Entscheid des Ständerats: Ein zweischneidiges Schwert für die UBS-Obligationäre

Switzerland Nachrichten Nachrichten

Entscheid des Ständerats: Ein zweischneidiges Schwert für die UBS-Obligationäre
Switzerland Neuesten Nachrichten, Switzerland Schlagzeilen

Die Antwort der kleinen Kammer auf die Eigenkapitalfrage stärkt tendenziell die Schuldnerqualität der UBS und ist so betrachtet eine gute Botschaft für deren Obligationäre. Doch es gibt ein grosses Aber.

Der Ständerat hat diese Woche beschlossen, dass die UBS ihre Auslandtöchter künftig mit 90 Prozent hartem Eigenkapital unterlegen muss.

Der von UBS-CEO Sergio Ermotti als «verkraftbar» bezeichnete Kompromiss der vorberatenden Kommission von 50 Prozent CET1 und 50 Prozent Additional Tier 1 hatte im Plenum keine Chance. Sollte sich diese Variante auch in der grossen Kammer durchsetzen, könnten die Auswirkungen für die letzte Schweizer Grossbank, ihre Aktionäre und Beschäftigten sowie den ganzen heimischen Finanzplatz gravierend ausfallen.

Es geht nicht nur um die Finanzstabilität oder die Aktionäre Bundesrätin Karin Keller-Sutter spielte in der Debatte im Ständerat mit dem holzschnittartigen Gegensatz zwischen einem Mehr an Finanzstabilität und mehr Geld für die Aktionäre . Es gibt allerdings ausser den Aktionären eine weitere Gruppe von UBS-Finanzinvestoren, und diese zählt tendenziell zu den Profiteuren des Entscheids.

«Mehr Kapital ist für die Gläubiger ceteris paribus positiv», schreibt Bonitätsanalyst Alex Becker von der Zürcher Kantonalbank in der Publikation «Daily Market Opinion; die ZKB gehört wie die Grossbank zum Quartett der vier systemrelevanten Schweizer Banken. ZKB: «Leicht positiv dank Thesaurierung» Obligationäre und andere Gläubiger haben bekanntlich eine andere Sicht auf ein Unternehmen als die Eigentümer. Für sie steht im Vordergrund, dass der Schuldner die Zinsen und die Rückzahlung fristgerecht und vollumfänglich leistet.

Sie schätzen Stabilität und scheuen Risiken – vom für die Aktionäre so wichtigen Aufwärtspotenzial profitieren sie nicht. Für Becker ändert sich durch den Entscheid aus Sicht der normalen UBS-Obligationäre allerdings wenig, «mit leicht positivem Drive angesichts verstärkter Thesaurierung», d.h. der Einbehaltung künftiger Gewinne. Ein ziemlich grosses Aber Doch es gibt ein Aber: Unklar sei nämlich, wie die UBS auf den Entscheid reagiere.

«Ein Rückzug aus dem Ausland oder eine eskalierende Sitzverlegungsdebatte wären Kreditereignisse, die eine neue Bewertung auslösen würden», schreibt Becker und meint damit wohl nicht eine Verbesserung der Bonitätseinschätzung. Immerhin spiele der Zeitfaktor für die UBS. Ein weiteres von Becker nicht erwähntes Risiko besteht darin, dass die ins Eigenkapitelkorsett gezwängte Grossbank mittelfristig versucht sein könnte, den Verlust an Wettbewerbsfähigkeit durch eine aggressivere Geschäftspolitik zu kompensieren.

Die ZKB bestätigt vor diesem Hintergrund das Rating für die UBS Group mit A und für die operative UBS mit AA, beides mit stabilem Ausblick. Schweizer Anforderungen international am oberen Rand Interessant ist auch, dass der Analyst der Kantonalbank dem CEO der Grossbank in einem wichtigen Punkt beipflichtet: «Mit 90/10 liegen die Schweizer Anforderungen international am oberen Rand. » Dass UBS von einer «exzessiven Verschärfung» spreche, sei aus Emittentensicht nachvollziehbar, konstatiert Becker.

Die UBS ist an den internationalen Bondmärkten eine gewichtige Schuldnerin. Sie hat gemäss der Präsentation für Fixed-Income-Investoren, die im Rahmen des Halbjahresergebnisses 2026 publiziert wurde, langfristige Verbindlichkeiten über 300 Milliarden Dollar ausstehend. Auch am Schweizer Kapitalmarkt ist die UBS mit einer Reihe von Anleihen vertretend.

Wir haben diese Nachrichten zusammengefasst, damit Sie sie schnell lesen können. Wenn Sie sich für die Nachrichten interessieren, können Sie den vollständigen Text hier lesen. Weiterlesen:

finews_ch /  🏆 25. in CH

 

Switzerland Neuesten Nachrichten, Switzerland Schlagzeilen

Similar News: Sie können auch ähnliche Nachrichten wie diese lesen, die wir aus anderen Nachrichtenquellen gesammelt haben.

UBS-Regulierung: Q&A zur Entscheidung des StänderatsUBS-Regulierung: Q&A zur Entscheidung des StänderatsDer Erstrat hat heute beschlossen, wie die UBS sicherer werden soll. Eine wirtschaftliche Einordnung.
Weiterlesen »

Für Bankiervereinigung ist UBS-Entscheid «extremer Sonderweg»Für Bankiervereinigung ist UBS-Entscheid «extremer Sonderweg»Die Schweizerische Bankiervereinigung (SBVg) hat den Ständeratsentscheid in Sachen UBS-Regulierung scharf kritisiert. Dieser sei ein «extremer Sonderweg», durch den dem Bankenplatz der Verlust der Wettbewerbsfähigkeit drohe.
Weiterlesen »

UBS-Aktie unter Druck nach Entscheid des StänderatsUBS-Aktie unter Druck nach Entscheid des StänderatsDie UBS-Aktie steht nach dem Ständeratsentscheid unter Druck. Sergio Ermotti sieht sich zugleich mit Kritik an seiner Kommunikation konfrontiert.
Weiterlesen »

Demo-Veranstalter sollen Kosten tragen: «Reines Politmarketing»Demo-Veranstalter sollen Kosten tragen: «Reines Politmarketing»Kritik am Entscheid des Ständerats: Ein Bundesgesetz bringe nichts, da Kantone und Gemeinden es umsetzen müssten.
Weiterlesen »