In einem Interview watscht Donald Trump mal wieder die Presse ab, weil sie ihm zu kritisch ist. Es ist nicht der einzige Gegenwind: Auch vor Gericht hagelt es erneut Niederlagen für den Präsidenten. Der 80-Jährige wirkt beim Wahlkampf-Auftritt in Texas genervt – und will nicht ausschliessen, vor den Zwischenwahlen den Notstand auszurufen.
«Ihr habt mir nicht eine verdammte positive Frage gestellt», schimpft Donald Trump im Gespräch mit «Time». Zum 56. Mal führt ihn das US-Magazin auf dem Titel – niemand war dort öfter zu sehen. 50 Jahre lang hielt Richard Nixon den Rekord, der nun übertroffen wurde.
«Nun, ich hoffe, ich krieg eine anständige Story. Ich glaub nicht», klagt der Präsident am Ende des Interviews, das «Time»zur Verfügung stellt – ein ungewöhnlicher Zug.
«Wissen Sie, es ist schwer, eine gute Story zu kriegen. Jede Frage ist ein Schlag. Ich weiss nicht, was zum Teufel los ist. » Der 80-Jährige wirkt emotional – und nervös.
In gut einem Monat finden die Zwischenwahlen statt: Am 3. November entscheiden die Wählenden, ob die Republikanische Partei ihre Mehrheiten im Kongress und Senat verteidigen kann. Es sieht nicht gut aus, wenn man den Umfragen Glauben schenkt.
«Das sind gefälschte Zahlen», wehrt er sich, als «Time» ihn auf die schlechten Werte anspricht. «Ich würde jeden, der heute antritt, um 20 Punkte schlagen. Eure Zahlen sind gefälscht. Die Meinungsforscher sind korrupt.
Die sind fast so korrupt wie die Journalisten. »Dabei sind es nicht nur die miesen Umfragen oder die Berichterstattung, die Trump dieser Tage die Laune verderben. Er muss auch einige juristische Rückschläge hinnehmen: Das Oberste Gericht überprüft Trumps Abschiebepraxis, bei der Migrant*innen ohne regulären Aufenthaltsstatus teils ohne Anhörung eingesperrt werden. In Washington lässt Richter Todd Edelman am 1.
Oktober das Strafverfahren gegen den ehemaligen Olympia-Teilnehmer David Hearn zu den Akten legen, dem vorgeworfen wurde, er habe denbeschädigt. Das Urteil soll verhindern, dass der Fall auf Trumps politischen Druck hin wieder aufgerollt wird, obwohl ihn die Staatsanwaltschaft selbst verworfen hat. Die Familie von Renee Good, die am 7.
Januar während Anti-ICE-Protesten in Minneapolis im Bundesstaat Minnesota erschossen wurde, verklagt die Regierung sowie den ICE-Schützen Jonathan Ross, Trumps stellvertretenden Stabschef Stephen Miller, die frühere Heimatschutz-Chefin Kristi Noem und «Grenz-Zar» Tom Homan. Dass das Oberste Gericht die Abschaffung des Geburtsortprinzips und seine Zölle gestoppt hat, sei «eine absolute Schande», sagt Trump «Time».
Insbesondere auf Richter Brad Kavanaugh und Richterin Coney Barrett ist er sauer: «Ich hab ihnen den Job ihres Lebens verschafft, und trotzdem stimmen sie oft gegen mich», klagt er. Auch in seinem Kampf mit den Medien zeigt sich Tump unnachgiebig: Obwohl ein Gericht seine Verbannung von CNN, MS Now und Politico aus dem Weissen Haus aufgehoben hat, darf CNN nicht mitfliegen, als er am 1. Oktober zu Wahlkampfauftritten nach Oklahoma und Texas fliegt.
«Wenn man sich die Entscheidung des Richters ansieht, fällt auf, dass er ein sehr Trump-kritischer Richter ist, was sehr interessant ist», erklärt der New Yorker. Als der «Time»-Reporter anmerkt, dass es Trump selbst war, der den Richter berufen hat, antwortet der Präsident: «Ja, das habe ich. So ist es eben manchmal. »Auf die Frage, ob er die Anordnung des Richters ignoriert, verneint Trump das zunächst, um kurz darauf zu sagen: «Welche Anordnung denn?
