Auf der Insel Anholt untersuchen Experten den Kadaver des Buckelwals Timmy, der seit Wochen in der Sonne liegt. Die Fäulnisgase werden zur Herausforderung.
Buckelwal Timmy wurde am 14. Mai vor Anholt tot aufgefunden, am 30. Mai wurde der Kadaver geborgen.. Tierärzte und Wal-Experten wollen den Kadaver untersuchen und wissenschaftliche Proben entnehmen.
Presse und Öffentlichkeit dürfen zusehen. Der dänische Wal-Forscher Peter Teglgaard Madsen warnte: Das werde nichts für schwache Nerven.
«Der Wal hat jetzt schon sehr lange in der Sonne gelegen und wird sehr stinken», sagte er der Deutschen Presse-Agentur. Ein Bergungsteam hatte den Kadaver am Wochenende aus dem flachen Wasser auf den Strand gezogen. Der Wal hatte da bereits zwei Wochen tot vor der Insel gelegen. Mit Hilfe eines Radladers wurde Anfang der Woche der sandige Untergrund rund um den Wal geglättet.
So wird die Obduktion ablaufen Am Donnerstagnachmittag soll das Untersuchungsteam mit der Fähre auf der kleinen Insel ankommen. Die Obduktion soll etwa sechs Stunden dauern. Vor allem wollen die Experten herausfinden, woran der Wal gestorben ist.
«Das Tier wird zunächst vermessen, sein Geschlecht wird bestimmt werden, und dann wird man Hautproben für einen DNA-Test entnehmen», erklärte Wal-Experte Madsen. Das Team werden äussere Verletzungen dokumentieren und nach Anzeichen für Krankheiten und Parasiten schauen.
«Dann wird man den Kadaver mit einem langen Messer punktieren, eine Art Loch hineinschneiden», sagte Madsen. «Das wird heftig: Man kann sich das vorstellen, als wenn man in einen Ballon sticht – da ist wirklich Druck drauf. »Anschliessend werden die Organe und andere Teile des Tiers gründlich untersucht, etwa auf innere Blutungen. Wasser in der Lunge könnte ein Indiz dafür sein, dass der Wal ertrunken ist.
«Weil das Tier schon so lange tot ist, könnte es aber schwierig werden, dazu etwas zu sagen. »Im Darm des Buckelwals werden die Experten nach Plastik und Fischereimaterial suchen.
«Vier der sechs letzten in Dänemark gestrandeten Buckelwale hatten zuvor Kontakt zu Fischernetzen – und wir wissen sicher, dass die zu ihrem Tod beigetragen haben», sagte Madsen, der in den letzten 25 Jahren nach eigenen Angaben bei jeder Wal-Obduktion in Dänemark dabei war. Dass die Untersuchungen direkt am Strand von Anholt stattfinden, war eigentlich nicht so geplant. Ursprünglich hatten die dänischen Behörden versucht, den Kadaver in einen Hafen zu ziehen. Das missglückte aber.
Nun sollen die Überreste nach der Obduktion in eine Verwertungsanlage auf dem Festland gebracht werden.
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