Die sadistischste Beauty-Show der 2000er schockiert noch 22 Jahre später

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Die sadistischste Beauty-Show der 2000er schockiert noch 22 Jahre später
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Operationen, Crash-Diäten und Sport kurz nach schweren Eingriffen: «The Swan» machte aus der Verwandlung von Frauen 2004 ein Spektakel für ein Millionenpublikum. Zwei Jahrzehnte später berichten Kandidatinnen und Mitarbeitende von Nacktfotos, Druck zu Operationen und mangelhafter Betreuung.

«Nehmt Hässliche und macht sie heiss»Nach den Operationen fühlten sich viele Kandidatinnen alleingelassen. Operationen, Crash-Diäten und Sport kurz nach schweren Eingriffen: «The Swan» machte aus der Verwandlung von Frauen 2004 ein Spektakel für ein Millionenpublikum.

Zwei Jahrzehnte später berichten Kandidatinnen und Mitarbeitende von Nacktfotos, Druck zu Operationen und mangelhafter Betreuung. Die TV-Sendung «The Swan» aus dem Jahr 2004 isolierte Frauen monatelang und unterzog sie extremen Diäten, hartem Training und zahlreichen Schönheitsoperationen. Eine neue Doku zeigt, wie wenig Mitspracherecht die Kandidatinnen hatten und wie stark sie zu Eingriffen gedrängt wurden. Viele Teilnehmerinnen berichten von körperlichen und psychischen Folgen sowie vom Gefühl, nach der Show allein gelassen worden zu sein.

Nasen-OP, Brustvergrösserung, Fettabsaugung im Gesicht, am Po, an den Beinen, Bauchstraffung, Augenlidstraffung, neue Zähne, 500 bis 800 Kalorien pro Tag, mehrstündige Sport-Sessions schon kurz nach den Operationen und noch mit Bandagen im Gesicht, drei Monate abgeschottet von Familie und Freund*innen. Klingt nach Folter, war aber eine kommerziell erfolgreiche Reality-TV-Sendung aus dem Jahr 2004. Zwei Staffeln von «The Swan» liefen auf dem US-Sender Fox. Auch Deutschland hatte einen eigenen Ableger: «The Swan – Endlich schön!

». Jetzt, 22 Jahre nach der Ausstrahlung, ist auf dem Streamingportal Hulu ein Dokumentarfilm über die US-Sendung erschienen. Darin sprechen ehemalige Teilnehmerinnen und Mitarbeitende der Sendung über ihre Erfahrungen vor, während und nach der Show. Und verraten schockierende Details.

«Der ursprüngliche Pitch lautete: Nehmt hässliche Tussen und macht sie heiss», erklärt es ein damaliger Produzent der Sendung im neuen Dokumentarfilm. Eine Teilnehmerin erzählt, sie habe sich gegen 250'000 Bewerberinnen durchgesetzt, für diese Zahl gibt es aber keine Belege. In beiden Staffeln der Serie wurden jeweils 16 Frauen ausgewählt, die als «hässliche Entlein» beschrieben wurden. Sie wurden für drei Monate von ihrem Umfeld, inklusive Partner und Kindern, abgeschottet.

Während dieser Zeit wurden sie von einem Personal Trainer, einer Ernährungsberaterin, einer Therapeutin und einem «Life Coach» mehr oder weniger betreut – und vor allem von einer Zahnärztin und zwei Schönheitschirurgen umgestaltet. Die Frauen, die die grösste Verwandlung durchmachten – sprich, die allen Operationen zustimmten und am meisten Gewicht verloren – nahmen am Ende an einem Schönheitswettbewerb teil, bei dem «The Swan», der schönste Schwan, gekürt wurde.

Als eine «frauenfeindliche Mischung aus den beiden Untugenden des Fernsehens: Kommerzialisierung und Konformität» bezeichnete das Magazindie Sendung 2004. Die Sendung musste sowohl von den Medien als auch dem Publikum viel Kritik einstecken. Kommerziell hatte «The Swan» trotzdem – oder gerade deshalb – riesigen Erfolg. 15 Millionen Menschen schalteten bei der ersten Folge ein.

«The Swan» wurde zu einer Zeit produziert, zu der die Welt verrückt war nach Makeover-Sendungen und unerreichbaren, ungesunden Schönheitsidealen. Im Nachhinein bezeichnet der Komiker Rob Anderson, der «The Swan» in seiner Jugend geschaut hat, die Sendung als «sadistischste Show, die je produziert wurde».12 ehemalige «Schwäne», mehrere Produzenten und Produzentinnen sowie Randal Haworth, einer der zwei Schönheitschirurgen, kommen zu Wort. Dazwischen dürfen auch ein Komiker und eine Schriftstellerin ihren Senf abgeben.

Sie haben die Sendung in ihrer Jugend als Zuschauende vor dem Fernseher verfolgt. Schönheitschirurg Randal Haworth bezeichnet die Sendung im Nachhinein als «empowering» für die Frauen. Auffallend viele Frauen waren vor ihrer Teilnahme in der Sendung im Militär.

