Florin Parfuss beendet seine zweite Profisaison vorzeitig und baut in St.Gallen den Peax Tri Club auf. Nächste Saison will er in die Top 150 der Welt.
Der St.Galler Triathlet Florin Parfuss hat seine zweite Profisaison früher als geplant beendet, nachdem der Ironman 70,3 in New York am 25. September wegen eines Küstensturms abgesagt wurde. Der 24-Jährige blickt auf ein Jahr mit Krankheitspech, persönlichen Bestleistungen und dem Aufbau eines neuen Triathlon projekts in St.Gallen zurück. In der kommenden Saison will er in die Top 150 der Welt vorstossen.
Absage in New York und Saisonverlauf
Eigentlich hätte Parfuss in New York wichtige Punkte für die Weltrangliste sammeln können, wo er derzeit auf Platz 277 steht. Die Absage bedeutete für ihn das vorzeitige Saisonende. Nach den Rennen in Cervia (Italien) und Samarkand (Usbekistan) wäre es das dritte Wochenende am Stück gewesen, an dem er 1,9 Kilometer geschwommen, 90 Kilometer Velo gefahren und 21,1 Kilometer gerannt wäre. Der Ironman 70,3 steht für die Gesamtdistanz von 70,3 Meilen, rund 113 Kilometer.
Für Parfuss war die Entscheidung nachvollziehbar: Aus Sicherheitsgründen habe es absolut Sinn gemacht, sagte er. Nach dem Briefing habe der Sturm so heftig am Zelt gerissen, dass es diesem kaum mehr standhielt.
Früher hätte ihn eine solche Absage mehr belastet, doch in seiner zweiten Profisaison hat er sich an vieles gewöhnt. Wer als Amateur zu den Profis wechselt, müsse sich erst wieder hocharbeiten, erklärte er. Man komme zuerst einmal unter die Räder. Wenn 20 Leute gleichzeitig auf eine Boje zuschwimmen, man unter Wasser gedrückt wird und Panik bekommt, auch daran müsse man sich gewöhnen. Im Profifeld sei der Konkurrenzkampf deutlich härter, und letztlich gehe es um Geld.
Erfolge und Rückschläge der Saison
Mitte der Saison hatte ihn zunächst eine starke Erkältung ausgebremst, einige Wochen später folgte eine Salmonellenvergiftung. Nach diesen Rückschlägen wollte er die Saison mit einem Hoch abschliessen. In Samarkand und Cervia gelang das, umso ärgerlicher war die Absage in New York.
Trotz allem überwiegen die Erfolgserlebnisse: der Sieg beim Rhyathlon in Balgach und eine persönliche Bestzeit über die Mitteldistanz in 3:55:43 Stunden bei der Challenge Samarkand. Leistungstechnisch bedeutet ihm das Rennen in Samarkand mehr, da sein Ziel internationale Erfolge seien. Als Ostschweizer Athlet liege ihm der Rhyathlon aber am Herzen. Von der sportlichen Bedeutung her lasse sich der Sieg kaum mit dem 11. Platz in Samarkand vergleichen, allein schon wegen der deutlich stärkeren Konkurrenz.
Sein persönlicher Höhepunkt war Geelong in Australien. Er kam als Vierter aus dem Wasser, noch vor einigen der Besten der Welt, darunter Triathlon-Olympiasieger Kristian Blummenfelt. Mit seiner Entwicklung ist er zufrieden: Er sei konstanter geworden und habe an Bereichen wie Ernährung und Belastungstoleranz gearbeitet, die ihm künftig noch viel bringen dürften.
Ziele für die dritte Profisaison
In seiner dritten Saison will Parfuss in die Top 150 der Welt vorstossen. Im Schwimmen peilt er die Top 40 an. Mit einem sauberen Winterblock will er weitere Fortschritte auf dem Velo und beim Laufen machen. Sein grösstes Defizit liege derzeit auf dem Velo, wo er noch nicht auf dem Niveau der Besten sei und weiter arbeiten müsse. Schafft er es künftig in die erste Gruppe, würde auch eine durchschnittliche Laufzeit für ein gutes Resultat reichen. Über die gesamte Saison hinweg will er vor allem konstant gute Resultate abliefern.
Neues Triathlonprojekt in St.Gallen
Parallel zu seiner sportlichen Karriere baut Parfuss in St.Gallen mit dem Peax Tri Club ein neues Triathlonprojekt auf. Hinter Peax steht ein Londoner Bauunternehmen, das Sport und Gemeinschaft fördern will. Die Gründer verbinden das Bauwesen bewusst mit Fitness und Gemeinschaft, um Menschen zusammenzubringen und Veränderungen in der Bauindustrie anzustossen. Parfuss ist für Peax als Botschafter tätig und trägt diese Idee nach St.Gallen. Die Swimclinic soll ein Auffangbecken für ehemalige Leistungsschwimmer sein, da viele von ihnen für den Breitensport zu stark seien, erklärt Parfuss.
Florin Parfuss Triathlon Peax Tri Club St.Gallen Ironman 70 New York Challenge Samarkand
Switzerland Neuesten Nachrichten, Switzerland Schlagzeilen
Similar News: Sie können auch ähnliche Nachrichten wie diese lesen, die wir aus anderen Nachrichtenquellen gesammelt haben.
Swissair-Absturz vor 28 Jahren: Witwer Max Stenz über die letzten Worte an seine FrauDer Absturz von Flug 111 riss 1998 229 Menschen in den Tod. Max Stenz verlor seine Frau Jeannine und erzählt nun, wie er das Trauma bewältigte und warum er heute wieder glücklich ist.
Weiterlesen »
Portugal rechnete nach WM offenbar mit Ronaldos Rücktritt – und vergibt nun seine Nummer neuCristiano Ronaldo verlässt überraschend das Camp der portugiesischen Nationalmannschaft. Der Knall kam laut Medienberichten offenbar nicht aus heiterem Himmel. Der Verband soll sich schon länger auf eine Zukunft ohne seinen Superstar vorbereitet haben.
Weiterlesen »
Schwerer Betrug: Ochsenknecht zu Geldstrafe verurteilt – seine Ex bezahlte HotelrechnungDer Schauspieler feierte 2021 seinen 30. Geburtstag auf Pump – nun folgte das Urteil. Er erschien nicht vor Gericht.
Weiterlesen »
Portugal gewinnt in Dänemark und Trainer Jesus verteidigt seine PersonalentscheidungPortugal gewinnt die Nations-League-Partie in Dänemark mit 4:2. Trainer Jorge Jesus bekräftigt, dass die Regeln für alle Spieler gleich gelten, und glaubt nicht, dass der Abflug von Cristiano Ronaldo die Mannschaft spaltet. Der 41-jährige Superstar flog nach einer Nichtberücksichtigung vorerst nach Madrid zurück.
Weiterlesen »
