Google schickt Chips ins Weltall. Damit will der Konzern herausfinden, ob die Prozessoren den Herausforderungen eines Raketenstarts und den Bedingungen im Orbit gewachsen sind – eine Voraussetzung für Rechenzentren im All.
Christian Charisius/dpa Google schickt Chips ins Weltall. Damit will der Konzern herausfinden, ob die Prozessoren den Herausforderungen eines Raketenstarts und den Bedingungen im Orbit gewachsen sind – eine Voraussetzung für Rechenzentren im All.
Google schickt vier KI-Chips ins All, um zu testen, ob sie Startbelastungen, Strahlung und einen langfristigen Einsatz in Weltraum-Rechenzentren überstehen können. Der Satellit soll kommende Woche mit einer SpaceX-Rakete starten. Im Fokus steht auch ein neu entwickeltes Kühlsystem, da Wärme im Vakuum anders abgeführt werden muss als auf der Erde. Rechenzentren im All könnten grosse Mengen Solarenergie nutzen und Anlagen auf der Erde entlasten.
Offen sind jedoch technische Fragen wie Kühlung und die schnelle Übertragung grosser Datenmengen zwischen Satelliten. Google macht einen ersten Schritt, um herauszufinden, ob Rechenzentren im All machbar sind. Der Internet-Konzern schickt vier seiner KI-Chips in die Umlaufbahn, um zu testen, wie gut sie das vertragen können. Probleme könnten dabei schon in der Startphase drohen, weil die Prozessoren Erschütterungen und einem vielfachen der Erdanziehungskraft ausgesetzt sein werden, wie Google in einem Blogeintrag erläuterte.
In Vibrationstests auf der Erde hätten die Chips den Belastungen standgehalten, hiess es. Eine weitere Herausforderung sei die starke Strahlung ausserhalb der Erdatmosphäre, die Elektronik beschädigen könne. Um ihre Effekte zu simulieren, seien die TPU-Chips im Labor mit einem Protonen-Strahl beschossen worden. Nach diesen Versuchen sei man zwar überzeugt, dass die Technik den geplanten fünfjährigen Einsatz in Weltraum-Rechenzentren überstehen könne: «Aber einige Dinge können nur im All getestet werden.
»Der Satellit mit den Google-Chips soll kommende Woche starten – als einer von vielen auf einer Rakete der Weltraumfirma SpaceX von Tech-Milliardär Elon Musk. Musk kündigt oft an, mit SpaceX eigene Rechenzentren in der Umlaufbahn aufbauen zu wollen. Er verweist vor allem auf die Möglichkeit, dass dort grosse Mengen Solarstrom für den Betrieb der Anlagen erzeugt werden könnten. Zugleich stösst der laufende Ausbau immer grösserer Rechenzentren für den Betrieb Künstlicher Intelligenz vor allem in den USA auf zunehmenden Widerstand.
Sie einfach ins All auszulagern, wäre Musks Logik folgende eine mögliche Lösung dafür. Zugleich gibt es bei den Plänen noch sehr viele offene Fragen. Das betonte auch Google. So sei die Kühlung ein Problem, hiess es.
Rechenzentren erzeugen beim Betrieb viel Hitze. Und im All ist es zwar eiskalt – aber ohne einen Luftzug im Vakuum kann die Hitze nur über Kühlelemente abgeführt werden, was einen anderen Ansatz als auf der Erde erfordert. Bei dem Test wolle man unter anderem erkunden, wie das neu entworfene Kühlsystem unter realen Bedingungen im Weltall funktioniere, erklärte Google. Eine weitere Herausforderung sei die Übertragung grosser Datenmengen zwischen einzelnen Rechenzentren-Satelliten, die sich mit hoher Geschwindigkeit bewegten.
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