Mit der Zeit werden weitere Details über den Amokfahrer Taleb Al-Abdulmohsen bekannt, doch bleibt weiterhin vieles rätselhaft: Dass er jahrelang als Arzt praktizieren konnte, erscheint nahezu unglaublich.
Mit der Zeit werden weitere Details über den Amokfahrer Taleb Al-Abdulmohsen bekannt, doch bleibt weiterhin vieles rätselhaft: Dass er jahrelang als Arzt praktizieren konnte, erscheint nahezu unglaublich.
Offenbar arbeitete Al-Abdulmohsen seit März 2020 für die Salus-Klinik im sachsen-anhaltischen Bernburg und kümmerte sich als Psychotherapeut um suchtkranke Straftäter. Seine Tätigkeit soll aufgrund ferien- und krankheitsbedingter Abwesenheit im Oktober geendet haben.In Bernburg soll der spätere Attentäter auch mehrfach Medikamente verschrieben haben, deren Einnahme Patienten in Lebensgefahr gebracht hätten. Kollegen hätten Schlimmeres verhindert.
Ein Jahr später drohte er einer Behörde in Stralsund, bei der er um finanzielle Hilfe gebeten hatte. Daraufhin sei er einer sogenannten Gefährderansprache unterzogen worden, sagt Christian Pegel, der Innenminister von Mecklenburg-Vorpommern. Man werde einen genaueren Blick auf ihn haben, sei dem Arzt damals erklärt worden.
Möglicherweise fiel Al-Abdulmohsen auch durch alle Beobachtungs-Raster, weil er sich keiner extremistischen Kategorie eindeutig zuordnen lässt: Er scheint kein Islamist zu sein, ist aber auch kein eindeutiger Rechtsextremist. Zu seinem mutmasslichen Hass auf den Islam scheint eine Wut auf Deutschland hinzugekommen zu sein, weil er offenbar meint, dieses helfe Menschen, die dem Islam abgeschworen haben, zu wenig.