Verluste wirken psychologisch doppelt so stark wie gleich hohe Gewinne. Die Verhaltensökonomie erklärt, wie das den Anlageentscheid beeinflusst.
So gerne wir es in Bezug auf unsere Anlageentscheide auch wären: Wir sind keine Homines oeconomici. Die Verhaltensökonomie deckt auf, wie psychologische Faktoren unsere vermeintlich rationalen Überlegungen beeinflussen.
Diese Serie im Rahmen des1000 Fr. sind 1000 Fr. – eigentlich. In der eigenen Wahrnehmung stimmt das aber nicht immer. Ein Verlust von 1000 Fr. schmerzt psychologisch stärker, als ein Gewinn von 1000 Fr. erfreut.
Den Grundstein für dieses Konzept legten für die Kahneman 2002 den Wirtschaftsnobelpreis erhielt. Verschiedene Experimente haben seither ähnliche Muster der Verlustaversion bestätigt: Verluste werden im Schnitt etwa doppelt so stark gewichtet wie gleich hohe Gewinne, eine Faustregel, die sich als 2:1-Verhältnis eingebürgert hat.das Phänomen. Während Testpersonen eine Serie von Wetten mit 50:50-Gewinn-Verlust-Chancen abschlossen, wurde ihr Gehirn gescannt.
Gewinne und Verluste werden im selben Belohnungssystem des Gehirns verarbeitet, ein Verlust löst dort jedoch eine deutlich stärkere neuronale Reaktion aus als ein gleich hoher Gewinn. Shlomo Benartzi und Richard Thaler 1995 untersucht haben. Historisch betrachtet erzielen Aktien eine höhere Rendite als Anleihen. Deshalb müssten risikoscheue, aber rational handelnde Investoren stärker in Aktien investieren, als sie es tatsächlich tun.
Doch wer das Portfolio täglich oder wöchentlich prüft, nimmt kurzfristige Kursschwankungen eher als schmerzhaften Verlust wahr. Deshalb meiden Anleger Aktien stärker, als es für ihre oft langfristigen Anlageziele sinnvoll wäre. Die Autoren nennen dieses Muster Myopic Loss Aversion, kurzsichtige Verlustaversion. Bewerten Sie Anlageentscheide nicht anhand einzelner Kursbewegungen, sondern anhand der langfristigen Gesamtstrategie.
Ein fixer Anlageplan mit definierten Regeln nimmt der Verlustaversion die Entscheidungsmacht im Moment der Panik. Konkret hilft es auch, die Häufigkeit zu reduzieren, mit der Sie Ihr Portfolio überprüfen.
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