Die Militäranlage Bettwil soll zum zentralen Übungsplatz für Patriot-Luftabwehrsysteme werden. Während die Bauarbeiten planmäßig starten sollen, stehen das Patriot-Projekt selbst wegen Kostenexplosion, Lieferverzögerungen und möglichen Ausstiegsoptionen unter massivem Druck.
Der Bund plant, die Militäranlage Bettwil auf dem Lindenberg umfassend zu modernisieren und sie als zentralen Übungsplatz für die Patriot- Luftabwehr systeme zu nutzen. Die ursprünglich für Bloodhound-Raketen erbaute Anlage diente in den letzten Jahren vor allem Trainingszwecken für Armee, Polizei und Feuerwehr.
Doch das Patriot-Projekt selbst steht unter erheblichem Druck: Die Systemlieferungen verzögern sich, und die Kosten sind von ursprünglich 2,3 Millionen Franken auf etwa 4,6 Millionen Franken nahezu verdoppelt. Zudem wird mit einer Einsatzbereitschaft frühestens ab 2032 gerechnet, und es wird sogar ein möglicher Ausstieg aus dem Projekt erwogen, während der Bund alternative Optionen prüft. Unabhängig von diesen Unsicherheiten sollen die Bauarbeiten in Bettwil noch in diesem Jahr beginnen.
Das Verteidigungsdepartement (VBS) betont, dass der Lieferverzug des Patriot-Systems keinen Einfluss auf die Sanierungsarbeiten im Übungsplatz Bettwil habe und die Modernisierung wie geplant umgesetzt werde. Im Bewilligungsverfahren hatte es Einsprachen gegeben, insbesondere wegen der geplanten Umzäunung. Nach Angaben des VBS gab es drei private Einsprachen und eine Eingabe der Gemeinde. Durch Anpassungen am Zaunverlauf konnten die offenen Punkte jedoch bereinigt werden, und derzeit läuft die kantonale Stellungnahme.
Ob die Anlage künftig tatsächlich für das Patriot-System genutzt werden kann, bleibt aufgrund der Projektunsicherheiten offen. Die Erneuerung des Standorts selbst gilt jedoch als beschlossene Sache
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