Eine Umfrage zeigt erstmals, was Schweizerinnen und Schweizer über ihren Geburtstag denken, vom Lieblingskuchen bis zum Geschenk, das jeder will, aber fast keiner bekommt.
Eine Umfrage zeigt erstmals, was Schweizerinnen und Schweizer über ihren Geburtstag denken, vom Lieblingskuchen bis zum Geschenk, das jeder will, aber fast keiner bekommt. Ist der Kuchen halb aufgegessen, oder noch halb da?
Vieles ist eine Frage der Perspektive, so auch die Zufriedenheit der Schweizerinnen und Schweizer mit ihrem Geburtstag. Eine neue Umfrage der Kochmarke Betty Bossi zeigt: 70 Prozent sind mit ihrem letzten Geburtstag zufrieden. Das heisst im Umkehrschluss aber auch: Fast jeder Dritte ist es nicht. Vor allem die Jungen tun sich schwer damit: Bei den 16‑ bis 25-Jährigen fanden nur 30 Prozent ihren Geburtstag «sehr gut».
Bei den Rentnerinnen und Rentnern sind es über 50 Prozent. Das Resultat spiegelt die Ergebnisse der Glücksforschung: Anders als frühere Generationen tun sich die Jungen heute mit dem Glücklichsein schwer. Ohnehin ist der Geburtstag der Tag der unerfüllten Wünsche. Das ist manchmal auch selbstverschuldet.
So gibt es bekanntlich Menschen, die sagen, ich will nichts, und dann doch enttäuscht sind, wenn sie leer ausgehen. Ganze 17 Prozent geben an, sie hätten schon einmal diese Erfahrung gemacht. Es ist ein Resultat mit Gendergap: Bei den Frauen waren es 21 Prozent, die dann doch lieber ein Geschenk gehabt hätten, bei den Männern 14 Prozent. Geschenke sind ein Minenfeld.
Jeder fünfte Geburtstagsmensch nimmt es persönlich, wenn das Geschenk nicht zu ihm passt. Andere sind pragmatischer: 41 Prozent sagen, sie lächeln ein unpassendes Geschenk tapfer weg und verbannen es in die Schublade. Jeder Vierte tauscht es um. Dabei wäre das Erfüllen echter Wünsche gar nicht so schwer: Denn wie die Umfrage zeigt, wünscht sich jeder und jede zweite einfach, am Geburtstag auswärts zu essen.
Im Schnitt jeder und jede Vierte würde gerne verreisen, vor allem die Frauen. Doch nur 8 Prozent setzen dies tatsächlich um. Für intakte Bindungskräfte spricht: 82 Prozent würden den Geburtstag am liebsten zu zweit mit ihrem Partner oder ihrer Partnerin verbringen. Verrührt man all dies zu einer Konklusion, könnte man sagen: Ein Doppelzimmer in einem netten Hotel mit guter Küche zu buchen, ist ein vielversprechendes Geburtstagsrezept.
Natürlich muss man sich das auch leisten können oder wollen. Nach dem Budget von Partnergeschenken hat die Umfrage nicht gefragt. Allzu knausrig dürften die Schweizerinnen und Schweizer aber nicht sein. Denn jeder Zweite gibt schon für Geschenke an Freunde 30 bis 80 Franken aus, jeder Fünfte 80 bis 150 Franken.
Vieles, was Betty Bossi über Geburtstage herausgefunden hat, ist leichte Kost, etwa die regionalen Unterschiede. So gönnen sich Tessiner am Geburtstag selber einen Wellnesstrip, mehr als jeder Dritte von ihnen besucht einen Spa – gegenüber 16 Prozent der Deutschschweizer. Die Romands lassen die Feier bevorzugt von jemand anderem organisieren und sich bekochen. Deutschschweizer gehen ins Restaurant.
Sie sind ausserdem am schwierigsten zu beschenken. Nur 16 Prozent geben an, sie seien vom Geschenk «positiv überrascht». In der Romandie sind es immerhin 28 Prozent. Grösstmöglicher Fauxpas auf der Geburtstagsparty ist übermässiger Alkoholkonsum.
Der Gastgeber blamiert sich am zuverlässigsten mit schlechtem Essen – oder wenn er die Gäste selber zahlen lässt. Im Vergessen der Geburtstage einer nahen Person gibt es dann wieder einen Gender-Gap: 37 Prozent der Frauen ist das noch gar nie passiert, gegenüber 30 Prozent der Männer – so lauten in beiden Fällen die Selbstaussagen. Was in der Betty-Bossi-Umfrage nicht fehlen darf, ist die Frage nach dem Lieblingskuchen.
Es ist, Trommelwirbel, die Schwarzwälder Torte, und damit ausgerechnet ein Kuchen, den kaum einer selber macht. 30 Prozent verzichten zudem ganz auf Kuchen. Ein Fall für die Gleichstellungsdebatte ist der Kuchen-Gender-Gap. Jeder vierte Mann bekommt von seiner Partnerin einen selbstgebackenen Kuchen. Bei den Frauen ist es nur jede Zwanzigste.
Schlechte Nachrichten gibt es auch für Eltern: Nur 8 Prozent geben an, dass sie sich durch einen Kindergeburtstag nicht unter Druck gesetzt fühlen. Grösster Stressfaktor ist das Programm, zweitgrösster die Erwartungshaltung des Kindes. Schaut man aufs Budget, scheinen sich viele aus dem Dilemma herauszukaufen. Rund die Hälfte der Befragten gaben an, 100 bis 300 Franken in einen Kindergeburtstag zu investieren.
Bei einem Fünftel sind es 300 bis 600 Franken. Das Bemühen ist erkennbar: Zumindest die Geburtstagswünsche der Kinder wollen die Schweizerinnen und Schweizer nicht enttäuschen. Wie viel Betreuung braucht das Alter? – Eine Umfrage bei der älteren Bevölkerung soll Klarheit bringen Zwischen der eigenen Wohnung und dem Pflegeheim klafft eine Lücke.
Genau dort soll künftig mehr Angebot entstehen. Die Replas Mutschellen-Reusstal-Kelleramt und Unteres Bünztal wollen deshalb wissen, wie ältere Menschen wohnen und welche Unterstützung sie im Alltag benötigen. Eine repräsentative Umfrage von Watson und dem Forschungsinstitut Demoscope zeigt: Eine deutliche Mehrheit der Bevölkerung befürwortet ein Social-Media-Verbot für Jugendliche. Vor allem eine Plattform ist den Menschen in der Schweiz ein Dorn im Auge.
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