Selbst SVP- und FDP-Sympathisanten sind mehrheitlich dagegen – der Bundesrat hält trotzdem daran fest und bewilligte einen Zusatzkredit von 400 Millionen.
Zwei Drittel der Befragten wollen den Kauf des F-35 stoppen Nur eine Minderheit spricht sich für das Festhalten am US-Flugzeug aus. Das zeige die enorme Unzufriedenheit der Bevölkerung nach dem gebrochenen «Fixpreis»-Versprechen, sagt ein Politologe.
Auch SVP- und FDP-Sympathisanten sind mehrheitlich für einen Abbruch. Es war ein politischer Knall sondergleichen: Der Schweizer Kauf der amerikanischen F-35-Kampfjets war nie durch einen «Fixpreis» abgesichert. Zu diesem Ergebnis kam eine Untersuchung der Geschäftsprüfungskommission des Parlaments, die dazu am 8. September.
Die zuständige Bundesrätin Viola Amherd und deren Umfeld hatten stets von einem festen Preis gesprochen, um beim milliardenteuren Kauf der Flugzeuge der Kritik zuvorzukommen, dass die Kosten aus dem Ruder laufen könnten. Der GPK-Bericht ist ein weiteres schwarzes Kapitel in einer Beschaffung, die von Problemen geplagt ist.
Im Juni 2025 hatte der neue Verteidigungsminister Martin Pfister vor den Medien einräumen müssen, dass die Jets bis zu 1,3 Milliarden Franken Nun zeigt sich, wie kritisch die Bevölkerung den problemgeplagten Kauf von ursprünglich 36 Jets inzwischen sieht. Die Mehrheit findet, man sollte das Geschäft nicht weiterverfolgen. Konkret: 65 Prozent von 10’858 Befragten sagen in einer neuen Umfrage, man sollte am Kauf des F-35 «nicht festhalten».
Nur 28 Prozent der Befragten finden, man sollte daran festhalten. 7 Prozent haben keine Position. Die Umfrage führte das Institut Leewas in Zusammenarbeit mit «20 Minuten» und Tamedia durch. Auffällig ist dabei auch: Die Ablehnung geht durch alle politischen Lager. Auch die Unterstützerinnen und Unterstützer von SVP und FDP sind mehrheitlich für einen Abbruch.
«Das Resultat ist ein Signal der enormen Unzufriedenheit, die in der Bevölkerung bei diesem Thema herrscht», sagt der Politologe Lucas Leemann, der die Umfrage durchführte. «Man sieht jetzt, wie unpopulär der Kauf nach dem Skandal um den ‹Fixpreis› ist. » Leemann weist darauf hin, dass im Stimmungsbild auch der Frust aufscheine, dass man politisch keine besseren Alternativen habe, als den Kauf durchzuziehen – zumal die Schweiz schon erhebliche Summen an die USA bezahlt habe.
Nach aktuellem Stand sind bereits 1,7 Milliarden Franken geflossen. Links-Grün fordert schon länger den Abbruch des «Debakels», während die Bürgerlichen daran festhalten und darauf verweisen, dass der Schweizer Luftraum ohne die Jets auf längere Zeit ungeschützt dastünde. Diese Position vertritt auch der Bundesrat. VBS-Chef Martin Pfister hat mit diesen Argumenten zuletzt einen Zusatzkredit von rund 400 Millionen Franken für das Flugzeugist Ressortleiter Politik und Wirtschaft.
Zuvor war er Co-Chefredaktor des «Tages-Anzeigers». Der Jurist stieg 2011 als Volontär beim «Tages-Anzeiger» ein.
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