Fifa-Krise: Infantino bietet Reformen an, Rücktritt weiter gefordert

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Fifa-Krise: Infantino bietet Reformen an, Rücktritt weiter gefordert
Gianni Infantino, Fifa, Uefa

Gianni Infantino bietet der Fifa Gespräche über Governance-Reformen an, doch die vier großen europäischen Ligen fordern weiter einen Führungswechsel.

Im Machtkampf im internationalen Fußball hat Fifa -Präsident Gianni Infantino auf die anhaltende Kritik an seinem Führungsstil reagiert und seinen Gegnern erstmals Gespräche über mögliche Reformen im Weltverband angeboten. In einem Brief an die Chefs der 211 Mitgliedsverbände und die Mitglieder des Fifa -Councils kündigte der 56-jährige Schweizer eine unabhängige externe Überprüfung der Fifa -Governance sowie Konsultationen über eine Stärkung der Entscheidungsprozesse an, einschließlich der Rolle des Präsidenten. Der Brief liegt der Deutschen Presse-Agentur vor.

Die vier Topligen erhöhen den Druck

Zuvor hatten die vier einflussreichsten Ligen Europas den Weltverband und Infantino scharf attackiert und weiter unter Druck gesetzt. Die Bundesliga, La Liga, die Serie A und die Premier League erklärten in einem zweiseitigen Brief, die langjährigen Grundlagen des Fußballs seien in den vergangenen Jahren durch ein grundlegendes Führungsproblem bedroht gewesen, da der Fifa-Präsident ausbeuterische Ideen aktiv gefördert habe, anstatt sie zu verhindern.

Die Ligabosse Marc Lenz aus Deutschland, Javier Tebas aus Spanien, Luigi De Siervo aus Italien und Richard Masters aus England unterzeichneten das Schreiben, das am Vormittag veröffentlicht wurde. Sie forderten Infantino nicht explizit zum Rücktritt auf, betonten jedoch, jetzt sei der Moment gekommen, nicht nur zu entscheiden, wer die Fifa führen werde, sondern auch, wie die Fifa geführt werden solle. Die Ligen spielten dabei eine entscheidende Rolle, und es solle sichergestellt werden, dass die Stimme jeder Liga gehört werde.

Infantino will im Amt bleiben

Infantino war nach einem Vorstoß zur Vermarktung der WM-Rechte durch externe Investoren im Sommer massiv unter Druck geraten, auch sein Führungsstil wurde von Teilen der Fußball-Welt scharf kritisiert. Er hatte zuletzt reagiert und seinen Gegnern erstmals Gespräche über mögliche Reformen in der Fifa angeboten. Gleichzeitig machte der 56-Jährige klar, dass er die Fifa weiter anführen will. Von einem Verzicht auf eine Kandidatur für eine vierte Amtszeit beim Kongress im März 2027 ist nicht die Rede.

Dies fordert jedoch seine Kritiker um Uefa-Präsident Aleksandar Ceferin. Auch der Deutsche Fußball-Bund um DFB-Chef Bernd Neuendorf, der auch im Fifa-Council sitzt, hat sich klar gegen Infantino positioniert. Eine Reaktion der Infantino-Gegner auf den Brief gab es bislang nicht.

Konkrete Vorschläge und nächste Schritte

In dem Schreiben auf Englisch erklärte Infantino, er werde erstens den Fifa-Rat fragen, ob er eine unabhängige externe Untersuchung des derzeitigen Governance-Systems der Fifa für große strategische Projekte in Auftrag geben möchte. Zweitens schlug er vor, dass der Rat eine direkte, strukturierte und zeitlich begrenzte Konsultation mit Konföderationen, Mitgliedsverbänden und relevanten Interessengruppen durchführt. Dabei solle diskutiert werden, wie die Entscheidungsprozesse der Fifa weiter verbessert werden können.

Konkret bietet Infantino an, darüber zu sprechen, wie die Fifa-Institutionen früher in große Projekte einbezogen werden können und welche Rolle dabei auch der Fifa-Präsident künftig haben soll. Vorschläge, die bis zur Sitzung des Fifa-Rates am 15. Oktober eingehen, können dort bereits berücksichtigt werden. Seinen Gegnern reichte Infantino durch das Schreiben symbolisch die Hand. Er schrieb, die Behandlung eines Verbands werde nicht von seiner Position zu einem Vorschlag oder einer institutionellen Angelegenheit abhängen. Er stehe weiterhin jedem zur Verfügung, jeder Mitgliedsverband habe das Recht, gehört zu werden. Einigkeit sei keine Voraussetzung für Dialog, und Meinungsverschiedenheiten sollten niemals den gegenseitigen Respekt verhindern.

Uefa und Concacaf gehen weiteren Schritt

Unterdessen haben die europäische Fußball-Union Uefa und der nordamerikanische Dachverband Concacaf im Machtkampf gegen den Weltverband Fifa und dessen Präsidenten einen weiteren Schritt vollzogen. Details dazu wurden zunächst nicht genannt. Die Entwicklung zeigt, dass der Druck auf Infantino auch nach seinem Reformangebot nicht nachlässt.

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