Junge Menschen seien politisch mangelhaft gebildet, heisst es immer wieder. Parlamentarierin Rebecca Meier erkundigt sich in einer Interpellation nach dem Stand in Gossau.
Junge Menschen seien politisch mangelhaft gebildet, heisst es immer wieder. Parlamentarierin Rebecca Meier erkundigt sich in einer Interpellation nach dem Stand in Gossau . Stadtparlamentarierin Rebecca Meier will in ihrem Vorstoss auch wissen, ob Gossau er Schülerinnen und Schüler über Partizipationsrmöglichkeiten wie Unterschriftensammeln informiert werden.
«Politische Bildung bildet das Fundament für eine Demokratie», ist Rebecca Meier überzeugt. Es geht ihr dabei nicht nur um das Wissen, sondern auch um Diskussionskultur und Medienkompetenz und um das Vertrauen in die Politik. Politische Bildung bereite Jugendliche auf Abstimmungen und Wahlen und Milizparlamente vor, schreibt die Stadtparlamentarierin in ihrem Vorstoss. Sowohl aus der Bundesverfassung als auch aus der UN-Kinderrechtskonvention lasse sich ein entsprechender Bildungsauftrag für die öffentliche Hand ableiten, fährt sie fort.
Der Lehrplan 21 fördere verschiedene Kompetenzen, die Grundlage für politische Bildung sind. Trotzdem sorgt sich Rebecca Meier um das politische Wissen junger Menschen. Verschiedene Quellen würden es als mangelhaft oder unzureichend einstufen, schreibt sie. Der Schweizer Jugend- und Demokratiemonitor 2025 etwa.
Demnach fühlen sich 54 Prozent der befragten Jugendlichen und jungen Erwachsenen nicht gut auf Abstimmungen vorbereitet. Auch die Eidgenössische Kommission für Kinder- und Jugendfragen kritisiere, dass die politische Bildung an Schweizer Schulen nicht auf allen Stufen ausreiche oder zielgruppengerecht sei, so Meier weiter. Und eine Studie des Campus für Demokratie und Etharion komme zum Schluss, dass jede vierte Schülerin und jeder vierte Schüler in der Schweiz Politik ungenügend verstehe. Meier erwähnt ebenfalls den Dachverband Lehrerinnen und Lehrer Schweiz.
Er fordere verschiedene Massnahmen zur Förderung von politischer Bildung an Schweizer Schulen. Mit ihrem Vorstoss will das Mitglied des Stadtparlaments erfahren, wie es in Gossau um die politische Bildung der Jugendlichen steht.
«In welcher Form wird in Gossau Staatskunde unterrichtet? Wie stellt Gossau sicher, dass die Einwohnenden entgegen den Studienresultaten über ein ausreichendes politisches Verständnis verfügen? », will sie vom Stadtrat wissen. Auch hakt sie nach, wie aktuelle politische Themen in den Unterricht einfliessen und wie Medienkompetenz, Diskussionskultur, Argumentationsfähigkeit und kritisches Denken systematisch gefördert würden.
«Wie wird Fortschritt dokumentiert? »Weiter will sie erfahren, ob Schülerinnen und Schüler darüber informiert werden, dass sie Unterschriften sammeln, eine Petition einreichen und im Jugendparlament politisieren können. Meier fragt, ob andere Gefässe geplant seien, um künftig politische Bildung an Schulen zu unterrichten. Auch ausserschulische Angebote thematisiert sie in der Interpellation.
Die Stadtparlamentarierin fragt nach, wie die Stadt Gossau plane, ihre jungen Einwohnenden über kommunale Geschehnisse zu informieren und ob Social Media oder Ähnliches dabei eingesetzt werde.
«Politische Bildung stärkt schliesslich auch die Partizipation», schreibt Meier. Das Gossauer Stadtparlament hat am Dienstag die Jahresrechnung der Stadt und der Stadtwerke beraten. Dabei zeigte sich erneut: Während manche Fraktionen vor allem die Ausgaben senken wollen, sehen andere auch Potenzial auf der Einnahmenseite. Copyright © St. Galler Tagblatt.
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