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Grüne Gesinnungsbank kündigt linken Organisationen die Konten – weil Trump die Antifa auf Terrorlisten gesetzt hat

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Grüne Gesinnungsbank kündigt linken Organisationen die Konten – weil Trump die Antifa auf Terrorlisten gesetzt hat
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Die GLS Bank kündigt Konten linker Organisationen aus regulatorischen Gründen - ein Spannungsfeld zwischen Moral und Risiko im Finanzwesen, beeinflusst von globaler Politik.

Es ist ein Lehrstück moderner Moralökonomie: Die GLS Bank aus dem deutschen Bochum, rund 400 000 Kunden groß und Ikone des sozial-ökologischen Finanzwesens, kündigt linken Organisationen die Konten. Ausgerechnet dort, wo Haltung zum Markenkern gehört, wird der Geldhahn zugedreht.

Die Betroffenen sprechen von «Debanking», von sozialer Ächtung per Überweisungsträger. Die Bank spricht von regulatorischer Notwehr. Und irgendwo dazwischen steht die Frage, wie viel Gesinnung eine Bank sich leisten darf, wenn die Herren des Dollar mit der Faust auf den Tisch schlagen. Rote Hilfe, DKP, Anarchist Black Cross: So heißen die Organisationen, deren Konten jetzt weg sind Die Begründungen ist dünn, meist ist es nur ein Verweis auf allgemeine Geschäftsbedingungen. Allerdings gab es vorher Fragen - etwa zu Spenden für Kuba. Es klingt nach Bürokratie, riecht aber nach politischem Minenfeld. Die Betroffenen verorten die Ursache nicht in Bochum, sondern in Washington. Dort, unter Donald Trump, wurden Teile des sogenannten antifaschistischen Milieus auf Terrorlisten gesetzt. Juristisch irrelevant für Deutschland, praktisch hochwirksam. Denn wer im globalen Finanzsystem auch nur streift, was Amerikaner markieren, wird toxisch: Sanktionen, Zahlungsstopp, Ausschluss aus internationalen Netzen sind die Konsequenzen. Die GLS weist jede politische Motivation zurück. Man sei gegen «Debanking», versichert sie, und betreue tausende zivilgesellschaftliche Konten. Doch einzelne Fälle seien riskant: Aufsicht, Haftung, Compliance. Es ist das Vokabular der Unausweichlichkeit. Man habe nur «einige wenige» Konten gekündigt, zum Schutz des Ganzen. Die Finanzaufsicht schweigt, was in solchen Fällen meist Zustimmung durch Unterlassung bedeutet. Auch das ist Teil des Problems: Wenn niemand widerspricht, wird Vorsicht zur Norm und Gesinnung zur Gefahrenquelle. Ironisch ist das alles trotzdem: Eine Bank, die Atomkraft, Kohle und Waffen aus moralischen Gründen ausschließt, kappt Konten von Linken aus Angst vor politischer Kontamination. Nachhaltigkeit endet offenbar dort, wo das Risiko beginnt. Haltung stößt auf Haftungsrecht. Dabei ist der Vorgang nicht neu. Auch rechte Organisationen, etwa die AfD, kennen das Spiel. Ihren Funktionären haben einige Volksbanken die Konten gekündigt. Ob rechts oder links - das Prinzip bleibt gleich: In der Welt der Banken ist Haltung nur so lange erlaubt, wie sie kein Risiko darstellt. Wird sie unbequem, wird sie ausgebucht.Die Kommentare auf weltwoche.ch/weltwoche.de sollen den offenen Meinungsaustausch unter den Lesern ermöglichen. Es ist uns ein wichtiges Anliegen, dass in allen Kommentarspalten fair und sachlich debattiert wird.Scharfe, sachbezogene Kritik am Inhalt des Artikels, an Protagonisten des Zeitgeschehens oder an Beiträgen anderer Forumsteilnehmer ist erwünscht, solange sie höflich vorgetragen wird. Wählen Sie im Zweifelsfall den subtileren Ausdruck.Kommentare, die nichts mit dem Thema des Artikels zu tun habenKommentare mit vielen Sonderzeichen oder solche, die in Rechtschreibung und Interpunktion mangelhaft sindKommentare, die einen Link zu dubiosen Seiten enthaltenKommentare, die nicht auf Deutsch sind. Die Forumssprache ist Deutsch. Als Medium, das der freien Meinungsäusserung verpflichtet ist, handhabt die Weltwoche Verlags AG die Veröffentlichung von Kommentaren liberal. Die Prüfer sind bemüht, die Beurteilung mit Augenmass und gesundem Menschenverstand vorzunehmen. Die Online-Redaktion behält sich vor, Kommentare nach eigenem Gutdünken und ohne Angabe von Gründen nicht freizugeben. Wir bitten Sie zu beachten, dass Kommentarprüfung keine exakte Wissenschaft ist und es auch zu Fehlentscheidungen kommen kann. Es besteht jedoch grundsätzlich kein Recht darauf, dass ein Kommentar veröffentlich wird. Über einzelne nicht-veröffentlichte Kommentare kann keine Korrespondenz geführt werden. Weiter behält sich die Redaktion das Recht vor, Kürzungen vorzunehmen.

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