Am Ruederchen verschwinden Hindernisse für die Fische

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Am Ruederchen verschwinden Hindernisse für die Fische
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Am Bach werden schrittweise künstliche Schwellen entfernt. Das soll die Wanderwege der Fische sichern und den Lebensraum vernetzen.

24.09.2026, 05.00 Uhr Seit einigen Jahren ist die Gewässerschutzorganisation Aqua Viva daran, Querbauten und andere Schwellen aus der Ruederchen zu entfernen. Projektleiter Yanik Fuchs erklärt, warum die Arbeiten für den Bach und seine Fische wichtig sind.

Aqua Viva entfernt an der Ruederchen Schritt für Schritt Querbauwerke und Schwellen. Nach ersten Rückbauten sind weitere Hindernisse in Planung, teils erst nach einem Vorprojekt. Die Ruederchen ist rund elf Kilometer lang. Vom Schiltwald fliesst der kleine Bach durch das Ruedertal, durch Schmiedrued und Schlossrued, bevor er in Schöftland in die Suhre mündet.

Auf seinem Weg hat das Gewässer allerdings mit einem Problem zu kämpfen, das viele Schweizer Bäche und Flüsse kennen: Immer wieder stellen künstliche Schwellen und andere Querbauwerke für Fische unüberwindbare Hindernisse dar und unterbrechen ihre Wanderwege zwischen verschiedenen Lebensräumen. Im Rahmen ihres Programms «Fluss frei! » arbeitet dieseit rund vier Jahren daran, diese Barrieren an der Ruederchen Schritt für Schritt zu beseitigen.

«Initiiert hat das Projekt David Bittner, Geschäftsführer des Schweizerischen Fischereiverbandes», sagt Yanik Fuchs, Projektleiter von «Fluss frei! » bei Aqua Viva.

«Wir arbeiten eng mit dem Kanton und dem Schweizerischen Fischereiverband zusammen. » Aqua Viva übernimmt dabei eine wichtige fachliche und koordinierende Rolle: Die Organisation berät Kanton und Fischereiverband bei der Planung und Umsetzung der Rückbauten, beteiligt sich an deren Finanzierung und prüft, welche Hindernisse sich aus ökologischer und technischer Sicht für eine Entfernung eignen. Entlang der Ruederchen hat Aqua Viva fünf solche Hindernisse konkret ins Auge gefasst.

«Es gäbe noch weitere, die wir im Moment aber nicht angehen», fügt Fuchs an. Im Zentrum des Programms steht laut Fuchs die Wiederherstellung der ökologischen Längsvernetzung von Fliessgewässern. Längsvernetzung bedeutet, dass Fische und andere Wasserlebewesen ein Gewässer ungehindert auf- und abwärts durchwandern können.

«Fische müssen wandern», erklärt der Umweltingenieur. «Sie wechseln zwischen Lebensräumen, suchen Nahrung, wandern zu Laichplätzen oder müssen bei grosser Hitze ausweichen können – ein durchgängiger Bach bietet ihnen dafür die nötige Möglichkeit. »Ein erster wichtiger Schritt erfolgte 2023 in Schmiedrued. Dort wurden zwei Querbauwerke entfernt.

Damit wurde ein rund 750 Meter langer, naturnaher Bachabschnitt wieder durchgängig. Die Fische können seither wieder flussaufwärts wandern und neue Lebensräume erreichen. Besonders wertvoll sei dies für die Bachforelle, die dadurch neue Laichplätze erreichen könne, hebt Fuchs hervor. Nun steht ein weiterer Eingriff bevor.

Das nächste Hindernis liegt ebenfalls auf Schmiedrueder Boden, weiter flussaufwärts in der Nähe des Schiltwalds. Die konkreten Pläne werden derzeit ausgearbeitet. Fuchs rechnet damit, dass die Arbeiten im Herbst dieses Jahres oder im Sommer 2027 ausgeführt werden. Anfang September fand gemeinsam mit dem Verantwortlichen für Gewässer und Gewässerunterhalt der Gemeinde Schmiedrued eine Begehung statt.

«Wir sind dankbar für die Anstrengungen von Aqua Viva und begrüssen die Revitalisierung der Ruederchen», erklärt Gemeindeammann Marliese Loosli auf Anfrage. Der Swisslos-Fonds Aargau unterstützt das Vorhaben mit 50'000 Franken. Bei den beiden letzten grösseren Hindernissen ist die Situation etwas komplizierter. Deshalb sollen sie zunächst in einem Vorprojekt genauer untersucht werden.

«Ziel ist es, verschiedene Lösungsvarianten zu prüfen», erklärt Fuchs. Der Rückbau könnte 2028 oder 2029 erfolgen. Nach der Beseitigung dieser Hindernisse sind grosse Teile der Ruederchen wieder vernetzt und für die dort heimische Forelle passierbar. Das sei gerade in Zeiten von Hitze und Trockenheit besonders wertvoll, sagt Fuchs.

«Sie sind darauf angewiesen, flexibel über grössere Strecken zu wandern, um ausreichend tiefe Stellen im Bach und kühle Rückzugsbereiche zu finden. »Der Einsatz an der Ruederchen ist Teil des langjährigen Engagements von Aqua Viva. Die Organisation setzt sich seit über 60 Jahren für den Schutz und die Renaturierung der heimischen Gewässerlebensräume ein. Das Programm «Fluss frei!

» läuft seit 2016 und ist ein wichtiger Bestandteil ihrer Arbeit. Die Querbauten in der Ruederchen sind Hindernisse für die Fische, die sich durch den Bach bewegen wollen. Wie gross die Herausforderung ist, zeigt eine Erhebung des Bundesamtes für Umwelt: Hierzulande gibt es mehr als 170'000 Schwellen, Wehre und andere Querbauwerke in Flüssen und Bächen. Rund 100'000 davon sind mindestens 50 Zentimeter hoch.

«Viele sind Relikte aus dem vergangenen Jahrhundert und könnten problemlos entfernt werden», sagt Fuchs. «Und genau hier setzen wir an, damit sich die Schweiz auch in Zukunft über eine vielfältige Tier- und Pflanzenwelt in ihren Gewässern freuen kann. » An der Ruederchen zeigen sich laut Fuchs bereits erste Auswirkungen der Massnahmen: «Lokale Fischer haben nach dem Rückbau der ersten beiden Querbauwerke eine Zunahme der Fischbestände festgestellt. »

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