufnahmen belegen, dass die angebliche Notwehr eine Lüge war. Und Bodycams der Polizei zeigen, dass das Opfer wie ein Verbrecher behandelt wird. Der Fall, der sich bereits im Dezember zutrug, ist zu gross, um völlig totgeschwiegen zu werden.
Der mediale Mainstream tut aber sein Möglichstes, den Fokus zu verschieben. Die Tragweite des Skandals rund um eine Polizei, die reflexartig den Aussagen eines indischstämmigen Täters glaubt, wird zugeschüttet mit der Angst vor einer politischen Instrumentalisierung.
«Starmer mahnt zur Ruhe, während die extreme Rechte versucht, den Mord an Henry Nowak für ihre Zwecke auszunutzen», schreibt der Guardian. Viel Platz wird auch Innenministerin Shabana Mahmood eingeräumt, die beklagt, Rechte würden die Tragödie «kapern». Das in sozialen Medien diskutierte «Two-Tier-Policing», also eine Zwei-Klassen-Polizei, die aus panischer Angst vor Rassismusvorwürfen den gesunden Menschenverstand ausschaltet – wird in diversen Zeitungen als rechte Verschwörungstheorie abgetan. Obschon der Fall dokumentarisch genau dieses Verhalten dokumentiert.
Auch deutsche Leitmedien wie die Welt suchen fieberhaft nach anderen Schauplätzen. Unter dem Titel «Erschütterndes Video – Demonstranten attackieren Polizisten» werden die Ausschreitungen nach Bekanntwerden der Tat thematisiert statt diese an sich. Den Vogel schiesst der Deutschlandfunk ab. Ein inzwischen zu lebenslanger Haft verurteilter Mörder wird dort fast schon zärtlich als «Messernarr» bezeichnet.
Der Fall liefert ein unfreiwilliges, aber entlarvendes Paradoxon zum Fall George Floyd. Auch damals flehte ein Sterbender, er könne nicht atmen. Nach seinem Tod schrieben sich Journalisten die Finger wund, weltweit fanden Protestzüge statt. Im Fall von Henry Nowak, einem weissen Opfer, gilt hingegen die Devise der Schadensbegrenzung.
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