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Duty-free im Sinkflug: Warum das Shopping-Ritual an Bord verschwindet

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Duty-free im Sinkflug: Warum das Shopping-Ritual an Bord verschwindet
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Früher ein Zeitvertreib, heute ein Auslaufmodell: Weil Passagiere online kaufen und Rabatte kaum noch ziehen, streichen immer mehr Airlines das Einkaufserlebnis. Die durchschnittlichen Duty-free-Ausgaben sanken von 24,30 Dollar 2019 auf 15,50 Dollar 2024. Während manche Passagiere die Ruhe schätzen, bedauern andere den Wegfall des Angebots. Von New York über London bis Singapur: Jahrzehntelang war der Duty-free-Verkauf an Bord ein globales Reiseritual. Kaum hatte die Maschine ihre Reiseflughöhe erreicht, läutete die Crew per Durchsage die steuerfreie Shoppingtour ein. Es war der Moment, in dem Passagiere das Bordmagazin aus der Sitztasche zogen, um den klassischen Verlockungen zu erliegen - Parfüme, Schmuck, Luxuskosmetik und Last-Minute-Souvenirs. Das Prinzip hinter dem fliegenden Kaufhaus klang simpel: Weil lokale Abgaben wie die Mehrwertsteuer, Zölle oder Sondersteuern auf Alkohol und Tabak wegfielen, winkten Rabatte von 20 bis 30 Prozent gegenüber den handelsüblichen Verkaufspreisen. Doch das klassische Bord-Shopping befindet sich heute im Sinkflug. Immer mehr Fluggesellschaften schränken das Angebot ein oder verzichten ganz darauf - weil sich die Gewohnheiten der Reisenden grundlegend verändert haben. Heute erledigen sie ihre Einkäufe vor dem Abflug oder direkt online, wodurch das einstige Ritual in der Luft zu einer verblassenden Erinnerung wird. In rund zehn Jahren hat eine Fluggesellschaft nach der anderen das Geschäft mit den zollfreien Waren an Bord eingestellt. Den Anfang machten die US-Riesen: Delta Air Lines strich den Service bereits 2014,weil der logistische Aufwand in keinem Verhältnis mehr zum geringen Umsatz stand. Auch die europäische Konkurrenz zog die Reissleine: KLM stieg 2019 aus, und diekündigte sie an, der Duty-free-Verkauf an Bord werde per 30. September eingestellt

Duty-free im Sinkflug: Warum das Shopping-Ritual an Bord verschwindet Früher ein Zeitvertreib, heute ein Auslaufmodell: Weil Passagiere online kaufen und Rabatte kaum noch ziehen, streichen immer mehr Airlines das Einkaufserlebnis.

Die durchschnittlichen Duty-free-Ausgaben sanken von 24,30 Dollar 2019 auf 15,50 Dollar 2024. Während manche Passagiere die Ruhe schätzen, bedauern andere den Wegfall des Angebots. Von New York über London bis Singapur: Jahrzehntelang war der Duty-free-Verkauf an Bord ein globales Reiseritual. Kaum hatte die Maschine ihre Reiseflughöhe erreicht, läutete die Crew per Durchsage die steuerfreie Shoppingtour ein.

Es war der Moment, in dem Passagiere das Bordmagazin aus der Sitztasche zogen, um den klassischen Verlockungen zu erliegen – Parfüme, Schmuck, Luxuskosmetik und Last-Minute-Souvenirs. Das Prinzip hinter dem fliegenden Kaufhaus klang simpel: Weil lokale Abgaben wie die Mehrwertsteuer, Zölle oder Sondersteuern auf Alkohol und Tabak wegfielen, winkten Rabatte von 20 bis 30 Prozent gegenüber den handelsüblichen Verkaufspreisen. Doch das klassische Bord-Shopping befindet sich heute im Sinkflug.

Immer mehr Fluggesellschaften schränken das Angebot ein oder verzichten ganz darauf – weil sich die Gewohnheiten der Reisenden grundlegend verändert haben. Heute erledigen sie ihre Einkäufe vor dem Abflug oder direkt online, wodurch das einstige Ritual in der Luft zu einer verblassenden Erinnerung wird. In rund zehn Jahren hat eine Fluggesellschaft nach der anderen das Geschäft mit den zollfreien Waren an Bord eingestellt.

Den Anfang machten die US-Riesen: Delta Air Lines strich den Service bereits 2014,weil der logistische Aufwand in keinem Verhältnis mehr zum geringen Umsatz stand. Auch die europäische Konkurrenz zog die Reissleine: KLM stieg 2019 aus, und diekündigte sie an, der Duty-free-Verkauf an Bord werde per 30. September eingestellt. Eine Analyse hatte zuvor bestätigt, was sich branchenweit abzeichnete: Die Passagiere ziehen es vor, die Preise von zu Hause aus zu vergleichen und online oder direkt am Flughafen einzukaufen.

«Der spontane Griff zu Duty-free-Produkten an Bord ist die Ausnahme geworden – nicht mehr die Regel», hielt die Swiss fest. Selbst Branchengrössen, die einst voll auf die Duty-free-Karte gesetzt hatten, machen heute einen Rückzieher. Anfang der 2010er-Jahre ging Korean Air sogar so weit, an Bord einiger Airbus A380 eineeinzurichten. Im hinteren Teil des Unterdecks opferte die südkoreanische Fluggesellschaft 13 Economy-Sitze für eine exklusive Shoppingzone, die vom britischen Kabinenspezialisten AIM in Kooperation mit der französischen Kosmetikmarke Lancôme entworfen worden war.

