Chinas Wirtschaft stottert: Deflation, grassierende Jugendarbeitslosigkeit und rekordtiefe ausländische Investitionen machen Ökonomen und Politiker weltweit nervös.
taxiert diesen Schuldenberg derzeit auf 282 Prozent des Bruttoinlandsproduktes . Und diese Schulden werden durch die Deflation noch grösser. Gleichzeitig ist der Immobilienmarkt seit Monaten am Schwimmen.
Die Konsumenten in China macht das nervös: Sie geben trotz gesunkener Preise nicht mehr aus, sondern sparen lieber. Chinese President Xi Jinping attends a working session on food and energy security during the G20 Summit, Tuesday, Nov. 15, 2022, in Nusa Dua, Indonesia. Auch die Exporte sind zuletzt deutlich zurückgegangen: Im Juli stand ein Minus von 14,5 Prozent zu Buche. Zuletzt war es im Juli 2020 so ernst. «Vor der Pandemie ist China um etwa sechs Prozent gewachsen», erklärt David Dollar vom China-Zentrum der Washingtoner Denkfabrik Brookings Institute beimDer schwächelnde Immobilienmarkt, der für rund ein Fünftel der Wirtschaftsleistung verantwortlich ist, interagiert mit den schlechten Zahlen: Obwohl die Immobilienpreise sinken, würde niemand investieren, erklärt Dexter Roberts vom Atlantic Council. Viel vom Vermögen der Leute stecke bereits im Immobiliensektor. Jetzt wolle aber niemand verkaufen – und die Leute würden stattdessen sparen.Das liegt auch daran, dass Washington aktiv versucht, sich von Pekings Wirtschaft zu entkoppeln. Laut US-Behörden sind die Importe aus dem Reich der Mitte im Juni um 23,7 Prozent eingebrochen. Mexiko hat China damit als grössten Handelspartner der USA überholt. Die Folge: Mit 6,3 Prozent Wachstum im zweiten Quartal dieses Jahres wuchs die Wirtschaft deutlich schwächer als von Experten erwartet.Es geht um die nationale Sicherheit: US-Präsident Joe Biden nimmt inmitten grosser Spannungen China ins Visier und will bestimmte US-Investitionen regulieren. Biden erliess ein entsprechendes Dekret mit dem Ziel, sensible Technologien zu schützen. Washington wirft Peking vor, US-Investitionen auszunutzen, um seine militärischen Fähigkeiten weiterzuentwickeln.Auf dem internationalen Parkett ist das Vertrauen in Pekings Ökonomie nicht zuletzt Xi Jinpings One-Man-Show offenbar kräftig gesunken: Die ausländischen Direktinvestitionen sind im zweiten Quartal auf ein Rekordtief gesunken, meldetSie lagen demnach bei 4,9 Milliarden Dollar, was jedoch einem Rückgang von satten 87 Prozent zum Vorjahr entspreche. Dabei spiele auch der Taiwan-Konflikt zwischen den USA und China eine Rolle. Dass im Juni ein neues erlassen worden ist, das sehr allgemein formuliert ist, schrecke Investoren zusätzlich ab, heisst es weiter.In der Kombination sind diese Negativfaktoren noch fataler, weiss David Dollar: «Die Hauptbestandteile des BIP auf der Nachfrageseite – der Konsum, Investitionen und Netto-Exporte – haben alle derzeit ernste Probleme.»fortan darauf, die Werte der Jugendarbeitslosigkeit anzugeben, nachdem im Juni bereits eine Rekordmarke von 21,3 Prozent erreicht worden war. Die allgemeine Arbeitslosenzahl stieg im Juli erneut an – auf 5,3 Prozent. Doch dieser Wert enthält nur die Stadtbevölkerung, die 63,9 Prozent der Bevölkerung ausmacht. Und: Wer während er Erhebung der Arbeitslosenzahlen, die rund eine Woche dauert, eine Stunde oder mehr gearbeitet hat, gilt nicht als arbeitslos. Das Londoner Wirtschaftsinstitut Capital Economics warnt nun Investoren: «Es gibt ein reales Risiko, dass die Wirtschaft in eine Rezession fällt, wenn die politische Unterstützung nicht bald hochgefahren wird.» Chinas Zentralbank versucht, mit der zweiten Zinskürzung innert dreier Monate gegenzusteuern. Die Misere ist auch dem US-Präsidenten nicht entgangen. «Sie haben einige Probleme», bekundet Joe Biden laut am 10. August bei einem Auftritt in Utah. «Das ist nicht gut, denn wenn schlechte Leute Probleme haben, machen sie schlechte Sachen. China hat Ärger am Hals.» Die Wirtschaft sei «eine tickende Zeitbombe».
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