Davon weiss ich gar nichts. » Sein Pressesprecher Steven Cheung hilft: «Der Richter hat im Grunde genommen angeordnet, ihnen wieder Zugang zum Weissen Haus zu gewähren. Aber das ist etwas anderes, als der Presse Zutritt zu Events im Oval Office oder an Bord der Air Force One zu gestatten. »Vor seinem Abflug zum Wahlkampf betont Trump erneut, er habe «die besten Zahlen, die je ein Präsident gehabt» habe.
Die Medien «berichten einfach nicht über die Werte». Zum Beispiel die «niedrigsten Armutszahlen, die besten Armutszahlen», wie er es ausdrückt. TrumpTrump: "We have the best numbers of any president in history. The one thing we don't do -- we don't get a fair shake from the media.
"In Texas hält Trump eine Rede beim Lastwagen-Bauer Peterbilt. Er sei ein grosser Fan der Firma, erzählt der Präsident: «Da gibt es keinen Sch****», lobt er mit Blick auf einen Truck.
«Jemand sagte: ‹Oh, sie sind vielleicht nicht so aerodynamisch wie andere. › Ich sagte: ‹Es könnte mir nicht egaler sein. Sie tun einfach einen grösseren Motor rein, oder? ›» Trump on Peterbilt trucks: "There's no bullshit.
Somebody said, 'Oh, it may not be as aerodynamic as some of the others.
' I said, 'I don't care. ' I couldn't care less. You put in a bigger engine, right?
"aufgreift: «Alle denken, die Preise seien meinetwegen hoch, aber das sind sie nicht. Wir sind diejenigen, die die Preise senken», sagt Trump. Und weiter: Seinen Gegnern «fallen immer diese Wörter ein: Bezahlbarkeit. Die Fake News haben angefangen, es zu benutzen, weil sie mit den Demokraten zusammenarbeiten.
» Die Preise seien tiefer als zuvor: Der Sprit sei unter seinem Vorgänger Joe Biden viel teurer gewesen.
«Sie haben die Inflation verursacht, ich bin derjenige, der sie senkt. » Trump: "They came up with the word 'affordability' ... it's phony"Diese Erfolge hätte seine Regierung einfach nur nicht gut genug kommuniziert, sagt Trump. Das suggeriert, dass er von den kritischen Umfragen weiss: Ein Treiber seiner schlechten Werte ist nun mal die Bezahlbarkeit. Nurder Befragten sind zufrieden damit, wie der Präsident die Lebenshaltungskosten behandelt.
Fast zwei Drittel sehen in ihm den Grund für die hohen Preise. Trump gibt offenbar den Medien und schlechter Kommunikation die Schuld daran, dass alles angeblich so toll läuft – und die Leute trotzdem unzufrieden sind. Es erklärt seine Breitseite gegen «Time» ebenso wie seinen Kampf gegen CNN und Co. Dabei kann Trump reden, wie er will: Wenn es darum geht, was in ihrem Portemonnaie am Ende des Monats übrig bleibt, lassen sich die Amerikaner*innen nicht hinters Licht führen.
Die Frage ist, wie weit Trump in den kommenden gut 30 Tagen noch gehen wird, um eine Niederlage bei den Zwischenwahlen am 3. November zu verhindern. Als «Time» ihn fragt, ob er ausschliesst, vor dem Urnengang den Notstand auszurufen, antwortet der Präsident: «Ich schliesse nichts aus und bestätige auch nichts. Wir werden sehen.
» Er könnte auf den Insurrection Act zurückgreifen – das Aufstandsgesetz von 1807, das dem Präsidenten den Einsatz von Truppen und Nationalgarde im Inneren erlaubt, um die Ordnung aufrechtzuerhalten.
«Ich könnte es anwenden», sagt Trump. «Viele Leute meinen, ich sollte es ab und zu mal anwenden. »Trump – nicht neutral: Donalds «Frieden», sein Krieg gegen die Presse, ein Frauen-Popo und Kläffer Kanada «Trump – nicht neutral» ist zurück: Folge zwei bringt schräge Trump-Momente, eine tierische Kanada-Geschichte – und sogar Tanz. Aber sieh am besten selbst!
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