Floorball Thurgau hat Florbal Mladá Boleslav im Champion-Cup-Viertelfinal in Amriswil mit 6:4 besiegt und sich damit eine gute Ausgangslage für den Halbfinal-Einzug geschaffen.
Floorball Thurgau hat im Viertelfinal -Hinspiel des Champion Cup s in der Sport halle Tellenfeld in Amriswil mit 6:4 gegen Florbal Mladá Boleslav gewonnen. Die Ostschweizer stellten sich damit nicht nur dem amtierenden tschechischen Meister, sondern schufen sich auch für das Rückspiel ein beachtliches Polster.
Das Duell war von Anfang an eng und bot den mehr als 700 Zuschauern mehrere Spannungsmomente. Nach einer ausgeglichenen ersten Drittelpause nahmen die Gäste die Führung, Thurgau fand jedoch rasch zurück ins Spiel. In der zweiten Spielhälfte drehten die Violas die Partie und sicherten sich am Ende einen Erfolg, der den Weg in den Halbfinal bereits wieder möglich macht. Der Auftakt zu diesem Cup-Abenteuer war besonders anspruchsvoll.
Herausfordernde Rahmenbedingungen für Thurgau
Mladá Boleslav war mit einer beeindruckenden Bilanz in die Partie gekommen: In der Meisterschaft 2025 und 2026 blieb die Mannschaft ohne Niederlage. Hinzu kamen neue Rahmenbedingungen, denn das Spiel bestand aus drei Dritteln zu je 15 Minuten und die Teams durften jeweils nur mit 14 Spielern antreten. Floorball Thurgau musste zudem auf die verletzten Markus Sipronen und Jamie Britt verzichten. Gerade unter diesen Voraussetzungen zeigte das Team der Ostschweizer Disziplin und Reaktionsfähigkeit.
Vor über 700 Zuschauern blieb das erste Drittel zunächst ausgleichend. Nach gut fünf Minuten brachte Patrik Suchanek die Gäste in Führung. Später wurde der Tscheche als bester Spieler seines Teams ausgezeichnet. Die Hausherren ließen sich davon jedoch nicht aus dem Konzept bringen und reagierten kurz darauf mit einem technisch sauberen Schuss in den Winkel, der die Begegnung wieder ins Gleichgewicht brachte.
Im Mitteldrittel zeigte Mladá Boleslav zeitweise die klar bessere Spielqualität. Innerhalb kurzer Zeit drehte der tschechische Vertreter die Partie. Zu Beginn des Abschnitts glich Adam Delong aus, knapp eine Minute später brachte Jakub Varecha die Gäste erneut in Führung. Damit schien sich das Momentum endgültig zugunsten der Gäste zu verschieben.
Mariotti bringt Gleichstand durch Überzahl
Der nächste entscheidende Impuls entstand jedoch, als Jiri Besta auf die Strafbank musste. Pablo Mariotti nutzte das numerische Überzahlspiel eindrucksvoll und erzielte mit einem sehenswerten Weitschuss den 3:3-Ausgleich. Dieser Treffer gab Floorball Thurgau Selbstvertrauen zurück und veränderte den Charakter des Spiels. Von da an agierten die Violas entschlossener, suchten aktiv das Gegenüber und nahmen den Druck auf Mladá Boleslav.
Die Gastgeber hatten zwar weiterhin Phasen, in denen der tschechische Meister gefährlich blieb, konnten die Initiative aber zunehmend bei sich behalten. Nach der zweiten Pause, mit der das Schlussdrittel begann, gehörte das Geschehen weitgehend den Thurgauern. Aaro Helin traf zu Beginn des letzten Abschnitts flach am langen Pfosten vorbei und brachte seine Mannschaft mit 4:3 in Führung. Nur elf Sekunden später verdoppelte Elia Seiler den Vorsprung.
Mariotti hatte den Pass vorbereitet, Seiler verwandelte die gute Situation sicher zum 5:3. Dieser Doppelschlag brachte die Violas endgültig auf Kurs und ließ Mladá Boleslav erneut unter Druck geraten. Der Gegner gab die Partie jedoch nicht auf. Varecha verkürzte noch bei sechs Feldspielern auf 5:4 und gab dem Hinspiel bis zum Schluss eine offene Note.
Seiler sichert klaren Sieg für die Ostschweizer
Dennoch entschied Seiler das Match wenige Sekunden vor dem Ende: Mit dem Treffer ins verwaiste Tor stellte er nach seinem zweiten Erfolg den Endstand von 6:4 her und krönte sein persönliches Abendprogramm mit dem entscheidenden Punkt. Damit hatten die Ostschweizer ihre Chancen weitgehend abgesichert. Mit dem 6:4 legt Floorball Thurgau ein wertvolles Fundament für das Rückspiel am Donnerstag, 1. Oktober 2026, um 18.30 Uhr in Mladá Boleslav.
Obwohl die Tordifferenz über beide Spiele nicht zum Einsatz kommt, ist der Vorsprung von zwei Treffern psychologisch und taktisch bedeutsam. Ein Sieg oder ein Unentschieden im Rückspiel reicht den Thurgauern für den Einzug in den Halbfinal. Gerade der ungeschlagene Saisonverlauf der Tschechen in der Meisterschaft zeigt jedoch, dass die Violas bis zum letzten Pfiff konzentriert bleiben müssen.
Das Hinspiel in Amriswil war deshalb mehr als ein sauberer Erfolg: Es bestätigte die Spielstärke des Teams, zeigte in der zweiten Hälfte, wie wichtig individuelle Qualität und die Nutzung von Überzahlsituationen sind, und machte den Weg ins nächste Cup-Rundenduelle für Floorball Thurgau erneut greifbar.
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