«Die Sendung war in vielem ähnlich wie die Army», sagt eine der Ex-Kandidatinnen im Dokumentarfilm. «Da hiess es auch: Mach, was sie dir sagen. Hinterfrage die Regeln nicht. »Wo soll man anfangen?

Vielleicht, dass den Frauen, die eh schon unter einem schwachen Selbstbewusstsein litten, erst nach Start der Sendung mitgeteilt wurde, dass sie in einem Schönheitswettbewerb gegeneinander antreten müssen. Oder dass Schönheitschirurg Randal Haworth in einer Garage Nacktbilder von den Kandidatinnen machen liess – ohne diesen zu sagen wofür. Das verrät er erst jetzt im Dokumentarfilm: Er wollte ein Coffee Table Book mit den Fotos erstellen. Der Chirurg ist sowieso sehr gruselig.

Er erzählt, wie er die Frauen als Objekte sah, die er optimieren konnte.

«Ich schaute ihre Gesichter an», erzählt er. «Ich war wie ein Klempner. » Die Interviewerin unterbricht ihn. Diese Aussage sei etwas seltsam, meint sie.

«Sie vergleichen gerade Frauen mit Toiletten. » Bei manchen Kandidatinnen operierte ein Chirurg den Körper, während der andere gleichzeitig das Gesicht bearbeitete. Eine Kandidatin erzählt, dass sie sich geweigert habe, einige der Eingriffe machen zu lassen, die ihr die Chirurgen vorgeschlagen hatten. Die Quittung: Sie flog früh aus dem Schönheitswettbewerb.

«Einige der anderen Frauen sagten mir im Nachhinein, dass sie nicht wussten, dass sie Nein sagen können», erzählt sie im Dokumentarfilm. «Dabei ging es um unsere Körper! » Eine Produzentin bestätigt: «Die Frauen hatten etwa ein Prozent Mitspracherecht bei dem, was mit ihnen gemacht wurde. » Einigen sei gedroht worden, dass man sie nach Hause schicke, wenn sie eine Operation verweigern.

Nach den Operationen seien die Kandidatinnen in ihren abgeschotteten Wohnungen weitgehend auf sich gestellt gewesen, sagen sie heute. Eine Pflegefachfrau sei für alle Frauen gleichzeitig zuständig gewesen. Deshalb hätten sich die Kandidatinnen gegenseitig dabei geholfen, die mit Körperflüssigkeiten getränkte Bettwäsche zu wechseln Viele schockierende Szenen sind aber schon 2004 im TV ausgestrahlt worden. Wie das Chirurgen-Team über die Kandidatinnen spricht, beispielsweise.

«Sie sieht aus wie eine Hexe», sagen sie über eine der Frauen. «Ihr grösstes Problem ist: Sie hat viel zu lange Nasenlöcher. » «Ihre Zähne sind viel zu männlich», heisst es über eine andere. Diese lacht heute im Dokumentarfilm über die Aussage.

«Was sind männliche Zähne? », fragt sie sich. Während manche noch immer mit der Produzentin in sporadischem Kontakt stehen, fühlen sich andere alleingelassen – auch mit den Nachwirkungen ihres OP-Marathons. Einige erzählen von verrutschten oder geplatzten Brustimplantaten, die zwar einmal vom «The Swan»-Team nachgebessert, beim zweiten Mal aber als Sache der ehemaligen Kandidatin abgetan wurden.

Vielen Kandidatinnen fielen die künstlichen Zähne reihenweise aus dem Mund – laut Aussagen der Frauen praktiziert die Zahnärztin aus der Sendung heute nicht mehr. Bei manchem Kandidatinnen musste die grosse Enthüllung vor dem Spiegel mehrmals gefilmt werden, da ihre Reaktionen der Produzentin nicht tränenreich genug war. Auch psychisch ging es den Frauen trotz der «Verwandlung» in der Sendung nicht unbedingt besser. Eine erzählt, sie habe sich bereits einen Tag nach der Sendung frustriert und emotional verwundet gefühlt.

Und sie habe sich dafür geschämt, in der Sendung mitgemacht zu haben. Einige erzählen von psychischen Problemen oder Gewalt durch ihren Partner.

«Du bist hässlich», soll ein Partner seiner Frau auch nach der äusserlichen Verwandlung an den Kopf geworfen haben. Diese Probleme waren wohl nicht Folge der Teilnahme an der Sendung. Die Beispiele zeigen aber, dass die Frauen nach der Sendung zwar mit einem neuen Körper in die Welt entlassen wurden, sich ihr Leben aber nicht, wie von den Macherinnen versprochen, komplett verändert hat.

«Ich bereue nicht die Schönheitsoperationen», fasst es eine Ex-Kandidatin zusammen. «Aber ich bereue den Prozess, wie ich da hingekommen bin. »Ich hab's getan. Ob die anderen etwas merken?

Viele reden über Schönheits-OPs, aber kaum jemand sagt: Ich habe es getan. blue News-Redaktor Bruno Bötschi, 54, steht dazu, dass er sich hat Botox spritzen lassen.

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