CDs erleben ein Comeback. Kaufst du auch wieder CDs? Wir haben nachgefragt und analysiert.
, im Auto oder unterwegs mit dem tragbaren CD-Player: Für Millennials gehörten CDs fest zur Kindheit und Jugend. Das Booklet durchblättern, die Lieblings-CD einlegen und ein Album von Anfang bis Ende hören – heute ist das pureund bei einer Strassenumfrage wollten wir von euch wissen: Habt ihr noch welche, hört ihr sie noch und würdet ihr euch neue kaufen?
Ich will Musik auch ohne Internet oder Abo hören können. Carlota und Maria hören heute vor allem über die klassischen Streamingdienste Musik. CDs spielen in ihrem Alltag eher eine Nebenrolle. Carlota besitzt zwar noch CDs, nutzt sie aber nicht mehr primär zum Musikhören: «Ja, ich habe CDs, aber nur als Deko», verrät sie.
«Wir haben auch einen CD-Player zu Hause, noch von früher», ergänzt sie. Maria könnte sich hingegen vorstellen, auch heute noch CDs zu kaufen.
«Aber nur von meinem Lieblingssänger oder meiner Lieblingssängerin», sagt sie. Carlota würde heute noch etwa 20 Franken für eine CD ausgeben, Maria hingegen bis zu 40 Franken, wie sie sagt. Für Jeffrey müsste eine CD heute mehr bieten als nur Musik.
«Wenn etwas Spezielles auf der CD ist, zum Beispiel Artworks, würde ich eventuell eine kaufen, sonst eher nicht», sagt er. Mit Artworks sind die visuellen und grafischen Elemente einer Musikveröffentlichung gemeint, etwa das Cover, Fotos oder das Booklet. Entscheidend sei für ihn, dass der Tonträger auch als Objekt einen besonderen Wert hat. Jeffrey wurde mit CDs gross – heute würde er nur eine kaufen, wenn sie als Objekt einen besonderen Wert hat, etwa durch Artworks.
Aber CDs wecken bei Jeffrey auch Kindheitserinnerungen: «Mein Vater hat ganz viele. Unten im Keller haben wir eine grosse Sammlung und auch einen CD-Player», sagt er gegenüber 20 Minuten.
«Ich bin damit aufgewachsen. »Schon seit 1992 erscheint mehrmals jährlich die ikonische Bravo Hits CD. Unser Tool zeigt dir zu jedem Jahr die passende Ausgabe mit Cover und Songliste – und direktem Link zur Playlist. Die aktuellsten Hits auf zwei CDs: Seit 1992 bringt die ikonische Bravo Hits die Charts ins CD-Regal.
Inzwischen gibt es 134 Ausgaben. Unser Community-Aufruf ergab, dass CDs auch heute weiterhin sehr gefragt sind. Leser Marc schreibt: «Ich habe nie aufgehört, CDs zu kaufen. Lediglich Hörbücher kaufe ich rein digital.
» Mättu setzt ebenfalls auf physische Formate. Er kauft vor allem ältere CDs und Platten und für unterwegs kopiert er seine Musik sogar auf Kassette und hört sie im ÖV. Auch für Leserin Melanie sind CDs kein Trend, der erst wieder zurückkommen muss: «Ich habe nie aufgehört, CDs zu kaufen. Am liebsten kaufe ich sie direkt nach einem Konzert bei der Band und lasse sie dann signieren.
So ist die CD eine schöne Erinnerung an einen Livemusik-Abend», schreibt sie. Bei Galaxus haben sich portable CD-Player von Januar bis Mitte September 2026 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 34 Prozent häufiger verkauft.
«Auch portable CD-Player verkaufen sich dieses Jahr gut», sagt Tobias Heller, Senior Communications Manager. Er vermutet, dass Käuferinnen und Käufer die Geräte vor allem für ihre bestehenden CD-Sammlungen nutzen. Die Nachfrage nach Schallplatten sei allerdings viel stärker steigend: Vinyl legte im gleichen Zeitraum um 213 Prozent zu und Plattenspieler um 33 Prozent.
Auch bei Mediamarkt zeigt sich ein leichter Aufwärtstrend: Demnach steigt in der Schweiz vor allem die Nachfrage nach tragbaren CD-Playern: «Der Trend ist noch eine Nische, aber klar sichtbar. Weniger bei klassischen HiFi-CD-Playern, sondern stärker bei günstigen, portablen Geräten und All-in-One-Radios mit CD. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum ist der Absatz in diesem Segment um rund 40 Prozent gestiegen. » Die Zielgruppe sind vor allem junge Menschen aus der Gen Z: «Die Altersgruppe dürfte etwa 15 bis 25 Jahre alt sein.
»Bei Fust sehe man keine markant steigende Nachfrage, erklärt Angelika Eugster, stellvertretende Medienverantwortliche. Vielmehr handle es sich um eine «konstante, eher punktuelle Nachfrage auf kleinem Niveau». Für Soziologin und Trendexpertin Prof. Dr. Monika Kritzmöller liegt ein möglicher Grund für das CD-Revival in ihrer physischen Präsenz: «Schallplatten und CDs sind nicht nur Musik, sondern Objekte, versehen mit einem mehr oder minder sorgsam gestalteten Cover anstatt einer Zeile auf dem Display. » Dadurch werde Musikhören zu einem multisensorischen Erlebnis.
Man höre die Musik nicht nur, sondern nehme auch das Cover und das Booklet wahr. Prof. Dr. Monika Kritzmöller untersucht Lebensstile und Alltagskultur in ihrem Forschungs- und Beratungsinstitut Trends+Positionen.
Zudem unterrichtet sie als Titularprofessorin für Designsoziologie an der Universität St. Gallen Ein weiterer Grund für die anhaltende Faszination von CDs ist laut der Trendexpertin der Besitz. Streaming sei «ebenso unverbindlich wie Carsharing oder das Mieten von E-Scootern: Es ist ein Nehmen und Weglegen». Eine dauerhafte Bindung zur Musik oder zum Objekt entstehe so weniger leicht.
Eine CD zu besitzen, könne dagegen unabhängig machen: «Als Nutzer bin ich nicht auf einen Streamingdienstleister angewiesen, an dessen Abo ich hänge, und habe die Freiheit, eine CD heute oder in 20 Jahren wieder anzuhören. » Gleichzeitig sei der Kauf eines Tonträgers auch ein Bekenntnis zur Künstlerin oder zum Künstler, so à la: «Deine Musik ist mir etwas wert. »
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