Am kommenden Mittwoch wird das höchste französische Gericht sein Urteil im Berufungsprozess der UBS fällen. Seit bald zehn Jahren zieht sich dieser Rechtstreit mit Milliardeneinsatz nun schon hin – und dessen Ausgang ist immer noch völlig offen. ...
Am kommenden Mittwoch wird das höchste französische Gericht sein Urteil im Berufungsprozess der UBS fällen. Seit bald zehn Jahren zieht sich dieser Rechtstreit mit Milliardeneinsatz nun schon hin – und dessen Ausgang ist immer noch völlig offen.
Der Fall hatte schon im erstinstanzlichen Prozess den Abschied von Sergio Ermotti im Herbst 2020 überschattet. Der Manager, der nun seit vergangenem März wieder am Ruder der Bank steht, ist mit der Materie also bestens vertraut. Ob sich seine unnachgiebige Haltung im Fall – er bezeichnete die harte Linie gegenüber Frankreich zuweilen als eine Frage der Ehre – seither geändert hat, ist jedoch die grosse Frage.
Durch die Berufung der UBS am höchsten Gericht des Landes wurden zwar die strafrechtlichen Sanktionen ausgesetzt, nicht aber der zivilrechtliche Teil. Der Schadensersatz von 800 Millionen an das französische Finanzministerium wurde von der Bank bereits gezahlt.Bei der jetzigen Entscheidung ist alles möglich, von der kompletten Aufhebung des Verfahrens, einer Teilrevision sowie einer Änderung der Bussen nach oben oder unten sowie eine vollumfängliche Bestätigung.
Es ist aber immerhin möglich, dass die UBS nun in dieser Instanz eine Verurteilung akzeptieren könnte. Dabei würde ein Entgegenkommen des Gerichts bei der Bussen-Bemessung sicher nochmals eine Brücke bauen. Eine materielle Neubewertung der Handlungen zählt jedoch nicht zur Aufgabe der Richter.