Anya Elsner, eine ehemalige Teilnehmerin von 'Germany's Next Topmodel', sagt, sie wolle nicht von ihrer Magersucht geheilt werden. Der Experte Dr. Patrick Pasi erklärt, dass solche Aussagen typisch für den Beginn der Krankheit sind, aber nicht zur Prävention geeignet sind.
Ex-«Germany's Next Topmodel»-Teilnehmerin Anya Elsner sagt, sie wolle aktuell nicht von ihrer Magersucht geheilt werden. Sie rutschte nach ihrer Teilnahme am Dschungelcamp in die Essstörung – zu einer Zeit, als sie familiäre Probleme hatte.
Experte Dr. Patrick Pasi vom Universitätsspital Zürich erklärt, solche Aussagen seien typisch für den Beginn der Krankheit, eignen sich aber nicht zur Prävention. Anya Elsner sorgt mit Aussagen zu ihrer Magersucht für Aufsehen. Sie möchte aktuell nicht davon heilen, sagt sie.
«Ich geniesse diese Krankheit gerade noch zu sehr, leider», so die 22-Jährige in einem unterdessen gelöschten Video-Interview mit dem «Berliner Kurier». Sie rutschte laut eigenen Aussagen nach der Teilnahme beim Dschungelcamp in die Essstörung. Zu der Zeit hatte sie mit familiären Problemen zu kämpfen. Während ihr einige auf Social Media nun Mut zusprechen, finden andere ihre Aussagen fahrlässig.
«Ich verstehe sie, aber das in der Öffentlichkeit zu sagen, wo Tausende junge Mädchen vielleicht zuschauen, geht einfach nicht», schreibt beispielsweise eine Userin auf Tiktok. Für Dr. med. Patrick Pasi, Leiter des Zentrums für Essstörungen am Universitätsspital Zürich, sind die Aussagen von Anya sehr verständlich. Dennoch ist er überrascht über ihre Offenheit, da Betroffene in der Regel nicht so ehrlich über diese Aspekte sprechen.
«Um Prävention zu betreiben, eignen sich die Aussagen nicht», stellt er klar. Laut dem Arzt sind die Aussagen von Anya typisch für den Beginn der Krankheit.
«Am Anfang haben Betroffene nicht das Gefühl, krank zu sein. Sie sind auf die positiven Effekte, wie den Gewichtsverlust, fokussiert», erklärt er im Interview. Das gebe ein Gefühl von Stärke, was man beibehalten wolle. Dr. med.
Patrick Pasi ist Leitender Oberarzt am Zentrum für Essstörungen der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie des USZ. Davor war er Leitender Arzt Essstörungen/Adipositas bei den Ambulanten Diensten der Luzerner Psychiatrie. Er studierte an der Universität Zürich Medizin. Sein Forschungsschwerpunkt liegt auf Essstörungen und Adipositas.
Mechanismus im Hirn mit Drogensucht vergleichbar Das Belohnungssystem im Gehirn werde durch die Krankheit aktiviert.
«Man kann es mit einer Drogenabhängigkeit vergleichen», so Pasi. Am Anfang könne man noch selbst aufhören, irgendwann stelle sich im Hirn aber ein automatischer Prozess ein.
«Auch wenn die Patienten bremsen wollen, können sie nicht», warnt der Experte. In der Therapie gehe es zu einem grossen Teil darum, diese Festigung im Hirn zu lösen.
«Wir suchen beispielsweise gemeinsam nach gesunden Alternativen für das positive Stärkegefühl, das die Krankheit auslöst. » Laut dem Leiter des Zentrums für Essstörungen seien Magersüchtige meist perfektionistisch veranlagt und selbstunsicher. Sie müssen lernen, dass sie auch ohne ihre Krankheit stark sind. Weiter sei das verschobene Selbstbild zentral.
Betroffene haben Angst vor einer Gewichtszunahme oder fühlen sich dick, obwohl sie es nicht sind. Dr. med. Patrick Pasi Anya stellt klar, dass sie sich den gesundheitlichen Folgen der Magersucht bewusst ist.
«Ich habe gesehen, wie es ist, Hilfe zu bekommen. Ich bin aber noch nicht bereit dazu, diese Hilfe anzunehmen. » Der Experte erklärt, dass eine Therapie in Anyas Fall dennoch zielführend sein könne – auch wenn diese «nur halbmotiviert» sei.
«Im Idealfall begeben sich die Betroffenen aus eigener Motivation in Therapie. Meist stecken sie zu dem Zeitpunkt aber schon so tief in der Krankheit, dass Heilung schwierig ist», sagt Pasi. Je länger man warte, desto grösser sei das Risiko, dass die Krankheit chronisch werde und man mehrere Therapieanläufe benötige.
Magersucht Anya Elsner Dr. Patrick Pasi Essstörung Prävention
Switzerland Neuesten Nachrichten, Switzerland Schlagzeilen
Similar News:Sie können auch ähnliche Nachrichten wie diese lesen, die wir aus anderen Nachrichtenquellen gesammelt haben.
Schutz vor Diskriminierung: Grosser Rat lehnt Kennzeichnung von Behinderten im Krisenfall abEine Markierung von Menschen mit Behinderungen für Blaulichtorganisationen sei diskriminierend, entschied das Parlament. Der Kanton setzt auf Schulung der Einsatzkräfte.
Weiterlesen »
Irène Kälin: «Die Schweizer Diaspora wird im Parlament nicht gut genug gehört»Die grüne Nationalrätin Irène Kälin sagt im Inveriew, warum Anliegen der Auslandschweizerinnen und Auslandschweizer im Bundeshaus zu wenig Gehör finden.
Weiterlesen »
Nidwalden: Regierungsrat lehnt kantonale Wohnraum-Portal abDer Regierungsrat Nidwalden hat die Forderung nach einer kantonal eigenen Tausch- und Vermittlungsplattform für Wohnraum abgelehnt und stattdessen auf die Verbesserung bestehender Rahmenbedingungen gesetzt. Mehrere hundert Zeichen
Weiterlesen »
Bianca Sissing: So läuft es hinter den Kulissen von Heidi Klums «GNTM»Bianca Sissing packt aus: Bei «Lässer» spricht die Ex-Miss-Schweiz über die Schattenseiten von «Germany’s Next Topmodel», ihren aufgegebenen Babywunsch und die überraschende Chance, die sich nach ihrem TV-Aus eröffnet hat.
Weiterlesen »




