Aargau setzt Apotheken für Warnsignale häuslicher Gewalt bei Älteren ein

Apotheke Nachrichten

Aargau setzt Apotheken für Warnsignale häuslicher Gewalt bei Älteren ein
Gewalt, Gesundheitswesen, Justiz Und Kriminalität

Ein neues E-Learning soll Apothekenpersonal helfen, Hinweise auf Gewalt in älteren Paaren besser zu erkennen und anzusprechen.

Viele ältere Menschen kennen ihr Apotheke npersonal seit Jahren. Dieses Vertrauensverhältnis will der Kanton nutzen: Eine neue Schulung zeigt, wie Warnsignale für häusliche Gewalt erkannt und angesprochen werden können.

Der Kanton Aargau lanciert ein neues Lernprogramm für Apotheken zum Erkennen häuslicher Gewalt bei älteren Paaren. Das E-Learning ergänzt ein bereits bestehendes Angebot und soll Apothekenpersonal dabei unterstützen, Warnsignale bei älteren Paaren besser einzuordnen und anzusprechen. Apotheken sollen häusliche Gewalt bei älteren Paaren besser erkennen. Dazu lanciert das Departement Volkswirtschaft und Inneres des Kantons Aargau ein Lernprogramm, wie es in einer Medienmitteilung schreibt..

Damit soll das Personal Warnsignale für häusliche Gewalt bei Kunden und Kundinnen erkennen. Wie eine solche Situation sein kann, schilderte Hans Jürg Engel, Präsident des Aargauischen Apothekerverbands, gegenüber dieser Zeitung. Eine Person bezog auffällig oft Schmerzmittel. Es stellte sich heraus, dass die Person von häuslicher Gewalt betroffen ist.

Die Schulung sei vom Apothekenpersonal positiv aufgenommen worden, sagt Rahel Degiampietro, Projektleiterin Weiterbildung bei der kantonalen Fachstelle Häusliche Gewalt. Das Personal konnte Wissen über häusliche Gewalt aufbauen und dieses anwenden. Wenn der Verdacht auf häusliche Gewalt bestehe, könne so besser reagiert werden.

«Es hat konkrete Handlungsanweisungen bekommen, wie es im Praxisalltag ein solches Gespräch führen kann», sagt Degiampietro. , die der Regierungsrat gegen häusliche Gewalt und Gewalt gegen Frauen entwickelt. Zu der Umsetzung ist der Kanton wegen der Istanbul-Konvention von 2022 verpflichtet. 147 Apothekerinnen und Apotheker sowie Pharma-Assistenzpersonen nutzten das E-Learning-Angebot. Apotheken müssen pro Jahr eine gewisse Anzahl Weiterbildungen absolvieren, die von Pharma Suisse anerkannt sind.

Das E‑Learning gehört seit seiner Einführung ebenfalls dazu. Eine Zahl, wie oft das Angebot genutzt wurde, kann Engel nicht nennen. Beim Angebot wird Wert gelegt auf ein diskretes, vertrauensvolles Verhältnis. Die Schulung habe einen blinden Fleck geschlossen und wertvolles Rüstzeug geliefert für eine allfällige Situation.

Im neuen, ergänzenden Modul liegt der Fokus auf älteren Personen. Dieses geniesst derzeit Priorität, während die allgemeine Kampagne pausiert wird. Der Kanton subventioniert deshalb Kursplätze für das E-Learning-Programm. Jede der 125 Aargauer Apotheken hat Anrecht auf zwei Gratis-Lizenzen.

Jede weitere kostet 90 Franken. Gewalt in Paarbeziehungen kenne keine Altersgrenze, schreibt das DVI in der Mitteilung. Sie könne seit Jahren bestehen oder sich im Alter verschärfen. Scham, Angst und Abhängigkeiten erschweren Betroffenen den Gang zu einer Fachstelle oder zur Polizei.

Ältere Personen gehören teilweise schon längere Zeit zur Kundschaft einer Apotheke, erläutert Degiampietro.

