Gabi Timar wurde zur ersten Schweizer Boxweltmeisterin – doch der Ruhm blieb aus. Jetzt steigt sie erneut in den Ring.
«Bin kein Star geworden» – doch Timar kämpft bereits um den zweiten WM-Titel Am Samstag tritt die Basler Boxerin Gabi Timar erstmals als Weltmeisterin in den Ring – und will einen weiteren WM-Titel holen.
Nach ihrem historischen Sieg verhinderte eine gebrochene Nase monatelang das Sparring. Gabriela «Balboa» Timar streckt den Weltmeistergürtel in die Höhe. Über ihr Gesicht laufen Schweiss, Blut und Freudentränen. Es sind Bilder von historischem Charakter: Als erste Schweizer Boxerin hat Timar am Stephanstag in Bern einen WM-Titel gewonnen.ohnehin noch nicht.
Am Samstag wird sie zum ersten Mal nach ihrem bislang grössten Erfolg wieder in den Ring steigen. Beim, einem Event, das in Kooperation mit dem Theater Basel stattfindet und Kampfsport mit Kultur verbindet, kämpft sie bereits um ihren nächsten WM-Titel. An dieser Stelle finden Sie einen ergänzenden externen Inhalt. Falls Sie damit einverstanden sind, dass Cookies von externen Anbietern gesetzt und dadurch personenbezogene Daten an externe Anbieter übermittelt werden, können Sie alle Cookies zulassen und externe Inhalte direkt anzeigen.
Für Timar hat sich seit dem geschichtsträchtigen Sieg am vergangenen Stephanstag kaum etwas verändert. Sie erhalte nicht mehr Aufmerksamkeit, und es seien auch keine neuen Sponsoren hinzugekommen.
«Ich bin kein Star geworden», sagt die Boxerin. Da gab es zwar mehr Medienberichte, sie wurde Basler Sportlerin des Jahres, und es ist auch irgendwie Ruhm dazugekommen. Aber der Alltag ist derselbe geblieben: Bereits am Morgen nach der Sportsensation stand sie wieder im Keller des Boxclubs Basel, wusch ihr blutverschmiertes Material vom Vorabend. Neun Monate ist der Titelgewinn nun her.
Dass Timar bei ihrem nächsten Kampf direkt wieder um einen Gürtel boxt, ist nicht selbstverständlich. Gerade deshalb nicht, weil sich die Basler Boxerin in der zweiten Runde des WM-Kampfs nach einem Kopfstoss der Gegnerin ihre Nase brach. Fünf Monate lang konnte sie deshalb kein Sparring betreiben. Sparring bezeichnet einen kontrollierten Kampf innerhalb des Trainings und bildet den wichtigsten Trainingsinhalt im Boxsport.
«Am Anfang war ich noch sehr vorsichtig und musste wieder meinen Rhythmus finden», so Timar. Inzwischen sei das aber kein Thema mehr. Angst oder Nervosität habe die studierte Juristin vor einem Kampf nie gehabt. Dass Timar nicht ihren WBO-Titel verteidigt, sondern nun um den vakanten WIBA-Titel boxt, ist eine Folge dieser langen Trainingspause.
Der Gürtel der WIBA ist verglichen mit dem WBO-Gürtel weniger prestigeträchtig. Folglich sind die Anwärterinnen auf den WIBA-Titel verhältnismässig etwas schwächer. Doch auch die Verteidigung des WBO-Titels dürfte danach nicht lange auf sich warten lassen. Denn wenn Timar ihren bereits gewonnenen WM-Titel nicht innerhalb eines Jahres verteidigt, wird der Titel vakant.
Und eigentlich mag man einen Gürtel nicht kampflos hergeben. Die Frage, ob ein solcher Titelkampf stattfinden wird, ist allerdings auch eine finanzielle. Die Austragung eines solchen Kampfs sei mit hohen Kosten verbunden, erklärt Angelo Gallina, der nicht nur Präsident des Boxclubs Basel, sondern auch Timars Trainer und Manager ist. Klar ist: Herausforderinnen für den WBO-Titel gibt es viele.
Timar sagt: «Alle wollen den Titel haben. »Vorerst liegt der Fokus der gebürtigen Rumänin aber voll und ganz auf dem Kampf am Samstag. Im Schauspielhaus des Theaters Basel wird sie sich am Samstagabend mit der Thailänderin Sothita Sitthichai messen. Dass der Kampf nun in ihrer Heimatstadt über die Bühne geht, erfüllt Timar mit Vorfreude, sollte aber sportlich keine Rolle spielen: «Es ist ein spezielles Gefühl, nun vor Freunden und Familie zu boxen.
Aber wenn ich in den Ring steige, bin ich voll fokussiert, ganz egal, wo ich bin. » In den Tagen vor dem Kampf geht es für Timar nun darum, das letzte Kilo Gewicht zu verlieren. Auch ihrer Arbeit als Trainerin im Boxclub Basel wird sie bis zum Kampf ganz normal nachgehen. Dabei wird sie wohl immer wieder auf ihren ersten WM-Gürtel blicken.
Im Wissen, dass sie ihre Sammlung an Trophäen bald um einen zweiten WM-Gürtel erweitern kann.fand 2025 durch ein Praktikum bei der Basler Zeitung den Weg in den Journalismus. Neben seinem Studium der Rechtswissenschaften schreibt er als freier Mitarbeiter mit Begeisterung über lokale Sportereignisse.
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