«Choking Challenges» in Schwyz: Polizei und Staatsanwaltschaft ermitteln

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«Choking Challenges» in Schwyz: Polizei und Staatsanwaltschaft ermitteln
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Nach mehreren Meldungen an Schulen warnt die Polizei vor den lebensbedrohlichen Mutproben. In Schwyz laufen inzwischen auch Abklärungen der Staatsanwaltschaft.

In Schwyz schalten sich nach Würgespielen an Schule n Polizei und Staatsanwaltschaft ein. Während dort die Alarmglocken schrillen, bleibt die Lage in den übrigen Innerschweizer Kantonen bislang ruhig.

Im Kanton Schwyz sind der Polizei mehrere Vorfälle im Zusammenhang mit sogenannten «Choking Challenges» unter Kindern und Jugendlichen gemeldet worden. Hierbei wird die Sauerstoffzufuhr zum Gehirn durch starken Druck auf den Hals absichtlich unterbrochen, um einen kurzen Rauschzustand und eine Ohnmacht herbeizuführen. Die Folgen können verheerend sein: Neben schweren Verletzungen von Atemwegen und Blutgefässen sowie akuter Erstickungsgefahr drohen durch den plötzlichen Kontrollverlust schwere Sturzverletzungen.

Im schlimmsten Fall führt der Sauerstoffmangel zu irreversiblen Hirnschäden oder zum Tod. Verletzte habe es nach bisherigen Erkenntnissen nicht gegeben, teilte die Schwyzer Kantonspolizei am Donnerstag mit. Dennoch warnt sie eindringlich vor den lebensbedrohlichen Mutproben und appelliert an Jugendliche, Würgen keinesfalls als Spiel abzutun. Die Vorfälle haben inzwischen ein juristisches Nachspiel: Die für Jugendstrafsachen zuständige Abteilung der Schwyzer Staatsanwaltschaft hat entsprechende Abklärungen aufgenommen.

Auch an den Schulen sorgt das Phänomen für Unruhe. Unlängst wandte sich die Mittelpunktschule Schwyz mit einem Informationsbrief an die Eltern, wie derberichtete. Erziehungsberechtigte werden darin aufgefordert, ihren Nachwuchs aktiv für die Gefahren solcher Internettrends zu sensibilisieren, sie gegen Gruppendruck zu wappnen und bei verdächtigen Spuren wie Hämatomen am Hals umgehend das Gespräch zu suchen. Bei Notfällen gelte es, unverzüglich Sanität oder Polizei zu alarmieren.

Die Social-Media-Plattformen dürften sich des Problems bewusst sein: Sucht man auf Tiktok beispielsweise nach Begriffen wie «Blackout Challenge», blockiert die Plattform die Videos und blendet stattdessen automatisch eine Sicherheitswarnung sowie Hilfsangebote ein. Ausserhalb von Schwyz scheint der gefährliche Trend bisher noch nicht aufgetaucht zu sein: Eine Umfrage dieser Zeitung bei den Polizeikorps der übrigen Zentralschweizer Kantone ergab übereinstimmend keine bekannten Vorfälle rund um die gefährlichen Würgespiele. Weder in Zug, Uri, Nidwalden, Obwalden noch in Luzern mussten die Behörden bisher intervenieren.

«Es gibt keine Hinweise darauf, dass die Teilnahme von Jugendlichen im Kanton Zug an solchen ‹Blackout Challenges› zunimmt», hält eine Sprecherin der Zuger Polizei stellvertretend fest. Man beobachte die Entwicklung andernorts zwar aufmerksam, akuter Handlungsbedarf bestehe jedoch nicht. Stattdessen setzen die Kantone auf Aufklärung im Klassenzimmer.

«Wir unterstützen die präventiven Empfehlungen der Schwyzer Kantonspolizei vollumfänglich», betont Mario Kiefer von der Urner Polizei. Während in Nidwalden jede erste Oberstufe in jährlichen Gewaltpräventions-Workshops auch für solche Phänomene sensibilisiert wird, verweist die Luzerner Polizei primär auf die Schulen selbst: Diese gingen «situativ und flexibel» auf neue digitale Risiken ein, sagt Sprecher Yanik Probst. Copyright © Luzerner Zeitung. Alle Rechte vorbehalten.

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