Trotz Warnschildern waren Personen auf dem zugefrorenen Klöntalersee unterwegs. Ein Einheimischer warnt vor den Gefahren des dünnen Eises und der Brennbarkeit des austretenden Methangas.
Trotz Warntafeln mit der Aufschrift « Eis fläche gesperrt» waren Personen auf dem Eis des Bergsees. «Eine Familie mit Kindern spazierte auf dem See. Eine Frau war sogar mit ihren Schlittschuhen darauf», erzählte Rudy Hermann. Der Glarner, der sich im Gebiet bestens auskennt, will die Menschen vor der Gefahr warnen. «Der Klöntalersee war zwar vollständig zugefroren, doch die Eis dicke variiert stark», sagte Rudy, ein Gletscher-Vermessungstechniker.
«Dort, wo der See eine starke Strömung hat, ist das Eis dünn. In tieferen, strömungsarmen Bereichen ist es dicker», erklärt er. Rudy misst nämlich das Eis des Sees hobbymässig, um das Strömungsverhalten für seine Schwimmwettkämpfe im Sommer besser zu verstehen. Chemie im See «Ich wusste nicht genau, warum die Familie auf der Eisfläche war. Kurz hatte ich aber den Eindruck, die Kinder wollten das austretende Methangas entzünden, was eine Stichflamme erzeugt », erzählt der Glarner. «Das mag zwar eine lustige Idee sein, ist aber brandgefährlich! Durch die plötzliche Erwärmung kann nämlich das Eis brechen», warnt Rudy. Liegt Schnee auf der Eisfläche, stellt das eine zusätzliche Gefahr dar, da der Schnee das Eis schädigt. Warnschilder, die auf diese Risiken hinweisen, seien ausreichend vorhanden. «Die Leute denken ‹judihui!› und vergessen dabei, wie gefährlich das ist», meint der Einheimische. Das Schlittschuhlaufen ist Geschichte Bis in die 90er-Jahre war es möglich, auf dem Klöntalersee Schlittschuh zu laufen. «Auch heute friert der See immer wieder vollständig zu, doch das Eis konnte seit langem nicht mehr freigegeben werden», so Rudy. Zwölf Zentimeter wären nötig Auch die Axpo, welche für die Sicherheit und Messung des Eises zuständig ist, schreibt auf Anfrage: «Der Klöntalersee ist erst seit kurzer Zeit zugefroren und das Eis ist noch zu dünn für eine Freigabe. Dazu würde es mindestens zwölf Zentimeter dickes und durchgehendes Schwarzeis brauchen. Aufgrund der jüngsten Schneefälle ist nicht davon auszugehen, dass der Klöntalersee in diesem Winter freigegeben werden kann. Unsere Mitarbeitenden messen regelmässig die Eisdecke und würden den See freigeben, wenn die genannten Bedingungen erfüllt sind und dies mit einer Tafel vor Ort signalisieren.
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