Das Ende der Traditionsbeiz «Hirschen» in Lutzenberg

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Das Ende der Traditionsbeiz «Hirschen» in Lutzenberg
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Das Gasthaus «Hirschen» in Lutzenberg, ein beliebter Treffpunkt mit langer Geschichte, wird endgültig geschlossen. Der Schriftzug «Gasthaus Hirschen», das letzte Zeichen der Vergangenheit, wird bald entfernt.

Es war eines der Gasthäuser mit grosser Tradition: Der «Hirschen» in Lutzenberg wurde 1872 eröffnet – und wurde rasch zum beliebten Treffpunkt. Nachdem vor einigen Jahren der Betrieb eingestellt wurde, wird nun das letzte Zeichen, das an die Vergangenheit erinnerte, abmontiert. Beliebter Treffpunkt in Lutzenberg war das Gasthaus Hirschen. Die Reaktivierung als Wirtschaft ist für die neue Eigentümerschaft kein Thema, und der altvertraute Schriftzug « Gasthaus Hirschen» wird bald verschwinden.

Zu den Vorderländer Gasthäusern mit grosser Tradition gehörte der «Hirschen» im Lutzenberger Ortsteil Brenden. Hier tagte zeitweilig sogar der Ausserrhoder Regierungsrat. Jetzt aber ist das endgültige Aus der Wirtschaft besiegelt. Das Haus Hirschen hat eine lange Geschichte, auch als Gastronomiebetrieb. Es wurde kurz vor dem Jahr 1800 von Textilunternehmer Johannes Niederer erbaut. In der zweiten Hälfte der 1850er-Jahre entstand die durchgehende Strasse von Rheineck via Brenden nach Walzenhausen, womit das Haus zu einer guten Geschäftslage kam. «1872 wurde im Haus der Doppelbetrieb Gasthaus und Metzgerei eröffnet und von verschiedenen Eigentümern geführt. Rasch wurde die Wirtschaft zum beliebten Treffpunkt», schreibt Rolf Niederer in der Lutzenberger Dorfchronik. Im «Hirschen» fanden sogar Sitzungen der Ausserrhoder Regierung statt. Dies auf Wunsch von Reinhard Hohl-Tobler (1841–1930). Als Lutzenberger Gemeindehauptmann wurde er 1887 von der Landsgemeinde in die Kantonsregierung gewählt, der er bis 1893 angehörte. Als einflussreiche Persönlichkeit überzeugte er seine Kollegen von der Wichtigkeit, Sitzungen auch im Vorderland abzuhalten. Als idealer Tagungsort erwies sich der «Hirschen», der über eine Haltestelle der Kutschenverbindung ab dem Bahnhof Rheineck bis Walzenhausen verfügte. Als Eigentümer und Wirtsleute listet Chronist Rolf Niederer Jakob und Nina Niederer-Affeltranger sowie die Nachfolger Emil und Nina Nüesch-Niederer auf. Im Juli 1972 übernahmen die Eheleute Josef und Regula Eigensatz-Hohl den Doppelbetrieb, der auch jetzt zu den guten Adressen im Vorderland zählte. Mit dem frühen Tod von Josef Eigensatz im Jahr 1983 wurden die Metzgerei und der angegliederte Lebensmittelladen aufgehoben. Das Restaurant aber blieb bestehen. 1988 erwarben Marlies und Urs Zäch-Müller die Liegenschaft. Die Wirtschaft wurde nun von Ehefrau Marlies Zäch-Müller geführt, die das Lokal im Jahr 2000 aus gesundheitlichen Gründen schliessen musste. Die Gaststube und das Säli wurden nun als Wohnräume genutzt. Ende 2024 verkaufte das Ehepaar Zäch das zum Wohnhaus gewordene Gebäude an eine Immobilienfirma, die den an eine grosse Tradition erinnernden Schriftzug «Gasthaus Hirschen» demnächst entfernen wird. Damit verschwindet noch das letzte Zeichen, das an die Traditionsbeiz erinnerte

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