Die SP-Politikerin und die ehemalige Marathonläuferin sprechen über schwere Verletzungen und ihren Weg zurück. Beide blicken auf neue Ziele.
SP-Politikerin Colette Basler und Sportlerin Delia Guggenheim wurden beide schwer verletzt. Im Rampe-Talk über ihre Gefühle, den Weg zurück ins Leben und ihre nächsten Ziele: Die eine will in den Nationalrat, die andere trainiert für die Paralympics 2028.
Colette Basler und Delia Guggenheim sprechen im Rampe-Talk über ihre schweren Verletzungen und den Weg zurück. Beide arbeiten an ihren nächsten Zielen: Basler will in den Nationalrat, Guggenheim bereitet sich auf die Paralympics 2028 vor.
«Wie geht es dir? » – eine Frage, die oft beiläufig gestellt wird und auf die man nicht immer eine ausführliche oder ehrliche Antwort erwartet. Im aktuellen Rampe-Talk stellt Moderator und AZ-Chefredaktor Fabian Hägler die Frage seinen beiden Gästen aber mit einem sehr ernsthaften Hintergrund..
«Den Umständen entsprechend geht es mir sehr gut», antwortet sie. Noch sei aber nicht alles wie vor dem Unfall: «Vorhin war ich kurz draussen. Hier drin sind viele Leute, viel Lärm, viele Informationen – das ist immer noch etwas schwierig. » Sie merke jeweils im Kopf, dass sie kurz eine Pause machen müsse, erklärt Basler.
Auch die ehemalige Marathon- und Ironman-Athletin Delia Guggenheim sagt, es gehe ihr grundsätzlich sehr gut.
«Ich habe die Frage nicht so gern», gibt sie zu. «Es kommen mir immer tausend Gedanken in den Kopf und eigentlich ist sie zu komplex, um eine richtige Antwort geben zu können. » Guggenheim wurde im März 2025 von einem Auto angefahren. Jetzt trainiert sie im Rollstuhl für die Paralympics.
Die Frau, die hinter dem Steuer sass, hatte Alkohol und Drogen konsumiert. Trotzdem sagt Guggenheim: «Ich bin nicht wirklich wütend – ich glaube, das wäre anders, wenn es zum Beispiel meine Schwester getroffen hätte. » Sich mit Wut zu beschäftigen, bringe sie auf ihrem Weg nicht weiter, sagt die Sportlerin. Trotzdem gebe es Momente, in denen sie sehr frustriert sei.
«Auch bei der Gerichtsverhandlung war ich hässig», gibt Guggenheim zu. «Ich hatte das Gefühl, die Frau hat nicht wirklich verstanden, welche Folgen ihr Verhalten auf ein anderes Leben hatte. » Delia Guggenheim war Marathon- und Ironman-Athletin, wurde von einem Auto angefahren und sitzt seither im Rollstuhl.
«Mich mit Wut zu beschäftigen, bringt mich nicht weiter», sagt sie. Beide Frauen haben sich zurück ins Leben gekämpft. Basler schildert die Zeit im Krankenhaus so: «Zuerst konnte ich in der AZ nur ein Wort in einem Titel lesen, dann ging schon nichts mehr. Nach einer Woche schaffte ich den ganzen Titel.
» Ob sie wieder komplett genesen würde, habe man nicht von Anfang an gewusst.
«Meine Schwester hat mir später erzählt, dass ich sie schon im Spitalbett herumbefohlen habe – da habe sie gewusst, es kommt schon wieder gut. » Beide Frauen wurden auf ihrem Weg von Familie und Freunden unterstützt.
Guggenheim, die Psychologie studiert hat, konnte dabei auch von ihrer Ausbildung profitieren.
«Man bekommt ein gutes Verständnis dafür, dass man einen aktiven Einfluss auf seine Gedanken hat», erklärt sie. Man sei dem nicht einfach ausgesetzt. Colette Basler erzählt, sie habe gar keine Zeit gehabt, um daran zu denken, dass es vielleicht nicht funktionieren könnte.
«Ich habe auch in der Reha den Livestream des Grossen Rats geschaut», erzählt sie. «Da habe ich gedacht: Ich muss zurück. » SP-Grossrätin und Präsidentin des Verbands Bildung Aargau: «Ich habe auch in der Reha den Livestream des Grossen Rats geschaut. Da habe ich gadacht: Ich muss zurück.
»Auch für Delia Guggenheim war sehr schnell klar, dass sie zu ihrer Leidenschaft, dem Sport, zurückkehren möchte. Noch am Unfallort sagte sie zu ihrer Mutter: «Es ist mir alles egal, ich gehe auch an die Paralympics, ich möchte einfach nicht sterben. » Das sei vielleicht auch ihr Weg gewesen, um dem Umfeld die Sorgen zu nehmen.
«Alle wussten, wie wichtig mir der Sport ist. So war klar: Ich komme damit klar, ich werde neue Ziele finden. » Nun arbeitet die Rollstuhlathletin auf die Paralympics 2028 hin. Und auch Colette Basler bereitet sich auf die nächste Herausforderung vor: Sie möchte für die SP in den Nationalrat einziehen.
«Es ist ein Wunder, dass ich überlebt habe»: Colette Basler spricht erstmals über ihren schweren Unfall Sie wollte nur ihre Kühe füttern – dann passierte es: Colette Basler stürzte vom Heuboden und verletzte sich schwer. Erstmals seit ihrem Unfall spricht die Aargauer SP-Grossrätin über das dramatische Ereignis, ihren Weg zurück ins Leben und ihre Zukunft.
Mit grossen Emotionen ins Ziel: Wie Delia Guggenheim nach ihrem Unfall neue Stärke fand Delia Guggenheim aus Zumikon ZH erlitt bei einem unverschuldeten Unfall im März eine Querschnittlähmung. Nun bestritt die 23-jährige Studentin ihren ersten Marathon mit dem Rollstuhl. Wie geht es Ihnen? Was oft nur Smalltalk ist, hat bei diesen zwei Frauen eine ganz andere Bedeutung.
Colette Basler und Delia Guggenheim erzählen im Rampe-Talk, wie sie nach einem schweren Schicksalsschlag den Weg zurück geschafft haben. Der Livestream zum Nachschauen. Copyright © Aargauer Zeitung. Alle Rechte vorbehalten.
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