Frankreich will Ölhafen Yanbu in Saudi-Arabien schützen

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Frankreich will Ölhafen Yanbu in Saudi-Arabien schützen
Saudi-Arabien, Yanbu, Emmanuel Macron

Frankreich will nach Angaben Emmanuel Macrons ein wichtiges saudisches Ölterminal am Roten Meer absichern. Der Schritt soll die globale Öllieferung stabilisieren, ohne dass Frankreich unmittelbar in den Iran-Krieg eingreift.

Frankreich will im Rahmen einer engen Zusammenarbeit mit Saudi-Arabien ein bedeutendes Ölexportterminal am Roten Meer schützen. Präsident Emmanuel Macron kündigte an, französische Soldaten in der Nähe des Hafens Yanbu einzusetzen, damit dort weiter große Mengen saudischer Rohöle in den Weltmarkt gelangen können.

Wichtige Alternative zu den Transportwegen über den Persischen Golf

Die Gespräche mit der saudischen Führung seien am Donnerstagabend abgeschlossen worden. Yanbu liegt an der Westküste des Königreichs und stellt eine wichtige Alternative zu den Transportwegen über den Persischen Golf dar. Der französische Präsident stellte den Schritt nicht als Beteiligung Frankreichs an einem Krieg dar, sondern als Schutz einer zentralen Energieinfrastruktur, deren funktionierender Betrieb für die internationale Ölsupply von erheblicher Bedeutung ist. Macron zufolge können täglich mehr als fünf Millionen Barrel Rohöl über Yanbu verladen werden.

Ein Barrel entspricht 159 Litern. Damit dürfte der Hafen eine Schlüsselrolle bei der Aufrechterhaltung der saudischen Exporte spielen, zumal die Förderung und der Abtransport wegen der Angriffe deutlich eingeschränkt sind. Die technische Gesamtanlage weist eine maximale Kapazität von bis zu sieben Millionen Barrel pro Tag aus. Nach Einschätzung Macrons hätte eine entspannte Lage am Roten Meer unmittelbar Einfluss auf die Kraftstoffpreise.

Wenn die Versorgung dort stabil bleibe, könne sich dies etwa zwei Tage später in niedrigeren Preisen an den Tankstellen bemerkbar machen. Diese Argumentation steht vor dem Hintergrund wachsender Unzufriedenheit in Frankreich wegen der hohen Energie- und Spritkosten. Seit Beginn des Iran-Krieges Ende Februar versucht Saudi-Arabien, einen noch stärkeren Einbruch seiner Ölexporte zu verhindern. Iranische Drohungen und Angriffe auf Schiffe haben den nearly vollständig blockierten Verkehr durch die Straße von Hormus zu einem erheblichen Risiko für den Weltmarkt gemacht.

Um das Exportvolumen zu stabilisieren, wird Öl vom Golf zur Westküste des Landes gebracht und dort über Yanbu verschifft. Allerdings ist auch diese Route nicht mehr sicher. Das Terminal wurde durch Angriffe stark beschädigt, sodass seine operative Bedeutung nun nicht nur von technischen Reparaturen, sondern auch von einem wirksamen Schutz abhängt. Frankreich will daher zur Verteidigung der Anlage beitragen und sie gegen mögliche weitere Bedrohungen absichern.

Keine Angaben über die genaue Anzahl der französischen Soldaten

Macron machte keine Angaben darüber, wie viele französische Soldaten nach Saudi-Arabien verlegt werden oder welche konkreten militärischen Systeme dort aufgestellt werden. Seine Erwähnung von Radaranlagen ließ vermuten, dass vor allem Luftabwehr- und Überwachungsfähigkeiten eine Rolle spielen könnten. Auf die Frage, ob französische Kampfflugzeuge eingesetzt werden, antwortete der Präsident, dies sei derzeit nicht vorgesehen. Frankreich verfüge zwar über Kampfflugzeuge in der Region, wolle die Entwicklung aber zunächst weiter beobachten und nur bei Bedarf reagieren.

Damit grenzte Macron den französischen Auftrag ausdrücklich von einer aktiven Kampfhandlung ab. Die geplanten Maßnahmen sollen nach seiner Darstellung primär der Sicherung des Terminals und nicht der Unterstützung einer militärischen Offensive dienen. Die Lage an den Seewegen bleibt angespannt. Über den Bab al-Mandab südlich des Roten Meeres müssen mehrere saudische Exportrouten nach Asien verlaufen.

Regionales Netzwerk iranisch unterstützter Milizen als Hintergrund

Iranische Bedrohungen und Angriffe können auch diesen Engpass gefährden. Eine bislang ungestörte Alternative bildet dagegen die Route über das nördliche Rote Meer und den Suezkanal Richtung Europa. Dennoch zeigen die Ereignisse, wie stark saudische Öllieferungen von wenigen strategischen Wasserstraßen und Häfen abhängen. Hintergrund ist das regionale Netzwerk iranisch unterstützter Milizen, das unter anderem im Gazastreifen aktiv ist.

Frankreich erwartet, dass sein Einsatz zur Abschreckung beitragen kann. Ob Yanbu künftig wieder seine volle Exportkapazität erreichen wird und wie lange die französische Schutzpräsenz benötigt wird, blieb offen.

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