Fledermäuse schützen 35'000 historische Bücher in der Bibliothek von Mafra

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Fledermäuse schützen 35'000 historische Bücher in der Bibliothek von Mafra
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In der Biblioteca do Palácio Nacional de Mafra nahe Lissabon schützen rund 500 Fledermäuse über 35'000 historische Bücher vor Motten, Silberfischen und anderen Insekten.

In der Biblioteca do Palácio Nacional de Mafra nahe Lissabon schützen Fledermäuse seit rund zwei Jahrhunderten mehr als 35'000 historische Bücher vor Motten, Silberfischen und anderen Insekten. Die Bibliothek befindet sich im Nationalpalast von Mafra in Portugal und wurde von Manuel Caetano de Sousa entworfen. Der Raum aus dem 18. Jahrhundert ist 88 Meter lang und besitzt einen marmornen Boden.

Die Holzelemente an den Galerien und Regalen sind kunstvoll im Rokoko-Stil gefertigt. Hinzu kommen sechs Orgeln, die so gebaut sind, dass sie als ein einziges, zusammenhängendes Musikinstrument mit Tausenden Pfeifen erklingen können. Der wertvollste Schatz der Bibliothek sind jedoch die mehr als 35'000 historischen Bücher. Manche davon sind mehrere Jahrhunderte alt und unersetzlich.

Fledermäuse als natürlicher Schutz der Bücher

Seit rund zwei Jahrhunderten verrichten in der Bibliothek Fledermäuse ihren Dienst. Es handelt sich um Zwergfledermäuse (Pipistrellus pipistrellus), aber hauptsächlich um Graue Langohren (Plecotus austriacus). Rund 500 Exemplare sollen es sein. Tagsüber sind die Tiere nicht zu sehen. Sie verstecken sich hinter den Bücherregalen und in den Zwischenräumen zwischen den oberen Regalen und der Decke.

Bei Dunkelheit kommen sie heraus und erledigen ihre für den Erhalt der hier aufbewahrten Werke so wichtige Arbeit. Die Fledermäuse jagen Motten, Silberfische und andere Insekten, die sich sonst über Papier, Pergament und Ledereinbände hermachen würden. Auch die hölzernen Regale bewahren die Tiere vor dem Insektenfrass. Auf der Website des Palasts heisst es, die Fledermäuse seien ein aktiver Teil des Konservierungsprogramms der Bibliothek. Und das seit mindestens dem 18. Jahrhundert.

Effektiver als Insektizide

Fledermäuse können fast das Doppelte ihres eigenen Körpergewichts verspeisen. Entsprechend effektiv ist ihr nächtlicher Einsatz. Zudem sind sie deutlich schonender als Insektizide. Diese könnten zum Beispiel die Einbände angreifen und auch für die Menschen, die den Büchern über längere Zeit näherkommen, ein Gesundheitsrisiko darstellen. Etwa für Restauratorinnen und Restauratoren, aber auch andere Mitarbeitende der Bibliothek.

Damit die Bücher und die Einrichtung keinen Schaden nehmen, treffen die Menschen entsprechende Vorkehrungen. Jeden Abend, so heisst es auf der Website des Nationalpalasts von Mafra, bedecken die Mitarbeitenden der Biblioteca die gefährdeten Oberflächen mit Lederhäuten, um sie vor dem Kot der Tiere zu schützen. Darunter auch die langen Lesetische.

Sicherheit für Besucher und Bestand

Die Abdeckungen bleiben jeweils nur während der Nacht. Am Morgen werden sie vor der Öffnung der Bibliothek wieder entfernt. Angst vor Tollwut müssen Bibliotheksbesucherinnen und Besucher nicht haben. Portugal gilt offiziell als frei von Tollwut. Zudem flattern die Fledermäuse in Innenräumen umher.

Die Biblioteca do Palácio Nacional de Mafra ist durchaus sehenswert. Sie ist stattliche 88 Meter lang, der Boden marmorn und die Holzelemente an Galerien und Regalen kunstvoll im Rokoko-Stil gefertigt. Dazu gibt es noch sechs Orgeln, die als ein einziges, zusammenhängendes Musikinstrument mit Tausenden Pfeifen erklingen können. Kein Wunder, wurde sie zu einem Anziehungspunkt für Besucher aus aller Welt.

Der Schutz der wertvollen Bestände hat oberste Priorität. Die mehr als 35'000 historischen Bücher sind teils mehrere Jahrhunderte alt und unersetzlich. Deshalb werden sie besonders geschützt – von Fledermäusen. Richtig gelesen. Seit rund zwei Jahrhunderten verrichten in der von Manuel Caetano de Sousa entworfenen Bibliothek Fledermäuse ihren Dienst.

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