Das Wetterphänomen El Niño erwärmt den Pazifik und treibt Fischbestände in die Tiefe. Auf dem Fischmarkt von Panama-Stadt klagen Händler über leere Auslagen.
Das Wetterphänomen El Niño erwärmt den Pazifik und treibt Fischbestände in die Tiefe. Auf dem Fischmarkt von Panama-Stadt klagen Händler über leere Auslagen. Der Gang durch den Fischmarkt von Panama-Stadt bietet derzeit ein spürbar ausgedünntes Bild.
Wo sich sonst die Ausbeute des Pazifiks türmt, klagen Händler über leere Auslagen. Die Ursache für den Nachschubmangel liegt nicht in verfehlter Politik, sondern in einer zyklischen Laune der Natur. Das Wetterphänomen El Niño erwärmt das Wasser von Peru bis Guatemala. Dieser Rhythmus, der alle paar Jahre wiederkehrt, fällt dieses Jahr zwar besonders stark aus, gehört aber zu den berechenbaren Risiken der Fischereiwirtschaft.
Wenn die Wassertemperaturen steigen, migrieren lukrative Fischarten in tiefere, kühlere Gewässer. Für industrielle Flotten ist das ein logistisches Problem, für die Kleinfischer jedoch ein massiver ökonomischer Schock. Ihre Netze bleiben leer, während Kosten für Treibstoff weiterlaufen. Es ist eine asymmetrische Krise: Globale Lieferketten federn den Ausfall durch andere Gebiete ab, während das mikroökonomische Gefüge der lokalen Fischer durch den temporären Ausfall extrem unter Druck gerät.
Die spärlichen Theken in Panama sind somit kein Vorbote eines globalen Weltuntergangs, sondern eine Erinnerung an die Volatilität der Märkte und wie sehr manche Branchen periodischen Klimaschwankungen ausgeliefert sind. Wenn der zyklische El Niño den Takt angibt, diktiert schlicht der Ozean das lokale Angebot.ist Leiter des Ressorts Meinungen bei «Finanz und Wirtschaft». Er verantwortet unter anderem die Planung und Umsetzung von Leitartikeln, Kommentaren und Gastbeiträgen sowie die nationale und internationale politische Berichterstattung.
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