Habt Ihr eine Übersaat gemacht?

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Habt Ihr eine Übersaat gemacht?
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Nach den langanhaltenden Trockenperioden stellt sich auf vielen Betrieben die Frage, ob geschädigte Wiesen und Weiden sofort übersät werden müssen. Fachleute raten jedoch zur Zurückhaltung. Eine Übersaat ist erst dann sinnvoll, wenn dauerhaft grössere Lücken im Bestand bleiben.

Übersaat mit John Deere 6420S. Pascal Bapst Die Trockenheit hat vielerorts deutliche Spuren im Futterbau hinterlassen. Braune Wiesen und lückige Weiden prägen das Bild. Dennoch bedeutet dies nicht zwangsläufig, dass die Pflanzen abgestorben sind.

Untersuchungen zeigen, dass sich viele Grasbestände nach einer Trockenphase rasch regenerieren können. Versuche der Hochschule für Agrar-, Forst- und Lebensmittelwissenschaften belegen, dass insbesondere Englisches Raigras nach der Wiederbefeuchtung einen ausgeprägten Aufholeffekt zeigt. Während einer sechswöchigen Erholungsphase lagen die Erträge zeitweise rund 70 Prozent über jenen von Beständen, die keinen Trockenstress erlebt hatten. Vor einer Übersaat den Bestand kontrollieren Ob eine Übersaat notwendig ist, hängt vom Zustand der Pflanzen ab.

Dazu sollten einzelne Grasstöcke ausgegraben werden. Sind im Inneren noch grüne Triebe vorhanden, treiben die Pflanzen in der Regel wieder aus. Sind sämtliche Triebe braun und vertrocknet, gelten sie als abgestorben. Erst wenn sich solche Schäden grossflächig zeigen und dauerhaft Lücken entstehen, sollte eine Übersaat oder sogar eine Neuansaat in Betracht gezogen werden.

Bleiben offene Stellen bestehen, können sich unerwünschte Arten wie Blacken, Disteln, Löwenzahn oder Gemeines Rispengras rasch ausbreiten. Auf extensiv genutzten Wiesen ist die Situation oft anders. Dort können viele Pflanzen durch die spätere Nutzung absamen, wodurch genügend Samen für eine natürliche Regeneration vorhanden sind. Eine Übersaat ist deshalb häufig nicht erforderlich.

Geduld zahlt sich aus Die Arbeitsgemeinschaft zur Förderung des Futterbaus empfiehlt, nach den ersten Niederschlägen zunächst abzuwarten. Eine sofortige Übersaat sei meist nicht nötig. Erst wenn mehr als 15 Prozent der Bodenfläche dauerhaft offen bleiben, sollte gehandelt werden. Vor einer Übersaat empfiehlt sich ein intensives Striegeln der Grasnarbe.

Dadurch erhalten die ausgesäten Futterpflanzen bessere Entwicklungsmöglichkeiten und können sich gegenüber Unkräutern behaupten. Ebenso wichtig ist der richtige Zeitpunkt. Gesät werden sollte erst, wenn der Boden ausreichend feucht ist oder ein nachhaltiger Wetterumschwung bevorsteht. Erfolgt die Saat zu früh, können die Samen zwar keimen, die jungen Pflanzen aufgrund erneuter Trockenheit jedoch wieder absterben.

Mit angepasster Bewirtschaftung vorbeugen Neben der Übersaat spielt auch die Bewirtschaftung eine entscheidende Rolle. Häufige und tiefe Nutzung schwächt die Wurzeln der Futtergräser und macht sie anfälliger gegenüber Trockenheit. Fachleute empfehlen deshalb, die Bestände während Trockenperioden zurückhaltend zu nutzen. Für Neuansaaten lohnt sich zudem der Einsatz trockenheitstoleranter Arten.

Besonders widerstandsfähig gelten bei den Gräsern Rohrschwingel sowie Knaulgras. Bei den Leguminosen zeigen Luzerne, Esparsette und Rotklee dank ihrer tiefen Wurzeln eine hohe Trockenheitsresistenz. Langfristig empfiehlt die AGFF zudem, das Weidesystem anzupassen, auf einem Teil der Flächen trockenheitstolerante Mischungen einzusetzen, Zwischenfutterkulturen zu nutzen und genügend Futterreserven anzulegen. Als Richtwert gelten mindestens zwei Tonnen Trockenmasse pro Hektare beziehungsweise eine Tonne Trockenmasse pro Grossvieheinheit.

Dadurch lassen sich zukünftige Trockenperioden besser überbrücken. Umfrage wird verarbeitet. Aktuelle Umfrage

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