Ein Foodkolumnist, der traditionelle Kürbissuppen als fad und fettig empfindet, stellt ein innovatives Rezept aus der New York Times vor. Die Suppe kombiniert Kürbis mit Nudeln, Kokosmilch und Currypaste und verzichtet bewusst auf Rahm, um ein frisches und aromatisches Gericht ohne den typischen Kürbisgeschmack zu schaffen.
Ich halte mir ja zugute, dass ich mehr oder weniger alles esse, was für meinen Beruf als Foodkolumnist auch keine schlechte Voraussetzung ist. Ich habe aber nie dazugesagt, dass ich alles gern esse – und speziell ein Gericht steht auf dieser Liste ganz oben: Kürbissuppe gehört zu den Gerichten, vordenen ich mehr als einmal schreiend davonlaufen wollte.
Zu fad, zu fett, zu monochrom – und meistensauch noch von üppigen Spritzern Kürbiskernöl verunstaltet, das, wie ich meine, ausschliesslich dazugemacht ist, um gemeinsam mit Vanilleeis genossen zu werden. Ich schweife ab. Denn ich habe mich – so wie Menschen mit Flugangst partout in ein Flugzeugsteigen, um ihre panische Angst zu überwinden – mit Kürbissuppenrezepten auseinandergesetzt. Einfach, um herauszufinden, ob es wider Erwarten doch welche gibt, die schmecken.
Und siehe da: Ich wurde fündig. Ich wurde fündig bei einem Rezept von Christian Reynoso in der Cooking-App der «New York Times», wo ich also nach Kürbissuppen suchte, deren Oberfläche nicht so langweilig glatt ist wie der Zürichsee am Morgen eines lauen Sommertags. So stiess ich auf diese interessante Kombination aus Kürbis- und Nudelsuppe. Sie vereint die Sehnsucht nach Süssem und Saurem, indem sie beides enthält, und zwar in anständiger Dosierung.
Das bedeutet, dass der pure Kürbisgeschmack, den ich so unterhaltsam finde wie alte Socken, von kräftigeren, einladenderen Aromen in den Hintergrund gedrängt wird. Ausserdem kommt kein Rahm in die Suppe, wir reden also über keine «Kürbiscremesuppe» .
Ich gebe zu, dass die Kokosmilch in diesem Rezept die Rolle des Rahms ziemlich selbstbewusst übernimmt – aber noch einmal das mir wichtige Versprechen: keine Kürbiscremesuppe!500 g geschälter Butternusskürbis, in etwa 2,5 cm grosse Stücke geschnitten1 EL rote oder gelbe Currypaste 500 ml Gemüse- oder Hühnerbrühe und noch etwas Reserve200 g frische oder getrocknete asiatische Eiernudeln Zubereitung: Einen Topf mit Salzwasser für die Pasta aufstellen. In einem grossen Schmortopf – ich benutze meinen XL-Le-Creuset – das Öl bei mittlerer Hitze erhitzen. Die Kürbisstücke dazugeben und kräftig salzen. 5 bis 7 Minuten anbraten, bis der Kürbis an einigen Stellen goldbraun ist. Jetzt die Currypaste, Ingwer und Kurkuma dazugeben und alles kräftig umrühren.
Sie wollen eh nicht weg vom Herd, weil es gerade hinreissend duftet. Nach etwa ein bis zwei Minuten die Flüssigkeiten eingiessen: zuerst die Brühe, dann die Kokosmilch, schliesslich die Fisch- oder Sojasauce – wenn Sie wollen, geht auch beides, nur nicht zu viel. Den Zucker einrühren. Alles kurz aufkochen lassen, dann 15–20 Minuten auf kleiner Flamme köcheln lassen, bis der Kürbis weich ist.
Jetzt die Gewissensfrage: Wollen Sie Ihre Suppe glatt oder grob? Jetzt ist der Moment, um das zu entscheiden. Entweder Sie zerdrücken den Kürbis mit einem Holzspatel und bekommen eine dünnere, aber stückige Suppe, oder Sie pürieren die Suppe mit Stab- oder Standmixer, bis sie seidig ist. Dafür braucht es wahrscheinlich noch etwas Flüssigkeit, bis die Konsistenz so ist, wie Sie sich das wünschen.
Mit Salz und Pfeffer abschmecken. Während die Suppe noch köchelt, bereiten Sie die Pasta zu. Giessen Sie diese ab und stellen Sie sie zur Seite. Sobald die Suppe fertig ist, verteilen Sie die Pasta auf Schalen, giessen die Suppe darüber und garnieren diese mit Koriander , Limettenspalten und ein paar Chiliflocken.
Der Saft einer ausgepressten Limette ist auch willkommen. Wenn Sie sich jetzt fragen, warum ich Sie dazu verleite, so eine Menge an Kürbissuppe zu kochen – hier die praktische Antwort: Sie schmeckt nach ein, zwei Tagen im Kühlschrank besser als frisch vom Herd. Nur die Pasta würde ich frisch kochen .
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