Mit edlen Vitrinen, stylishen Verkaufsregalen und bis zu 30 Kilo Ware an Bord – vor allem hochpreisige Düfte und Beautyprodukte – wollte sich Korean Air gegen die Konkurrenz aus Asien und den Golfstaaten durchsetzen. Im Oktober 2020 folgte das stille Ende für das fliegende Luxuskaufhaus: Die exklusive Zone verschwand komplett.

Zwar gibt es auf internationalen Routen der Airline nach wie vor den klassischen Duty-free-Verkauf aus dem Trolley – doch der Traum von der eigenen Boutique über den Wolken ist endgültig ausgeträumt. Der Hauptgrund für das Aus: Der logistische Aufwand hinter dem Bordverkauf ist gross, von der Produktauswahl über die Lagerung auf engstem Raum bis hin zu Abrechnung und Kundenservice – all das muss organisiert werden, und das bei gleichzeitig stetig sinkenden Durchschnittsumsätzen.

Eine 2025 veröffentlichte Studie der Unternehmensberatung Kearney zeigte: Die durchschnittlichen Duty-free-Ausgaben pro Passagier – Flughäfen und Airlines zusammengenommen – gingen von 2019 bis 2024 von 24,30 Dollar auf 15,50 Dollar zurück. Den Grund für die kollektive Konsumflaute liefert die Umfrage unter 3000 Reisenden gleich mit: Vier von zehn Befragten bezweifeln, dass sie bei den vermeintlichen Schnäppchen überhaupt noch Geld sparen. Der Duty-free-Bordverkauf verschwindet jedoch nicht vollständig – er verlagert sich lediglich aus der Kabine ins Netz.

Anstelle des klassischen Verkaufs an Bord setzt die Swiss nun auf ihren Onlineshop namensDie Kundschaft kann ausgewählte Produkte weiterhin steuerfrei erwerben – allerdings direkt über die Website vor dem Abflug statt am Trolley über den Wolken. Das Konzept funktioniert auch im Billigsegment, wie der französische Langstrecken-Discounter French Bee zeigt. Am 20. Mai dieses Jahres startete die Airline ihre– einen Onlineshop, der direkt in den Buchungsprozess integriert ist.

Passagiere bestellen ihre Produkte vorab im Netz und bekommen sie anschliessend auf den A350-Flügen ab Paris-Orly direkt am Platz ausgehändigt. Aus Sicht der Fluggesellschaft ist dies ein logistischer Befreiungsschlag.

«Das garantiert die Verfügbarkeit der Produkte und erlaubt es uns, hochwertigere Artikel, Exklusivitäten oder Waren, die hoch im Trend sind, anzubieten, für die an Bord schlicht der Lagerplatz fehlen würde», erklärt die Pressestelle von French Bee. Dennoch schafft French Bee den Bordverkauf nicht komplett ab.

«Unsere Passagiere hängen nach wie vor sehr an diesem Service, insbesondere wegen der spontanen Einkäufe während des Fluges», erklärt die Airline. Parfüme bleiben die Bestseller , gefolgt von Kosmetik , Elektronik und Accessoires. Um im Trend zu bleiben, wird der Katalog alle vier Monate aktualisiert. French Bee ist kein Einzelfall: Die Branche setzt zunehmend auf dieses Hybridmodell.

Denn zollfreie Waren bleiben ein wichtiger Pfeiler der lukrativen Nebeneinnahmen. Gerade für Billigflieger wieAuch etablierte Airlines geben nicht auf: Air Canada hält auf ausgewählten Langstrecken am Duty-free-Angebot fest. Die französische Corsair kombiniert Online-Vorbestellungen mit der Lieferung an den Sitzplatz – die ideale Formel, um Einnahmen zu sichern und die Bordlogistik zu minimieren. In den sozialen Medien generieren Videos von Duty-free-Einkäufen nach wie vor Hunderttausende Klicks.

Für viele Passagiere gehört die Jagd nach Schnäppchen als dankbarer Zeitvertreib zum Langstreckenflug nach Tokio, New York oder Rio de Janeiro einfach dazu.

«Manche Spirituosen lohnen sich wirklich», schwärmt ein User auf Tiktok, während eine andere Reisende stolz ihre über den Wolken erzielten Schnäppchen in die Kamera hält. Ohnehin geht es um weit mehr als nur Zahlen. Für eine ganze Generation von Passagieren gehörte das Blättern im Bordmagazin und die Wahl des passenden Dufts fest zum Flugerlebnis.

«Wie viele Services wollen wir eigentlich noch streichen? », kritisiert eine Userin auf Instagram. Als Vielfliegerin auf der Swiss-Strecke Genf–Brüssel deckt sie sich an Bord nach wie vor mit Parfümen und Zigaretten ein – aus ihrer Sicht ist der Einkauf über den Wolken um Längen günstiger als in den Flughafenshops. Andere Passagiere sind hingegen erleichtert über das Aus des Bordshoppings.

Sie schätzen die neu gewonnene Ruhe in der Kabine, da es weniger Durchsagen und seltener blockierte Gänge durch Verkaufstrolleys gibt.

«Das ist ein überflüssiger Service mit begrenzter Auswahl», meint ein User im Netz. Angesichts sinkender Rentabilität, veränderter Konsumgewohnheiten und des zunehmenden Onlinehandels erscheint der Duty-free-Verkauf an Bord für einen Teil der Fluggesellschaften mittlerweile als ein Relikt der Vergangenheit – ein kostspieliger Service, der strategisch an Bedeutung verloren hat. Dennoch verkörpert er für viele treue Passagiere nach wie vor ein Stück Reiseerlebnis: die perfekte Symbiose aus der Jagd nach Schnäppchen und dem besonderen Vergnügen eines Langstreckenflugs. Foto: Korean Air

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