Händler, die nach Hinweisen auf eine nachhaltige Bitcoin-Rally suchen, richten ihr Augenmerk auf eines der wichtigsten Ereignisse am Derivatemarkt.
Der Verfall von Optionskontrakten im Wert von rund 15 Milliarden US-Dollar gilt als eines der wichtigsten Ereignisse am Derivatemarkt und steht am Freitag an. Mehr als ein Drittel der gesamten offenen Kontrakte beiDas Put-Call-Verhältnis – eine viel beachtete Kennzahl für das Verhältnis von Verkaufs- zu Kaufoptionen – liegt bei 0,70.
Das deutet darauf hin, dass vermehrt auf steigende Kurse gesetzt wird. Die grösste Konzentration an Call-Optionen findet sich bei den Ausübungspreisen von 85'000, 90'000 und 100'000 US-Dollar.deutlich über dem sogenannten «Max-Pain»-Niveau von 76'000 US-Dollar – jenem Kurs, bei dem die grösste Anzahl an Optionen wertlos verfallen würde. Händler beobachten nun, ob Absicherungsmassnahmen im Zusammenhang mit den umfangreichen Call-Positionen den Markt noch vor der Abrechnung am Freitag bremsen. Die Positionierung am Optionsmarkt begrenzt Kursanstiege oft vorübergehend.
Händler verhalten sich im Bereich der aktuellen Kurse weitgehend neutral, sind jedoch so positioniert, dass sie bei einem Anstieg von Bitcoin in Richtung 90'000 bis 95'000 US-Dollar zu Verkäufen veranlasst werden könnten, um ihre Absicherungen auszubalancieren – was die Kursgewinne bis zum Ablauf der Optionen potenziell dämpft.
«Absicherungsaktivitäten könnten daher Kursanstiege bis zum Verfall dämpfen; die Dynamik könnte wieder anziehen, sobald diese Optionen auslaufen oder auf den nächsten Quartalsverfallstermin übertragen werden», sagte Caroline Mauron, Mitbegründerin von Orbit Markets, einem Liquiditätsanbieter für Derivate auf digitale Vermögenswerte. Der Wendepunkt am Optionsmarkt folgt auf eine kräftige Erholung des Bitcoin, die im August einsetzte, als die Ankündigung von Rückkäufen durch das US-Finanzministerium einen Kursanstieg bei den meisten Risikoanlagen auslöste.
Seither hat der Bitcoin mehr als 30 Prozent an Wert gewonnen.iShares Bitcoin Trust von BlackRock in der vergangenen Woche an. Da der Schwerpunkt dieser Kontrakte stark auf Kaufoptionen lag, führte die Rallye des Bitcoin dazu, dass viele dieser Positionen in die Gewinnzone rückten. Dies zwang die Händler, welche die Optionen verkauft hatten, zum Kauf von IBIT-Anteilen, um ihre Risikopositionen abzusichern – so die Einschätzung von Mauricio Di Bartolomeo, Mitbegründer des Krypto-Kreditgebers Ledn.
Diese Kaufaktivität könne sich auf die zugrundeliegende Kryptowährung übertragen, während neue ETF-Anteile geschaffen werden, sagte er. Der am Freitag anstehende Verfallstermin bei Deribit könnte einen ähnlichen Effekt auslösen, sollte Bitcoin weiter in Kursbereiche mit hohem Call-Engagement klettern.
«Der Krypto-spezifische Verfallstermin übernimmt diese Konstellation», so Di Bartolomeo. «Sollte sich die Aufwärtsbewegung fortsetzen, greift im Orderbuch von Deribit bei den grossen Call-Blöcken auf den Niveaus von 85'000 und 100'000 US-Dollar dieselbe Dynamik. »
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