Der klare Sieg gibt Petr Hrachovec Raum für Experimente im linken Rückraum. So gewinnt der HSC wertvolle Erkenntnisse für die nächsten Spiele.
Marijan Maric bleibt gegen Stäfa angeschlagen auf der Bank. Beim ungefährdeten 31:21-Sieg testet Petr Hrachovec verschiedene Lösungen für den linken Rückraum und gewinnt dabei wichtige Erkenntnisse.
Petr Hrachovec war an diesem Mittwochabend in Stäfa nicht nur Trainer. Er war auch Bauleiter. Denn eine Baustelle hat sich im Team des HSC Suhr Aarau in dieser Saison besonders aufgetan: diejenige im linken Rückraum. Dort verfügt Trainer Hrachovec mit Marijan Maric zwar über einen Spieler erster Güteklasse.
Aber dahinter klafft eine Lücke. David Knezevic, der eigentlich als Marics Backup vorgesehen wäre, kam in dieser Saison bisher nicht auf Touren. Und Manoy Ugiagbe fehlt defensiv noch die Erfahrung. Das Problem: Maric ist derzeit angeschlagen.
Er sagt: «Wenn ich spielen muss, dann geht es irgendwie. Aber wenn es nicht sein muss, schaue ich lieber zu. » Dem 30-Jährigen machen Schmerzen im Fuss zu schaffen. Das Duell gegen Stäfa kam da gerade recht.
Die Zürcher konnten in dieser Saison noch keines ihrer fünf Spiele gewinnen. Das gab Hrachovec die Möglichkeit, seinem Dauerläufer Maric eine verdiente Pause zu verordnen, während Knezevic mit einem Einsatz von Beginn an das Vertrauen erhielt. Der Plan ging auf. Zwei der ersten drei Treffer des HSC erzielte das HSC-Sorgenkind.
Und als Knezevic nach gut 13 Minuten erstmals für Ugiagbe Platz machte, stellte Hrachovec die Abwehr um. Flügel Julius Voelkin tauschte in dieser Formation in der Defensive die Position mit Ugiagbe. Auch das funktionierte. Fast noch besser: Vier Tore gelangen Ugiagbe bis zur Pause.
Knezevic konnte seine Verunsicherung derweil nicht ganz ablegen. Doch bestraft wurden seine einfachen Fehler selten. Zu schwach agierte der Gegner aus Stäfa und zu gut präsentierte sich Goalie Jannis Scheidiger. Ein Müsterchen?
Vier der ersten fünf Würfe Stäfas parierte er. Der Härtetest für Knezevic und Co. folgt Weil die Reparaturarbeiten am HSC-Kader so gut funktionierten, griff Hrachovec nach dem Seitenwechsel noch etwas tiefer in die Kiste seiner Bau- bzw. Spielpläne. Neu kam Philippe Wolfgang im Angriff im linken Rückraum zum Einsatz. Und in Ansätzen funktionierte auch diese Lösung.
Der schwache Auftritt Stäfas kaschierte derweil einige Stabilitätsprobleme im von Hrachovec errichteten Ersatzgerüst für Maric. Dass nicht alles glänzte, erkannte, wer Maric während des Spiels beobachtete. Immer wieder sprang der Co-Captain von seinem Platz auf der Bank auf und hätte wohl am liebsten selbst eingegriffen. Doch er blieb bis zum Ende in der Rolle des Dirigenten und koordinierte die HSC-Abwehr mit Anweisungen.
So kam der HSC am Ende zu einem deutlichen 31:21-Sieg. Und Hrachovec erhielt die Bestätigung, dass sein Spielsystem mit fortdauernder Arbeit an Flexibilität gewinnt. Wie stabil die Alternativen wirklich funktionieren, wird sich bereits am Sonntag zeigen, wenn GC Amicitia zu Gast in der Schachenhalle ist. Und notfalls kann Hrachovec ja auch Maric bringen.
Nach einem harten Kampf gewinnt der HSC Suhr Aarau gegen Wacker Thun mit 28:27. Mehrere Akteure holen sich ein gutes Zeugnis ab – allen voran Torhüter Jannis Scheidiger.
«Die letzte Saison war eine Warnung»: So will Petr Hrachovec den HSC Suhr Aarau stabilisieren Nach dem Beinahe-Abstieg startet der HSC Suhr Aarau mit neuem Trainer, jüngerem Team und angepassten Strukturen in die Saison. Petr Hrachovec erklärt, warum es Geduld braucht – und was er trotzdem erwartet. Copyright © Aargauer Zeitung. Alle Rechte vorbehalten.
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