Forum Schwarzbubenland verliert mit Rodersdorf eine weitere Gemeinde

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Forum Schwarzbubenland verliert mit Rodersdorf eine weitere Gemeinde
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Der Gemeinderat stellt die Kosten und den Nutzen der Mitgliedschaft infrage.

Rodersdorf tritt per Ende Jahr aus dem Forum Schwarzbubenland aus. Angesichts der angespannten Finanzlage stellt der Gemeinderat Kosten und Nutzen der Mitgliedschaft infrage. Forum-Präsident Dieter Künzli verteidigt den Regionalverein – und will den Gemeinden künftig deutlicher aufzeigen, was sie für ihre Beiträge erhalten.

Nach Erschwil kehrt nun auch eine Leimentaler Gemeinde dem Forum Schwarzbubenland den Rücken. Rodersdorf tritt auf Ende Jahr aus dem Regionalverein aus. So lautet der Beschluss des Gemeinderates. Das Forum müsste die Mitgliedschaft für eine Randgemeinde attraktiver gestalten, «sei dies in Bezug auf die erklärten Ziele des Forums oder in Bezug auf die Mitgliedschaftsbeiträge», sagt Gemeindepräsidentin Camelia Chebbi.

Ihr Vorgänger Thomas Bürgi der im März überraschend verstarb, hatte die Bedeutung des Forums immer wieder hervorgehoben und setzte sich als Teil des Vorstandes dafür ein, regionale Veranstaltungen nach Rodersdorf zu holen. Allerdings hatte er im Herbst 2025 Entscheide des Forums kritisiert. Damals wollte die Mehrheit des Gemeinderates von einem Austritt nichts wissen. Inzwischen hat sich die finanzielle Situation von Rodersdorf verschlechtert.

So sehr, dass die Gemeinde um ihre Eigenständigkeit bangt. Die Pro-Kopf-Verschuldung nähert sich einer kritischen Marke. Dasselbe in der Thiersteiner Gemeinde Erschwil: In Zeiten, in denen die Gemeinden jeden Rappen umdrehen müssen, gelte es, Prioritäten zu setzen, gab der Gemeinderat von Erschwil zu bedenken. Der Rat sprach sich im Frühjahr dafür aus, den Betrag in der Höhe von mehreren tausend Franken lieber ins Dorf zu stecken als ins Forum Schwarzbubenland.

Erschwil werde nicht die einzige Gemeinde bleiben, welche die Mitgliedschaft im Forum aufkündige, orakelte damals Gemeindepräsidentin Wally Allemann. Forum-Präsident Dieter Künzli hält auf Nachfrage fest: «Bei jeder Ausgabenposition der öffentlichen Hand gilt es, den entsprechenden Nutzen gegenüberzustellen. » Der Vorstand des Forums habe festgestellt, dass er verstärkt informieren müsse und habe schon erste Massnahmen umgesetzt, so Künzli. Nach jeder Vorstandssitzung geht ein Arbeitsbericht an alle Gemeinderäte, der aufzeigt, welche Projekte das Forum für welche Gemeinde vorangebracht hat.

«Der Ertrag der Forumsarbeit übersteigt den bescheidenen Mitgliederbeitrag um ein Vielfaches», ist Künzli überzeugt. Am 22. Oktober will das Forum zudem allen Gemeinderäten des Schwarzbubenlands ein Benchmarking für die Sozialregionen Dorneck-Thierstein vorlegen, um Einsparpotenziale aufzuzeigen. Künzli betont: Eine Gemeinde verschaffe sich in übergeordneten Aufgaben nur Gehör, wenn sie Interessen bündeln kann.

«Diese Aufgabe übernimmt das Forum Schwarzbubenland. » Die Ergebnisse sprächen für sich: Das Forum verhandle direkt mit dem Bundesrat oder Bundesämtern wie jüngst erfolgreich für die Wiedereinführung von Tempo 80 im Eggfluetunnel, für den Erhalt von Industriearbeitsplätzen in der Region oder das politische Lobbying für die Nationalstrasse A18.

Künzli zeigt sich überzeugt: «Das Forum ist zukunftsfähig, weil es sich konsequent um Aufgaben kümmert, die weder die einzelnen Gemeinden allein stemmen können noch vom Kanton mit der nötigen regionalen Priorität umgesetzt werden. » Bezüglich Standortförderung verweist Künzli auf den regen Austausch mit Unternehmungen, mit der Promotion Laufental, den Gewerbevereinen und der Handelskammer — und er kündigt für den 5. November einen wichtigen Event an «mit namhaften Referenten».

Keine andere Region im Kanton Solothurn habe eine so anspruchsvolle geopolitische Lage wie das Schwarzbubenland.

«Als Randregion und Exklave müssen wir uns im Schnittfeld dreier Kantone behaupten. Das Forum vertritt die Interessen des Schwarzbubenlands im Kanton Solothurn, der Nordwestschweiz und in der gesamten Schweiz», resümiert Künzli. Erschwil tritt aus dem Forum Schwarzbubenland aus. Die Gemeinde wolle keine neuen Unternehmen ansiedeln, sagt die Gemeindepräsidentin.

Dieter Künzli, Präsident des Forums Schwarzbubenland, nimmt Stellung. Der Bund hat vor, den neuen Bahnhof erst nach 2045 zu realisieren. Dornach steht auf die Hinterbeine und erhält Unterstützung der Kantone. Seit heute Montag gilt im Eggfluetunnel Tempo 60.

Eine parastaatliche Organisation stört sich daran. Sie kritisiert den Bund und macht Verbesserungsvorschläge. Copyright © bz Basel. Alle Rechte vorbehalten.

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