«Das Vertrauensverhältnis, das das Apothekenpersonal mit den älteren Personen schon oft aufgebaut hat, ist sehr vorteilhaft», sagt Degiampietro. Der Aargauische Apothekerverband sieht angesichts des Fachkräftemangels weiteres Potenzial für Apotheken in der ambulanten Grundversorgung. Am Freitag findet der internationale Tag der Apotheke statt. Aus diesem Anlass weisen Schweizer Apotheken unter dem Motto «Grünes Licht für Konsultationen und Check-Ups» auf ihr Angebot hin.

Der Verband setzt sich ebenfalls dafür ein, dass Ärzte und Ärztinnen im Aargau weiterhin keine Medikamente abgeben können. Und er möchte andere Themen vorantreiben, etwa bei Erstabklärungen, Prävention und der Betreuung chronisch Erkrankter. Mitarbeitende von Aargauer Apotheken sollen auf Merkmale und Verhaltensweisen von Kunden sensibilisiert werden, die Opfer von häuslicher Gewalt sind. Dazu lanciert der Kanton ein E-Learning-Modul.

Medikamente nur in Apotheken – aber nicht bei Ärzten? Aargauer Regierung verteidigt hundertjähriges Verbot Ein Vorstoss fordert: Künftig sollen auch Hausärzte und nicht nur Apotheker Medikamente verkaufen dürfen. Die Regierung will am Status Quo festhalten – doch das letzte Wort hat das Parlament. Fällt bald ein über hundert Jahre altes Verbot?

Wegen Ärztemangel: Grossräte fast aller Parteien nehmen einen «Standortnachteil» ins Visier – Apotheker warnen Hausärzte sollen Medikamente an ihre Patienten verkaufen können, fordern Grossrätinnen und Grossräte von sieben Parteien. Ihr neuer Vorstoss zur Selbstdispensation sorgt beim Apothekerverband für ein Déjà-vu. Copyright © Aargauer Zeitung. Alle Rechte vorbehalten.

Eine Weiterverarbeitung, Wiederveröffentlichung oder dauerhafte Speicherung zu gewerblichen oder anderen Zwecken ohne vorherige ausdrückliche Erlaubnis von Aargauer Zeitung ist nicht gestattet.

Wir haben diese Nachrichten zusammengefasst, damit Sie sie schnell lesen können. Wenn Sie sich für die Nachrichten interessieren, können Sie den vollständigen Text hier lesen. Weiterlesen:

CH_Wochenende /  🏆 44. in CH

Gewalt Gesundheitswesen Justiz Und Kriminalität Kanton Aargau

 

Switzerland Neuesten Nachrichten, Switzerland Schlagzeilen

Similar News: Sie können auch ähnliche Nachrichten wie diese lesen, die wir aus anderen Nachrichtenquellen gesammelt haben.

«Kein Bedarf»: Kritik am geplanten Kopftuchverbot im Aargau«Kein Bedarf»: Kritik am geplanten Kopftuchverbot im AargauDas Kantonsparlament fordert eine klare Regelung für auffällig religiöse Kleidung, um die staatliche Neutralität zu gewährleisten. Linke Politikerinnen und die Konferenz der Aargauer Staatspersonalverbände lehnen ein solches Verbot vehement ab.
Weiterlesen »

Aargauer Apotheken sollen häusliche Gewalt erkennen könnenAargauer Apotheken sollen häusliche Gewalt erkennen könnenIm Kanton Aargau sollen Apotheken für die Früherkennung von häuslicher Gewalt bei älteren Paaren sensibilisiert werden. Zu diesem Zweck schaltet der Kanton ein E-Learning-Modul auf, das Fachwissen für den Apothekenalltag vermitteln soll.
Weiterlesen »

Fall Untersiggenthal AG: Keine Anklage wegen MenschenhandelsFall Untersiggenthal AG: Keine Anklage wegen MenschenhandelsIm Fall Untersiggenthal hat das Obergericht des Kantons Aargau eine Beschwerde abgewiesen.
Weiterlesen »

Künstliche Intelligenz im Aargau: Spitäler erproben neue TherapienKünstliche Intelligenz im Aargau: Spitäler erproben neue TherapienIm Aargau werden an Spitälern bereits neue Anwendungen mit Künstlicher Intelligenz erprobt. Die Palette reicht von Diagnosen bis zu Entlastung im Spitalalltag.
Weiterlesen »