Der FC Basel erlebt unter dem neuen Trainer Slavisa Jokanovic einen denkbar schlechten Start. Bei einem Testspiel gegen den FC Winterthur kassieren die Basler sieben Gegentore und geben eine desolate Defensive Vorstellung. Captain Xherdan Shaqiri blutet an der Hand und muss medizinisch untersucht werden. Jokanovic zeigt sich enttäuscht und kündigt an, dass der gesamte Auftritt verbessert werden müsse.
Sieben Gegentore und eine blutige Hand: Der Jokanovic-Auftakt geht gründlich schief In Winterthur verliert der FC Basel mit 3:7, gibt die Defensivarbeit ein desolates Bild ab und muss Shaqiri verwundet ausgewechselt werden.
Der Trainer findet klare Worte. Neuer FCB-Trainer Jokanovic sagt nach dem Spiel, er habe noch nie mehr als fünf Gegentore kassiert. Captain Xherdan Shaqiri blutet an der Hand, muss ausgewechselt werden und das Stadion für medizinische Abklärungen verlassen. Äusserlich anzusehen ist es ihm zwar nicht.
Vielmehr macht der neue FCB-Trainer Slavisa Jokanovic beim Testspiel des FC Basel gegen den FC Winterthur an der Seitenlinie stets einen ruhigen Eindruck, hat zumeist die Arme vor der Brust verschränkt. Doch in seinem Inneren dürfte es anders aussehen. Spätestens, als der Challenge-Ligist Winterthur noch vor der Pause auf 4:0 erhöht, ist nämlich klar: Diese erste Halbzeit des FC Basel unter Jokanovic ist auf ganzer Linie missraten.
Und kommt damit auch sein Debüt als Übungsleiter an der FCB-Seitenlinie ziemlich missglückt daher. Immerhin: Was in Winterthur passiert, passiert lediglich im Rahmen eines Testspiels. Dass das Resultat im Vergleich zu gewonnenen Erkenntnissen hierbei für gewöhnlich eine untergeordnete Rolle spielt, ist auch dem 58-jährigen Serben klar. Und Informationen hätte man viele gewinnen können, sagt Jokanovic nach der Partie.
Und dennoch: «Mehr als fünf Gegentore habe ich in meiner Trainerkarriere noch nie kassiert. Unser Auftritt glich eher einer Jogging-Runde im Park als einem Fussballspiel. » Und darauf angesprochen, welchen Aspekt des FCB-Spiels man nun besonders angehen müsse, meint er: «alle». Insbesondere der Start in die Partie missrät Rotblau gründlich.
Nach einer gespielten Viertelstunde muss der FCB froh sein, nur mit einem Tor in Rücklage zu liegen. Nachdem Antonio Marchesano das Heimteam nach einem schnellen Winterthurer Angriff in Führung bringt, sind es in Minute 10 und 13 erneut Winterthurer Konter, die FCB-Schlussmann Mirko Salvi zu Glanztaten zwingen.
Dabei gibt die FCB-Defensivarbeit kein gutes Bild ab, wirkt die Basler Verteidigung von der Geschwindigkeit der Gegenstösse überrascht und bietet den anlaufenden Winterthurern höchstens Geleitschutz – ein Bild, das sich über weite Strecken der Partie erhalten sollte. Nach einer halben Stunde dann gleicht sich das Resultat den Kräfteverhältnissen an. Golliard kann sich den Ball zurechtlegen und aus circa zehn Metern zum 2:0 einschiessen .
Drei Minuten später doppelt er zum 3:0 nach – ein Steckpass reicht, um die Basler Abwehr ausser Gefecht zu setzen. In der 38. Minute ist es dann eine Winterthurer Seitenverlagerung, der die Basler nicht Herr werden können, worauf Yannis Odin zum 4:0 trifft. Der FC Basel hingegen bringt in der ersten Halbzeit keinen Torschuss zustande.
In Halbzeit zwei dann führt der erste Basler Torschuss durch Kazeem Olaigbe immerhin sogleich zum ersten Treffer für Rotblau . Damit scheinen sich die Teams aber erst warmgeschossen zu haben: In der 58. Minute trifft Fabian Rohner für Winterthur, eine Minute später Jonas Harder für die Basler.
In der 62. Minute ist es dann wieder Olaigbe, der zum 3:5 trifft, ehe Emilio Kehrer mit einem Doppelpack für den Schlusspunkt der Partie sorgt. Dass Xherdan Shaqiri, der zuvor spielerisch blass blieb, in der 70.
Minute im Winterthurer Strafraum zu Boden geht und sich kurz darauf mit blutiger Hand wieder erhebt, passt dann irgendwie zum wilden Gesicht, das die Partie mittlerweile angenommen hat. Der Basler Captain muss ausgewechselt werden und darauf, wie es vom FCB heisst, das Stadion für genauere medizinische Abklärungen verlassen. So steht es nach 90 absolvierten Minuten 7:3 für den Challenge-Ligisten Winterthur.
Ein Winterthur zwar, das unter der Leitung von Trainer Patrick Rahmen in der Challenge League den zweiten Rang belegt, nur eines seiner letzten 10 Pflichtspiele verloren hat und entsprechend eingespielt wirkt. Wie einfach sich das Heimteam gegen einen FC Basel, bei dem Trainer Jokanovic sämtliche wichtigen Akteure zum Zug kommen lässt, durchspielen kann, dürfte viele der 2500 Zuschauenden dennoch erstaunt zurückgelassen haben.
Selbst für Testspiel-Verhältnisse ist der erste Eindruck, den der neue FCB-Coach bei seinem ersten Spiel hinterlässt, so ein ziemlich missratener. Immerhin zeigt die Testpartie dem Trainer, der bei Rotblau wohlgemerkt erst seit fünf Tagen arbeitet, worauf er sein Augenmerk nun besonders richten muss. Auf die Defensivarbeit nämlich. Doch vor allem darauf, dass sein Team künftig einen engagierteren Eindruck hinterlassen kann, als es dies in Winterthur tat.
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