Deutschland investiert massiv in Verteidigung, Drohnenabwehr und militärische Übungen. Das hat auch Folgen für die Privatfliegerei: Die Zahl der sogenannten ED-R-Gebiete soll deutlich steigen. Für Pilotinnen und Piloten ist besondere Vorsicht geboten – denn ein unerlaubter Einflug kann eine Straftat sein.
Deutschland investiert massiv in Verteidigung, Drohnenabwehr und militärische Übungen. Das hat auch Folgen für die Privatfliegerei: Die Zahl der sogenannten ED-R-Gebiete soll deutlich steigen. Für Pilotinnen und Piloten ist besondere Vorsicht geboten – denn ein unerlaubter Einflug kann eine Straftat sein.
Der deutsche Verteidigungsminister Boris Pistorius war kürzlich in Washington, um dort seinen Amtskollegen Pete Hegseth zu treffen. Beide Länder wollen bei Rüstungsprojekten künftig enger zusammenarbeiten. Die USA lobten dabei Deutschland für seine Vorreiterrolle bei der Stärkung der Nato in Europa. Damit zeigt sich immer deutlicher, wie sehr sich die Welt seit dem russischen Angriffskrieg auf die Ukraine verändert hat.
Deutschland steckt immer mehr Geld in die Rüstung, 2027 sollen 139,6 Milliarden Euro in die Verteidigung fließen. Ein Teil der Mittel fließt auch in die Drohnenabwehr. Auch die Luftwaffe fliegt wieder mehr Übungen, und die Bundeswehr will an vielen Standorten stärker mit Drohnen trainieren und sich gleichzeitig dadurch gegen fremde Spähdrohnen schützen. Dafür braucht es geschützten Luftraum.
All das bringt Folgen für die private Luftfahrt in Deutschland mit sich. Konkret bedeutet das: Die Zahl der ED-R-Gebiete nimmt spürbar zu. ED-R steht für Restricted Area, also ein Luftraum, in den man nicht einfliegen darf. Das Kürzel ED kennzeichnet dabei den deutschen Luftraum.
Diese Gebiete können dauerhaft bestehen oder nur zeitweise aktiviert werden, etwa für eine Übung oder eine Erprobung. Auch Größe, Höhe und die genauen Nutzungsbedingungen unterscheiden sich von Fall zu Fall stark. Laut dem Verband der Allgemeinen Luftfahrt Aopa steht fest, dass militärisch genutzte Lufträume in großer Anzahl zunehmen werden. In einer Mitteilung des Verbandes heißt es, man werde sich gemeinsam mit den Verbandskollegen dafür einsetzen, die Auswirkungen auf die sonstige Luftfahrt so gering wie möglich zu halten.
Die Aopa wird zumindest von der Deutschen Flugsicherung zu geplanten Luftraummaßnahmen vor deren Veröffentlichung angehört. Das Problem: Rechtlich ist ein unerlaubter Einflug in ein ED-R deutlich ernster als ein gewöhnlicher Luftraumverstoß: Während der Einflug in kontrollierten Luftraum eine Ordnungswidrigkeit ist, ist der Einflug in ein aktives ED-R nach Paragraf 62 des Luftverkehrsgesetzes eine Straftat, fahrlässig mit bis zu sechs Monaten Freiheitsstrafe oder 180 Tagessätzen, vorsätzlich mit bis zu zwei Jahren. Besonders anspruchsvoll sind kleine ED-Rs mit vergleichsweise großer vertikaler Ausdehnung.
Auf einer klassischen Icao-Karte im Maßstab 1:500.000 können solche Gebiete leicht übersehen werden, insbesondere wenn mehrereErst im Frühjahr hat das Bundesministerium für Verkehr die Struktur der Sperrgebiete bundesweit neu geordnet, sie reicht von kleinen, dauerhaften Schutzzonen um kritische Infrastruktur wie die Forschungsreaktoren Garching und Geesthacht/Krümmel sowie das Kraftwerk Biblis, mit teils nur rund einem Kilometer Radius, bis zu den militärisch genutzten Truppenübungsplätzen Grafenwöhr, Hohenfels, Unterlüss, Meppen und Baumholder, wo die Sperrungen bis auf über 13.000 Meter Höhe reichen. Wie klein ED-Rs sein können, zeigt das Beispiel Ottobeuren.
Dort wurde Ende 2025 für eine Lasererprobung ein ED-R eingerichtet, das vom Boden bis Flugfläche 500 reichte, bei einem Radius von gerade einmal 8 nautischen Meilen, was rund 14 Kilometern entspricht. Weil die Lasererprobungen andauern, wurde das Gebiet im April 2026 für ein weiteres Quartal verlängert. Im Juni 2026 wurden in Niedersachsen die ED-R Eickhofer Heide und ED-R Siedener Moor eingerichtet, zunächst bis Jahresende, zur Absicherung von Flugvorführungen und Luftfahrtaktivitäten im Bereich der FIR Bremen.
Gleichzeitig werden auch wieder Flugplätze verstärkt militärisch genutzt, wie das Beispiel Husum-Schwesing zeigt . Am dortigen Bundeswehrstandort soll das Raketenabwehrsystem Arrow stationiert werden. Für den zivilen Flugbetrieb wäre das das endgültige Aus. Schwesing wäre einer von drei deutschen Arrow-Standorten und soll künftig zudem als zentraler Anlaufpunkt für das Patriot-System dienen.
Die Aopa empfiehlt Piloten deshalb, sich eine Navigations-App anzuschaffen, da diese Sperrgebiete stets aktuell angezeigt werden. Sie lesen uns regelmäßig? Dann werden Sie Teil der Menschen, die unsere Arbeit möglich machen. Ihr Abo stärkt unabhängigen Luftfahrtjournalismus und sorgt zugleich für ein werbefreies Leseerlebnis.
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Seine wichtigste Lehre aus der Katastrophe: «Steh zu dem, was passiert ist, und zeig Flagge. »
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