«Ich liess selbst fünfzehn Exemplare in einem Printshop drucken. Seither hat sich mein Buch 23 Millionen Mal verkauft»

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«Ich liess selbst fünfzehn Exemplare in einem Printshop drucken. Seither hat sich mein Buch 23 Millionen Mal verkauft»
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William Paul Young verkaufte 23 Millionen Bücher – und trägt doch ein Leben lang an Missbrauch und Scham.

«Ich liess selbst fünfzehn Exemplare drucken. Seither hat sich das Buch 23 Millionen Mal verkauft» William Paul Young hat das meistverkaufte Buch über Gott seit der Bibel geschrieben.

In seiner Freizeit macht er bei den Hobbys seiner Freunde mit. Wie ein idealer Tag für mich abläuft? Das ist, als würde man mich fragen, welches meiner Kinder oder Enkelkinder ich am liebsten habe. Jedes von ihnen ist einzigartig, so wie jeder Tag einzigartig ist.

Nur die normalen Dinge sind meistens gleich: Ich steige aus dem Bett, putze mir die Zähne, dusche und räume den Geschirrspüler aus. Es soll nichts mehr inzu tun sein, wenn meine Frau aufsteht. Solche kleinen, einfachen Sachen geben mir das Gefühl, mit Liebe und damit mit Gott in den Tag zu starten. 2007 erschien mein Buch «Die Hütte».

Es war total verrückt: Ich hatte meine Familie zuvor mit drei Jobs über Wasser gehalten und schrieb die Geschichte als Weihnachtsgeschenk für meine Kinder. Ich liess fünfzehn Exemplare in einem Printshop drucken. Seither ist das Buch in einundfünfzig Sprachen übersetzt und über 23 Millionen Mal verkauft worden. Aber die Dinge, die ich kreativ schaffe, machen nicht meine Identität aus.

Mir geht es im Leben um Beziehung, immer um Beziehung. Meine Entscheidungen richte ich nach ihnen aus. Den Vormittag verbringe ich oft mit meinen Enkeln, nachmittags springe ich auf die Aktivitäten meiner Freunde auf. Ich habe, aber wenn ein Freund fischen gehen will, will auch ich fischen gehen; wenn einer gerne Golf spielt, mache ich das.

Es sind die Menschen, auf die es ankommt. In meiner Kindheit war das anders: Meine Eltern waren Missionare und wir lebten bei einem indigenen Stamm auf Neuguinea. Die Mission war das Wichtigste für meine Eltern. Sie sahen es als ein Opfer an Gott, mich mit sechs in ein Internat zu schicken.

Die gewaltsame Erziehung durch meinen Vater, aber auch die Zeit im Internat, wo ich sexuellen Missbrauch erlebt habe, waren unglaublich schädlich für mich. Ich dachte, ich sei nichts wert, Scham beherrschte mein Leben. Auch die biblische Lehre vermittelte mir: Gott lächelt dir nur zu, wenn du dich richtig verhältst. Bist du ein Sünder, missbilligt er dich.

Ich empfand Gott damals als fern, als ein Gott, der mir zurief: Du bist ein Stück Mist. Ich musste mir ein neues Verhältnis zu Gott aufbauen. Es war wie eine Detox-Kur: Ich wurde los, woran ich nicht mehr glauben konnte, weil es einfach keinen Sinn ergab. Und ich hielt an den Dingen fest, die mir immer noch als gültig, schön, wahr und richtig erschienen.

Ich glaube, dass jeder Mensch im Grunde dieselbe Natur wie Gott besitzt. Die Liebe wohnt in uns allen, einige haben es nur vergessen, oder es wird durch Traumata oder Indoktrination verdeckt. Das Traurige ist: Wir leben in Systemen, die glauben, dass ein gewisses Mass an Bösem notwendig ist. In der Politik ist das so, in der Wirtschaft und leider auch in der Religion.

Man fragt sich: Wie soll sich diese Welt so in Richtung Heilung bewegen? Ich denke: Es geschieht, wenn man den Menschen liebt, der gerade vor einem steht. Bei uns in den USA sind sogar die politischen Parteien zu Ideologien geworden. Beziehungen werden zerstört, weil Menschen ihre Identität an Ideologie knüpfen.

Es ist wichtiger, recht zu haben, als die Menschlichkeit der anderen anzuerkennen. Dabei wollen wir doch alle nur geliebt werden. In unserem Haus ist immer etwas los. Fürs Schreiben verbringe ich deshalb gerne ein paar Tage an einem ruhigen Ort, etwa an der Küste von Oregon.

Wenn ich daheim bin, bringen meine Frau und ich abends die Enkel ins Bett, die gerade bei uns schlafen. Dann legen wir uns auf die Couch und schauen TV. Wir mögen Krimis, aber sie dürfen nicht zu brutal sein. Das Gute muss immer irgendwo durchscheinen.

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